Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats Dezember: Boulder- Opal

Da Weihnachten näher rückt und der ein oder andere noch auf der Suche nach einem passenden Schmuckstück ist, und auf Mineralienbörsen gerade sehr viele wunderschöne Boulder- Opale angeboten werden, die durch ihr Farbspektrum begeistern, haben wir uns den Boulder- Opal mal genauer angeschaut.
Boulder steht im Englischen für Stein oder Fels. Der Name Opal wurde vom griechischen Wort opallios was „eine Veränderung sehen“ bedeutet, abgeleitet. Auch das lateinische Wort opalus, das mit „ Edelstein“ übersetzt wird, dürfte bei der Namensgebung Pate gestanden haben.
Boulder- Opale werden ausschließlich im Südwesten von Queensland in Australien gefunden.Die Hauptabbaugebiete der Boulder- Opale liegen in einem 300 km breiten und 800 km langen Gürtel aus verwitterten kreidezeitlichen Sedimenten, hauptsächlich in den Gegenden um Winton, Vergemont, Jundah, Quilpie, Eromanga, Yowah und Cunnamulla. Die Boulder- Opale entstehen, wenn durch Verwitterungsprozesse aus Meeresschlämmen mit Kleinstlebewesen kieselsäurereiches Wasser in Risse in Eisenerz oder Sandstein eindringt und verdunstet. Der ständige Wechsel von Feuchtigkeit und Verdunstung führte zur Verfestigung der Kieselsäure und somit zu den wunderschönen Opalen. Boulderopale bestehen aus wasserhaltigem Siliziumdioxid. Ihr Wassergehalt liegt typischerweise zwischen 4 und 9 Prozent.Das Farbspiel entsteht durch die Struktur des Opals. Im Laufe von Millionen von Jahren entsteht der Opal nämlich durch das Aufeinanderschichten und Aushärten winziger Kugeln. Ihr Durchmesser beträgt ein Zehntel Mikrometer. Sind diese Kugeln gleichmäßig groß und weisen gleichmäßige Abstände auf, entsteht durch die Wechselwirkung mit Licht das bewunderte Farbspiel.
Die wertvollen Opalschichten findet man in einem Eisen-Ton-Sandsteingemisch, sogenannte Boulder – mit einer Größe von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern. Im Inneren dieser Boulder hat der in sämtlichen Farben und Formen vorkommende Opal vor vielen Millionen Jahren die natürlichen Hohlräume wie Risse, Spalten oder Röhren ausgefüllt. Der Abbau der Boulderopale erfolgt vorwiegend mit Hilfe schwerer Maschinen im Tagebau, oft fern von jeglicher Zivilisation.
Bei geschliffenen Boulder- Opalen bleibt das umgebende Muttergestein erhalten. Dieser Kontrast macht ihn besonders reizvoll und läßt das vielfältige Farbspiel hervortreten. Der Schliff ist bei Boulder- Opalen alles andere als einfach. Einerseits muß man die Härte des Muttergesteins berücksichtigen und andererseits die Härte des Opals. Genau diese Kombination macht Boulder- Opale aber auch deutlich haltbarer als andere Opale. Boulder-Opale werden oftmals entlang des Verlaufs der Opalader geschliffen, so dass sich das Muttergestein unterstützend auf der Unterseite befindet. Die Oberfläche des geschliffenen Steins ist somit ganz aus Opal. Eine andere Variante setzt den Schliff senkrecht durch die Opalader an, um die Streifen des Siliziumdioxids, eingefangen im Muttergestein, zur Geltung zu bringen. Der Boulder- Opal erscheint als dünne Schicht auf dunklem Untergrund oder als Adern und Flecken auf der Gesteinsoberfläche. Die schimmernde Opalfarbe sticht vor dem dunklen, felsigen Hintergrund in jedem Fall wunderschön hervor.
Die ersten Boulder Opale wurden 1860 entdeckt und 1871 nahm die erste Mine ihre Förderung auf. 1891 wurde der Boulder Opal bei der London Gem Exhibition vorgestellt und erregte großes Aufsehen.
Auch die Legenden der Aborigines befassen sich mit der Entstehung der Opale. Eine erzählt von den Schuppen der Regenbogenschlange, die als Opale herabfielen und dabei das Land formten. Eine andere erzählt von einem Pelikan, der durch Picken auf einen Opal das Feuer entdeckte, und eine weitere erzählt von Opalen, die dort entstanden, wo der Regenbogenschöpfer die Erde berührte.
Der Boulder-Opal hat viele Liebhaber unter Schmuckdesignern. Wunderschöne Ohrringe mit Boulder- Opalen sieht man alljährlich sowohl bei Golden Globe- , wie auch bei Oscar- Verleihungen.


