Stein des Monats August Gold 2026

Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Edelmetall des Monats August: Gold

Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles, wußte schon Johann Wolfgang von Goethe, der diese Erkenntnis in Faust I durch Margarethe der Leserschaft kund tat.

Ob als Medaille bei den Olympischen Spielen, in Form von Barren als Kapitalanlage oder als Goldschmuck, Gold ist auch heute noch, und nicht nur als Zahngold, in aller Munde.Der Name Gold leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort Golt ab. Als Ursprung vermutet man die indogermanische Wurzel gelb.

Gold ist ein seltenes in der Erdkruste gediegen vorkommendes Edelmetall. Es ist außerordentlich widerstandsfähig, korrodiert nicht, ist relativ schwer und sehr gut verformbar.

Bereits seit der Antike ist Gold als Symbol für Reichtum und Macht den Menschen bekannt.Viele Kriege und Raubzüge sind auf die Gier nach Gold zurückzuführen Vor allem in Form von Goldmünzen spielte Gold eine große Rolle.

Gold war eines der ersten Metalle, das von Menschen verarbeitet wurde. Die auffallend glänzend gelbe Farbe sorgte für Funde in der Natur. Die Goldbearbeitung ist seit der frühen Kupferzeit nachgewiesen.

Leichte Legierbarkeit und moderate Schmelztemperatur machten Gold zum begehrtesten Material der Erde. Seine Schönheit, seine Stabilität und seine Seltenheit machten Gold so wertvoll.

Die ältesten bislang bekannten Gegenstände aus Gold stammen aus der Kupferzeit. Im Gräberfeld von Warna (Bulgarien) wurden insgesamt etwa 3000 goldene Objekte als Grabbeigaben gefunden.In Mittel- und Nordeuropa traten goldene Gegenstände erst im dritten Jahrtausend v. Chr. vor allem in der Glockenbecherkultur als Grabbeigaben auf, Berühmtes Beispiel aus der Bronzezeit sind die Goldauflagen der Himmelsscheibe von Nebra, Die alten Ägypter beuteten Vorkommen in Oberägypten und Nubien aus. Die Römer nutzten Fundstätten in Kleinasien, Spanien, Rumänien und Germanien.Im europäischen Mittelalter wurde Gold durch Goldwäscherei (aus dem Rhein, aus dem Schwarzwald- und aus Alpenflüssen) oder im Bergbau gewonnen.Die Goldgewinnung in Europa war aber insgesamt unergiebig.Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Alchemisten versuchten sich in der Goldherstellung u.a. durch Vermischung von „sauberem“ Schwefel und Quecksilber. In Prag gibt es noch heute das Goldene Gässchen, das seinen Namen den dort angesiedelten Alchemisten verdankt. Die Israeliten erschufen ein Goldenes Kalb als Götzenbild, während Mose die zehn Gebote empfing. Im neuen Testament dient Gold neben Weihrauch und Myrrhe als Geschenk der Weisen aus dem Morgenland für den neugeborenen Jesus. In der Heilkunde wurde Gold unter anderem als Arzneimittel gegen die Epilepsie eingesetzt.

Das meiste Gold wird in Flußsanden in Form von Körnern oder Plättchen gefunden- Nuggets sind sehr selten.Kleinste Goldfunde reichten in Amerika schon aus, um einen Goldrausch auszulösen. Beispiele hierfür sind der kalifornische Goldrausch im Jahre 1849 und der Goldrausch 1897 am Klondike River in Alaska. Als Fundorte für Mega-Funde gelten die USA, Kanada, Brasilien und allen voran Australien. Dort wurde 2018 ein bislang unbenanntes Gold- Nugget mit 95 Kilogramm gefunden.

Aber auch das australische „Welcome Stranger“-Nugget (72 Kilogramm) oder das berühmte brasilianische „Pepita Canaã“ (60,6 Kilogramm) zeigen, welche Dimensionen bei Goldfunden möglich sind.

In Deutschland zieht das sagenumwobene „Rheingold“ seit Jahren Interessierte an. Experten gehen davon aus, daß im Rheinsand zwischen Basel und Mannheim circa 500 Tonnen Gold schlummern, Es handelt sich dabei allerdings fast ausschließlich um winzige Millimeter kleine „Flitter“, die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar sind.

Wer sein Glück versuchen will: Goldwäscherkurse werden u.a. im Schwarzwald in Bad Herrenalb in der Alb und im Thüringer Wald in Bad Blankenburg sowie vom Deutschen Goldmuseum Theuern angeboten.

Rund die Hälfte des am Markt gehandelten Goldes wird zu Schmuck verarbeitet, etwa ein Drittel wird von institutionellen und privaten Investoren erworben, 9 % werden in der Industrie einschließlich Zahntechnik verwendet. Die Aufkäufe durch Zentralbanken haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

Der Einsatzbereich von Gold hat sich der Zeit angepaßt. So wird Gold u.a. für Astronautenvisiere verwandt, die eine Goldauflage erhalten, um gegen grelle Sonnenstrahlung und Hitze geschützt zu sein. Satelliten werden mit Goldfolie umhüllt zwecks Abschirmung kosmischer Strahlung.

Auch bei der Zubereitung von Speisen wird Gold verwendet. In Form von Blattgold und Blattgoldflocken dient es zum Vergolden von Speisen, Beispiele sind Überzüge von Süßwaren und zur Verzierung von Pralinen. Vergoldete Steaks werden in Dubai angeboten. In Getränken wird es für Danziger Goldwasser verwendet. Metallisches Gold gilt als ungiftig, reichert sich im Körper nicht an und wird mit dem Rest der verdauten Nahrung wieder ausgeschieden. Gold ist damit in der Nahrung nur ein Hingucker und mehr nicht.