
Passend zum Valentinstag am 14. Februar befassen wir uns mit dem versteinerten Herzigel. Der Ausspruch „Hart aber herzlich“, nach dem Titel einer amerikanischen Fernsehserie, die von 1983-1985 ausgestrahlt wurde und sich auch bei uns großer Beliebtheit erfreute, bringt es auf den Punkt.Auch das Landesmuseum Hannover hat daher seine aktuelle Ausstellung zum Thema Herzseeigel unter diesen Titel gestellt.
Herzigel, so nennen Sammler Seeigel, deren Form an ein Herz erinnert. Sie fallen unter den versteinerten Seeigeln aufgrund ihrer Herzform auf und sind aufgrund ihrer Seltenheit besonders begehrt. Egal welchen Herzseeigel man findet, ob es sich um einen Micraster oder einen Cardiaster handelt, es ist immer etwas Besonderes und ein Grund zur Freude.
Micraster sind die bei uns im Norden häufigsten Herzseeigel.Sie lebten in der späten Kreide vor ca. 60- 70 Millionen Jahren. Es handelt sich mit einer Größe von 3-5 cm um relativ große Kreideseeigel, die man aber im Geschiebe im Vergleich zu den anderen Kreideseeigeln Echinocorys und Galerites eher selten findet. Letztgenannte eigneten sich aufgrund der Form und der Schalenstärke offenbar besser zur Erhaltung. Micraster sind oftmals verzogen oder beschädigt. Aussichtsreicher ist die Suche nach Herzseeigeln in den Mergelgruben Höver und Misburg im Umland von Hannover.
Erste Funde und Beschreibungen von Micrastern gab es bereits im 18.und 19. Jahrhundert, aber erst im 20. Jahrhundert wurde er zum Leitfossil der Oberkreide.
Der Micraster lebte in küstennahen flachen Gewässern und war teilweise im Sediment eingegraben. Dies diente dem Schutz vor Freßfeinden. Micraster ernährten sich durch die Filterung von Nährstoffen aus den sie umgebenden Ablagerungen und Sedimenten. Die Form ihres Gehäuses ermöglichte ihnen eine vergleichsweise gute Fortbewegung im Wasser.
Auch heute noch gibt es lebende Arten von Herzseeigeln und mit etwas Glück findet man leere Herzseeigelgehäuse am Strand. Gefunden wurden die hier gezeigten Exemplare am Westerländer Hauptstrand. Die sogenannten kleinen Herzseeigel Echinocardium cordatum sind nahe Verwandte des Micraster. Die kleinen Herzseeigelgehäuse sind nicht versteinert sondern hauchdünn und sehr empfindlich. Will man länger Freude an ihnen haben, empfiehlt sich wie bei echten Herzen ein liebevoller und sorgsamer Umgang.
Einen schönen Valentinstag wünscht das Team des Mineralien Museums Mettingen















