Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats Februar: Zirkonia

Nachdem wir im Januar über den Zirkon berichtet hatten, wenden wir uns jetzt dem Zirkonia zu. Ist „Zirkonia“ nur eine Übersetzung oder Varietät vom „Zirkon“ oder ist der Begriff „Zirkonia“ die allgemeine Bezeichnung für alle nicht natürlichen Schmucksteine? Die Ähnlichkeit der Namen sorgt immer wieder für Verwirrung und ist es daher wert der Sache einmal auf den Grund zu gehen.
Zirkonia besteht aus Zirconiumoxid, das im Labor hergestellt wird. Zirkonia ist ein Kristall mit erstaunlicher Strahlkraft und gilt als Imitation eines der teuersten Steine der Welt: des Diamanten.
Auch Experten können gute Zirkoniasteine nicht durch Augenschein, sondern erst durch eine Messung des Wärmeleitwertes von Diamanten unterscheiden. Während Diamanten besonders gut wärmeleitend sind, leiten Zirkonia Wärme nämlich besonders schlecht.
Zirkoniumdioxid wurde bereits 1892 entdeckt, fand aber wenig Beachtung.Die beiden deutschen Mineralogen Mark Freiherr von Stackelberg und Karl Chudoba entdeckten echte Zirkonia erstmals 1937 als kleine Einschlüsse in natürlichem Zirkon, ohne sie allerdings tiefer zu untersuchen und zu benennen. In den 1960ziger Jahren gab es dann in Frankreich Forschungen zur Herstellung künstlicher Edelsteine. Damals gelang es allerdings lediglich, sehr kleine Kristalle zu erzeugen, die sich nicht für die Schmuckproduktion eigneten. Kristalle, die sich als Schmucksteine eigneten, wurden erst später in Moskau erfunden.
Anfang 1973 wurde im Lebedew -Institut der Akademie der Wissenschaften der UDSSR der Wert von künstlichem kubischem Zirkonia erkannt und dieser wenig später erstmals in einem neuen, am Institut entwickelten Verfahren hergestellt. Dazu wurde aus Zirkoniumoxid Einkristallen, Calciumoxid und Yttriumoxid sowie farbgebenden Metallen Kristalle gezüchtet. Yttriumoxid war für die Stabilität des Zirkoniumoxids verantwortlich und wird u.a. in der Dentaltechnik eingesetzt. Unter hohen Temperaturen wurden alle Bestandteile im Hochofen miteinander verschmolzen und nach der Abkühlung entstanden Zirkonia. Das Hinzufügen von Metalloxiden sorgt für das Leuchten der künstlich hergestellten Zirkoniakristalle. Seit den achtziger Jahren werden Zirkoniasteine als Imitation für Diamanten vermarktet und haben ihren Siegeszug um die Welt angetreten.
Für Zirkonia gibt es mehrere Namen, unter anderem heißen sie im englischen Sprachraum CZ als Abkürzung für Cubic Zirkonia . In Russland wählten die Forscher für ihre Entdeckung den Namen Phianit. Phianit geht auf die Abkürzung des Lebedew-Instituts : Physical Institute of the Academy of Sciences zurück, konnte sich aber auf dem Markt nicht durchsetzen. Schließlich blieb es bei der Bezeichnung Zirkonia.
In der Schmuckindustrie erfreut sich der Zirkonia großer Beliebheit. Er ist beim Kauf günstig und bringt für die Schmuckherstellung gute Eigenschaften mit, da er mit einer Mohs Härte von 8 – 8,5 härter als Glas ist und sich ausgezeichnet zur weiteren Bearbeitung eignet. Zirkonia gibt es in nahezu jeder Farbe, was ihn als Schmuckstein sehr beliebt macht. Neben dem Diamanten kann er also auch andere Steine imitieren.
Genau wie bei einem natürlich entstandenen Edelstein wird auch Zirkonia anhand von Klarheit, Schliff, Gewicht und Farbe bewertet. Für Zirkonia wurde eine Klassifizierung von einem A (schlechte Qualität) bis fünf A (beste Qualität) festgelegt.
Oft werden bei Zirkonia auch Einschlüsse – also kleine Unreinheiten – absichtlich erzeugt, um den Stein lebendiger und wie einen natürlich gewachsenen Kristall wirken zu lassen. Bei der Imitation von Farbsteinen ist dies besonders beliebt. Aber auch bei der Diamantimitation kommt dieser Effekt zum Einsatz.
Wenn man Glanz und die Härte des Zirkonia betrachtet, müßte er eigentlich zu den Edelsteinen zählen. Da die Herstellung von Zirkonia aber im Labor stattfindet, kann dieser Stein nicht als echter Edelstein betitelt werden.
Als kostengünstige Alternative sind Zirkonia eine der beliebtesten Diamantimitationen. Der Preis von Zirkoniasteinen ist wesentlich geringer als der von Diamanten. Auch ein Zirkonia mit einer hohen Karat Zahl, also einem hohen Gewicht, ist zu erschwinglichen Preisen erhältlich.

