Öfter mal was Neues

Öfter mal was Neues

Das Mineralienmuseum Mettingen betreibt seit Juni 2024 unter Mineralien
Museum Mettingen einen eigenen Instagram Account. Wir erreichen im Monat
damit zwischen 2000- 4000 Leser weltweit, wie Zuschriften sogar aus Amerika
belegen.
Unter den Rubriken Steinerne Zeitzeugen, Steine, die im Schatten stehen…,
Mystische Steine, Steine auf dem Meeresgrund oder auch Fossilien &
Aberglaube sowie sonstige auf einen speziellen Anlaß abgestellte Themen
veröffentlichen wir jede Woche einen neuen Artikel unterlegt mit Bildmaterial. Wir
sind uns bewußt, dass Instagram als Medium im Regelfall nicht der
Wissensvermittlung dient, die wir hier anstreben, erreichen so aber auch Leser,
außerhalb der üblichen Altersgruppen und erschließen uns auf diesem Wege neue
Interessenten.Man muß mit der Zeit gehen, wenn man Menschen für sein Produkt
interessieren will und wenn die Menschen nicht zu uns kommen, sollen sie
wenigstens online an unserem Museum partizipieren.
Für alle Interessenten, die kein Instagram haben, starten wir heute mit der
Veröffentlichung einiger Instagram- Artikel, damit auch Sie dabei sein können.
Zukünftig werden unsere Instagram- Artikel unter einer eigenen Rubrik auf dieser
Seite abrufbar sein.

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
Karin und Justus Brinkmann

Steinerne Zeitzeugen
Versteinerte Araukarienzapfen

Tannenzweige, Adventskränze,Tannenbäume und Tannenzapfen haben zum
Weihnachtsfest Hochkonjunktur.
Wir haben uns mal bei den Versteinerungen umgesehen und sind dabei auf der
Mineralienbörse in Osnabrück am vergangenen Wochenende fündig geworden.
Es gab nämlich Scheiben von versteinerten Araukarien- Zapfen. Der eine oder
andere wird eine Araukarie in seinem Garten haben und sich fragen, was daran so
besonders ist.
Araukarien sind faszinierende Bäume aus grauer Vorzeit und lebende Fossilien. In
Argentinien gibt es in Patagonien, das als Rand der Welt gilt, den versteinerten
Wald von Cerro Cuadrado. Im Zusammenhang mit dem Auseinanderbrechen der
Gondwana-Landmasse zu Beginn des Erdmittelalters kam es zu umfangreicher
Vulkantätigkeit.
Die Bäume, hauptsächlich gigantische Araukarien ( Araucaria mirabilis), die mit
einem Durchmesser von 3,50 Meter eine Höhe von 100 Metern erlangten, und in

lichten Wälern standen, wurden durch einen Vulkanausbruch vor rund 160 Mio.
Jahren umgeworfen und nebst der noch nicht vollständig ausgereiften Zapfen von
pyroklastischen Strömen und durch massive Ablagerungen von Vulkanasche
begraben. Die Zellstrukturen des Holzes wurde im Laufe von Millionen Jahren
durch Silikat ersetzt (Verkieselung), wodurch ihre anatomischen Details erhalten
blieben. Besonders bemerkenswert sind dabei die Araucarien-Zapfen, die in Ihrer
Qualität weltweit einmalig sind. Neben der zumeist perfekten Außenstruktur
weisen die Zapfen wunderschöne Detailstrukturen im Inneren auf. Sämtliche
Feinstrukturen der Zapfen haben sich über Jahrmillionen hinweg erhalten.

Die Fundstellen sind inzwischen nicht mehr zugänglich, Argentinien hat ein
Ausfuhrverbot für Araucarien- Zapfen verhängt und sämtliche heute auf dem Markt
angebotenen versteinerten Aurakarienzapfen bzw. Scheiben derselben stammen
aus alten Sammlungen. Die „Blätter“ dieser immergrünen Bäume wirken bis heute
wie uneinnehmbare Festungen.

 

 

 

 

Steine, die im Schatten stehen
Rhodochrosit

In der dunklen Jahreszeit sehnen wir uns nach etwas Blühendem und sei es auch
nur nach einem Gegenstand in der entsprechenden Farbe, die uns an etwas
Blühendes erinnert. Der Rhodochrosit, dessen Name aus dem Griechischen
kommt und „rosenfarbig“ bedeutet, gilt als Stimmungsaufheller und passt damit
perfekt.
Der Rhodochrosit ist der Nationalstein Argentiniens.Nach einer Legende ist eine
verbotene Liebe der Ursprung des Minerals. Ein Krieger der Ureinwohner verliebte
sich in eine junge Frau, die dem Sonnengott geweiht war. Da er nicht von ihr
lassen konnte, wurde er vom Sonnengott zur Strafe in einen Stein verwandelt, der
die Farbe einer roten Rose hatte.
Als die Inkas im 13. Jahrhundert den Silberbergbau im heutigen Argentinien
aufgaben, wuchsen am Boden der Minen rosafarbene Tropfsteine, die aus
Mangan, Kohlenstoff und Sauerstoff bestanden. Diese Rhodochrosite zählen

heute zu den schönsten Exemplaren, die man weltweit finden kann. Sie werden
ausschließlich zu Schmuck verarbeitet.
In Deutschland wurden in den obersten Gesteinschichten von Eisen – oder
Mangan- Bergwerken Rhodochrosite gefunden, die einige 10.000 Jahre alt sind.
Erst seit 1950 wurde der Rhodochrosit auch bei uns als Edelstein geführt und die
rot-weiß gebänderten Steine zu Schmuck verarbeitet. Bilden die rot- weißen
Bänderungen einen Kreis spricht man von Inka- Rosen. Andere Namen für den
Rhodochrosit sind Rosenspat, Himbeerspat oder Manganspat. Neben den
gebänderten Steinen gibt es den Rhodochrosit auch als durchsichtige
rosafarbene Kristalle, die seltene und wertvolle Sammlerstücke sind.
Der Rhodochrosit ist ein Mineral aus der Gruppe der Carbonate und Nitrate. Nach
der Mohs- Skala liegt seine Härte bei 3 bis 4, was ihn für Kratzer anfällig macht.
Rhodochrosit entsteht hydrothermal und tritt u.a. zusammen mit Calcit und Baryt
auf.
Fundorte gibt es in Argentinien aber auch in Südspanien und in den Pyränen. Dort
wird aus Rhodochrositlagerstätten Manganerz gefördert. Als Rohmaterial eignet
sich Rhodochrosit zur Herstellung von Spiegeleisen und Ferromangan. Außerdem
wird Rhodochrosit als Pigment für Farben genutzt.

 

 

 

 

Steine, die im Schatten stehen
Schneeflockenobsidian

Passend zur Jahreszeit und zur Wetterprognose haben wir uns dieses Mal einen
Stein ausgesucht, der weiße, schneeflockenartige Gebilde auf schwarzen Grund
ganzjährig präsentiert. Es handelt sich um den Schneeflockenobsidian, dessen
Namen sich von den Einschlüssen, die wie Schneeflocken aussehen, ableitet.
Obsidian, ob mit oder noch ohne Schneeflocken, ist ein vulkanisches
Gesteinsglas, das entsteht, wenn Magma nach einem Ausbruch so schnell
erkaltet, dass sich keine geordneten Kristallstrukturen bilden können. Dies
passiert immer dann, wenn Wasser oder Eis mit von der Partie sind. Die
Schneeflocken sind Zeichen des Alterungsprozesses beim Obsidian. Sie bestehen
aus Cristobalit, einer Quarzform, oder aus Feldspat und entstehen, wenn der
Obsidian langsam auskristallisiert. Obsidian besteht aus Siliziumdioxid und vielen
weiteren Mineralien. Für die schwarze Farbe zeichnet Eisenoxid verantwortlich.
Gefunden wird Obsidian weltweit in Gebieten mit Vulkanismus.

Aufgrund seiner scharfen Bruchkanten wurde Obsidian bereits in der Steinzeit zur
Herstellung von Waffen und Werkzeugen genutzt. In der Antike wurden aus
Obsidian kunstvolle Gegenstände, wie Spiegel und von den Ureinwohnern
Amerikas Skulpturen und auch weiterhin Waffen gefertigt.
Der Obsidian selbst, den heute nahezu jedes Kind aufgrund seiner Verwendung in
Videospielen kennt und der zu einem der beliebtesten Steine bei uns im Museum
gehört, wurde nach dem Römer Obsius benannt, der den ersten Stein von
Äthiopien nach Rom brachte.
Heute wird Schneeflockenobsidian in erster Linie als Schmuckstein und für die
Herstellung von Kunstgegenständen genutzt. Besonders beliebt sind Perlen und
Cabochons. Darüberhinaus dient er der Wissenschaft, da Geologen in der Lage
sind, mittels genauer Analyen am Schneeflockenobsidian, eine Altersbestimmung
der zugrundeliegenden Vulkanausbrüche vorzunehmen.

 

 

 

 

Steine, die im Schatten stehen
Drachenblutstein

Ein mystischer, geheimnisvoller Stein, der die Fantasie anregt, sollte es dieses
Mal sein.Wir sind im Herbst angelangt und Halloween beruhend auf dem alten
keltischen Fest Samhain rückt langsam ins Sichtfeld. In Zeiten, in denen Drachen
Konjunktur haben, was Filmreihen, wie „Game of Thrones „ oder „House of the
Dragon“ , Bücher wie „Eragon“ oder „Drachen zähmen leicht gemacht „ belegen ,
kam uns der Drachenblutstein, auch Drachenstein oder Drachenblutjaspis
genannt, gerade recht. Während in Europa Drachen als Ungeheuer, die Angst
und Schrecken verbreiten und als Zeichen des Bösen galten, wurden in China
Drachen als gutmütig und als spirituelles Wesen verehrt.
Nach den Legenden in den Fundgebieten ist der Drachenblutstein dort
entstanden, wo mächtige Drachen miteinander gekämpft haben. Das Grün des

Steins steht für die Fetzen der Drachenhaut und das Rot des Steins für das Blut
der Drachen. Dieser Stein wird für seine lebendigen Farben und einzigartigen
Muster geschätzt. In vielen Kulturen gilt er als Schutz- und Heilstein.Er wird häufig
mit Kraft, Mut und Stärke oder auch mit Drachenschläue assoziiert und gilt als
Stein des Kriegers.
Heute wird er häufig in Schmuckstücken verwendet, darunter Ringe, Anhänger
und Armbänder. Seine auffälligen Farben machen ihn zu einem beliebten Material
für einzigartige Designs
Doch schauen wir uns den Stein und seine Bestandteile nun näher an. Der

Drachenblutstein besteht aus einer Mischung von grünen Epidot, einem Calcium-
Aluminium-Eisen- Silikathydroxid und durch Hämatit und Eisen teilweise

rotgefärbtem Quarz. Die Einordnung als Jaspis ist umstritten.
Epidot ist nach dem griechischen Wort epidosis benannt, was für Zunahme oder
Wachstum steht.Er entsteht durch sedimentäre Prozesse, bei denen
mineralreiche Lösungen in Gesteinsformationen eindringen und kristallisieren.
Die Farben des Drachensteins reichen von tiefem Rot über leuchtendes Grün bis
hin zu Brauntönen. Verantwortlich für diese Farbvariationen sind unterschiedliche
Mineralien im Gestein Der Drachenstein gehört zur Gruppe der Quarze.Auf der
Mohs-Skala hat Drachenstein eine Härte von 6 bis 7.
Vorkommen dieses mystischen Steines gibt es in Südafrika, Australien, USA und
auf Madagaskar.