Instagram Manganknolle

In Zeiten, in denen die Jagd nach Rohstoffen einer Art Goldrausch gleicht, macht es Sinn sich Steine auf dem Meeresgrund, die als Rohstoffreserven gelten, näher anzusehen.Der Meeresboden der Tiefsee, der mehr als die Hälfte der Erdoberfläche bedeckt, ist das größte Ökosystem der Erde und deshalb besonders schützenswert.

Noch im 19. Jahrhundert ging man davon aus, dass unterhalb von 1000m Wassertiefe kein Leben möglich sei.

Spätestens mit dem Science Fiktion Thriller „Der Schwarm“ von Frank Schätzing, wandelte sich auch außerhalb der Fachwelt das Bewußtsein im Hinblick auf Lebensformen auf dem Meeresgrund.

Manganknollen, die in 4000-6000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund zu finden sind, wird dabei besonderes Interesse entgegen gebracht. Sie sind zwischen 2 und 15 cm groß und ihr Wachstum beträgt wenige Millimeter in einer Million Jahren.

Hauptbestandteil der Knollen sind Mangan und Eisenoxide. Wirtschaftlich noch interessanter sind die Anteile von Kupfer, Nickel und Kobalt sowie die Spuren von Zink, Titan oder Vanadium.Manganknollen entstehen durch die sehr langsame Abscheidung von Mangan und Eisen aus Meerwasser, die sich um einen meist organischen Kern konzentrisch schichten. Diese Bestandteile gelangen durch Erosion ins Meer oder stammen aus Hydrothermalquellen in vulkanisch aktiven Bereichen und lagern sich auf den Knollen an.

Entdeckt wurden die Knollen bereits anläßlich der britischen Challenger- Expedition von 1872-1876. In das Visier von Industrienationen auf der Suche nach Rohstoffen gerieten sie aber erst in den 1970ziger Jahren. Ein angeblicher Abbauversuch, der scheiterte, entpuppte sich als Tarnung für eine verdeckte Operation des amerikanischen Geheimdienstes CIA im Zentral­pazifik bei der es um die Bergung des sowjetischen Atom U- Bootes K 129 ging.

Die vorhandene Technologie war und ist für den Abbau in mehreren tausend Metern Wassertiefe nicht ausreichend. Die Vereinten Nationen haben Manganknollen zum Erbe der gesamten Menschheit erklärt. Für die Abbau- Lizenzen ist die internationale Meeresbodenbehörde zuständig. Erfolgreich erprobte Technologien für den Abbau gibt es bislang nicht und auch die vor dem Abbau zu klärende Frage nach den Auswirkungen für die Tiefsee – Umwelt ist weiter offen.