
Wir befinden uns mit dem anstehenden Weihnachtsfest in einer magischen Zeit. Was liegt da näher
als nach einem magischen Stein Ausschau zu halten?
Bernstein – kein Stein, kein Mineral sondern fossiles, gehärtetes Baumharz. Kaum ein Stoff
vermochte Menschen so zu bewegen, wie dieses Millionen Jahre alte Harz, was die Bernsteinstraße
ebenso wie das legendäre Bernsteinzimmer eindrucksvoll belegen.
Auf Mineralienbörsen ist der baltische Bernstein selten geworden. Verkauft werden nur noch
Altbestände. Dafür wird der blaue Bernstein aus Sumatra präsentiert. Im Gegensatz zum
baltischen Bernstein, der aus dem Harz von Kiefern stammt, entstammt der Bernstein aus Sumatra
aus dem Harz von 20- 23 Millionen Jahre alten Laubbäumen. Unser Bernstein wurde auf der
Mineralienbörse in Osnabrück verkauft. Auf den ersten Blick ein klassischer dunkler Bernstein mit
typischem Glanz und Farben und natürlich der typischen Leichtigkeit. Gut geeignet als
Handschmeichler und Schmuckgegenstand für den Schreibtisch. Ähnlichkeiten der Form mit
versteinerten Schnecken rein zufällig.
Seine Magie entfaltet der Stein unter starkem Sonnenlicht oder unter UV- Licht. Hier sehen wir
einen faszinierenden blauen Stein, der nur die äußere Form mit dem Bernstein gemein hat.
Verantwortlich sind fluoreszierende Moleküle, die in den Harzen der Laubbäume enthalten sind.
Eine Erklärung für die Fluoreszenz ist die nachträgliche Erwärmung durch vulkanische Aktivität.
Eine andere Erklärung sieht Erhitzung durch große Waldbrände als Ursache an.
Der Bernstein aus Sumatra hat deutlich weniger Bernsteinsäure und ist mit einer Härte von 2- 2,5
auch weicher als die baltische Variante und damit anfälliger gegen Kratzer. Gefunden wird der
Bernstein in der Provinz Aceh auf Sumatra in kohleführenden Sedimenten im indonesischen
Dschungel. Der Abbau erfolgt in kleinen Minen meist per Hand.
Das Team des Mineralogiemuseums Mettingen wünscht Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


