
Jeder, der in unseren Breiten einen Garten sein Eigen nennt, findet beim Umgraben oder Hacken des Bodens von Zeit zu Zeit Feuersteine. Schon die Urzeitmenschen haben ihre Aufenthaltsorte vom Vorhandensein von Feuersteinen für die Feuererzeugung aber auch als Werkzeuge und Waffen abhängig gemacht. Die großen und kleinen Sloopsteine in unserer Region geben von ihrer Anwesenheit ein beredtes Zeugnis.
Nach dem roten Helgoländer Feuerstein wenden wir uns heute dem Polnischen Feuerstein, der auch als gestreifter Feuerstein bekannt ist und auf eine lange Tradition zurückblickt, zu. Die Prähistorische Mine von Krzemionski im Heiligkreuzgebirge in Polen ist das größte bekannte Feuersteinbergwerk Europas und wurde von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit genutzt. Seit 2019 ist es Weltkulturerbestätte. Die abgebauten Steine wurden zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen oder zur Feuererzeugung verwendet und hatten eine Verbreitung von 300 bis 500 km.
Der Polnische Feurstein besteht aus Chalzedon, einer sehr dichten Quarzvarietät, und sein Hauptbestandteil ist Siliziumdioxid. Er entstand durch die Ablagerung von Kieselgel aus den Skeletten urzeitlicher Organismen im Jurakalkstein Polens (vor 160 Millionen Jahren). Auf der Mohs Skala hat er eine Härte von 6,5 bis 7.
Seine Farbpalette reicht von Grau und Beigetönen bis zu Anthrazit. Er besticht durch seine interessante Maserung. Verwendung findet er heute als Schmuckstein für Ringe, Ohrringe oder Anhänger und als Dekorationsstein
Er gilt als Stein der Entschlossenheit und Stärke. Oft wird ihm auch eine schützende Wirkung nachgesagt. Schon in alten Kulturen wurde er als Talisman getragen, was Funde in Gräbern eindrucksvoll belegen.


