Stein des Monats Juni Kupfer 2026

Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats Juni: Kupfer

Der Name Kupfer, lateinisch cuprum, leitet sich vom lateinischen aes cyprium „Erz von der griechischen Insel Zypern“ ab, da die Römer im Altertum ihr Kupfer vor allem von der Insel
Zypern bezogen, Kupfer ist ein Metall, das in der Natur in Reinform vorkommt. Seine rote, metallisch glänzende Farbe sorgte für die sehr frühe Entdeckung. Es ist biegsam, leicht zu bearbeiten und wurde bereits von den ältesten bekannten Kulturen vor etwa 10.000 Jahren verwandt. Die Zeit vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. wird je nach Region auch als
Kupferzeit bezeichnet. Kupfer bildet sich meist in basaltischen Laven entweder in Form von „kupferroten“, metallisch glänzenden Nuggets, die aus der Schmelze erstarrt sind oder in
verzweigten Strukturen, so genannten Dendriten. In Jordanien bestand schon um 4.000 v. Chr. eine Massenproduktionsstätte von Kupfer. Ab dem frühen dritten Jahrtausend legierte man Kupfer mit
Zinn und Bleianteilen zu Bronze. Diese härtere und technisch widerstandsfähigere Legierung wurde zum Namensgeber der Bronzezeit. Aus Bronze schmiedete man Helme, Schwerter und
Sperrspitzen. Auch die Himmelsscheibe von Nebra, eine 3600 Jahre alte Himmelsdarstellung, besteht aus Bronze. Das Römische Reich ( 509 v. Chr. bis 1453 n. Chr. ) galt als größter
vorindustrieller Kupferhersteller und Verarbeiter.
Im 17. und 18. Jahrhundert war die Herstellung von Kupferstichen weit verbreitet, um Gemälde und Illustrationen zu drucken und zu vervielfältigen, Dafür wurde das Motiv in eine Metallplatte
geritzt und Farbe aufgetragen und dann die Platte auf Papier gepresst. Das Ergebnis war die Kopie eines Originals. Aus diesem Handwerk stammt das Verb heute noch benutzte Verb „abkupfern“, das umgangssprachlich für unerlaubtes Kopieren, Imitieren oder Nachahmen steht. Der weltweit größte Kupferbrocken stammt aus Michigan in den USA, wurde 1857 gefunden und wog 420t. Sein Gewicht entspricht dem Gewicht von 42 LKW´s.

Die Freiheitsstatue von New York wurde von französischen Kunsthandwerkern hergestellt und besteht aus 91 Tonnen Kupfer. Sie ist damit die größte Kupferstatue der Welt. Die natürliche, grüne Patina schützt sie vor der Korrosion. Das erste verhüttete Kupfermineral war Malachit. Das Erz Cuprit enthält zwar mehr Kupfer, läßt sich aber schlechter verarbeiten. Heute ist Chalkopyrit das wichtigste Kupfererz. Der Kupfergehalt ist zwar deutlich niedriger aber die Abbaustätten sind so riesig, dass sich der Abbau trotzdem lohnt. Kupfer leitet Strom und Wärme sehr gut. Diese Eigenschaften machen das Metall unverzichtbar für die Industrie. Vor allem in der Elektronik kann nicht darauf verzichtet werden und es ist praktisch in jedem elektrischen Gerät zu finden. Darüber hinaus findet es auch als Münzmetall Verwendung. Auch in der Chemie sind Kupferverbindungen von großer Bedeutung. Sehr bekannt ist Kupfersulfat als chemischer Katalysator, der in Schwimmbädern als Algenschutzmittel genutzt wird. Weitere Verwendung findet Kupfersulfat als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall. Im Bauwesen werden Kupferrohre und Kabel aber auch Kupferblech zur Dachbedeckung und für Dachrinnen bei Gebäuden genutzt.

Kupfer hat die Eigenschaft im Laufe von mehreren Jahrzehnten zu korrodieren. Dabei entsteht eine dünne Patina die mit fortschreitendem Alter einen grünen Farbton annimmt. Chemisch betrachtet reagiert es mit dem Sauerstoff in der Luft und den Mineralien und dem Wasser von Niederschlägen. und verleiht so den Dächern sein typisches Erscheinungsbild.

Die NASA sendete 1977 zwei vergoldete Kupferschallplatten mit Bildern und Klängen von der Erde ins All. Die Platten enthalten 115 Bilder, Grüße in 55 Sprachen und eine Vielzahl von Naturgeräuschen wie Regen, Donner, Brandung, Vögel und Wale. Sie sollen Außerirdischen oder zukünftigen Raumfahrenden die Geschichte unserer Welt vermitteln. Die Kupferscheiben wurden
so konzipiert, dass ihre Daten eine Milliarde Jahre lang intakt bleiben – wahrscheinlich länger als die Menschheit selbst existieren wird. Auch für unseren täglichen Begleiter, das Smartphone, ist Kupfer unentbehrlich. Zu 10- 15 % besteht es aus Kupfer. Verbaut ist Kupfer in der Leiterplatine sowie diversen Drähten und Verbindungen. Kupfer sorgt also dafür, dass das Handy richtig funktioniert.

Wer eine Vorliebe für Kriminalfälle hat, wird bei der täglichen Zeitungslektüre feststellen, das angesichts hoher und vermutlich noch steigender Kupferpreise die Kupferdiebstähle massiv zugenommen haben.