Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats September: Howlith

Hart aber herzlich, könnte man meinen, wenn man diese beiden Vertreter betrachtet. Original und Fälschung würde es besser treffen.
Wir haben es hier mit einem Stein namens Howlith zu tun. Der Howlith ist ein eher seltener Naturstein, dessen Herkunft und Hauptabbaugebiete in der Mohave- Wüste Nordamerikas und in Kanada liegen. Erstmals gefunden wurde Howlith in Brookville bei Windsor in Kanada im Jahre 1868 durch Bergarbeiter beim Abbau von Gips. Der kanadischen Chemiker, Geologen und Mineralogen Henry How (1828–1879),der am dortigen College lehrte und dem man das neue Gestein, das den Abbau erschwerte, vorlegte, benannte es Silico-Boro-Calcit. James Dwight Dana, ein amerikanischer Geologe und Mineraloge, der alle bis dahin bekannten Mineralien in einem Buch beschrieb, nannte das neue Mineral zu Ehren Henry Hows kurze Zeit später dann Howlith.
Howlith besteht chemisch aus Silizium, Bor und Kalzium. Das Mineral bildet sich in salzhaltigen Meeresbecken oder abflusslosen Ablagerungen von Binnenseen, in denen durch starke Verdunstung mineralreiches Wasser zurückbleibt. Durch vulkanische Aktivitäten gelangt borathaltiges Wasser oder Vulkanasche in diese Becken. Die Elemente Calcium, Bor, Silizium und Sauerstoff reagieren im Wasser miteinander. Durch den Druck nachfolgender Sedimentschichten sowie Temperaturwechsel kristallisieren die Boratschichten im Laufe der Zeit aus. Howlith entwickelt meist knollige, nierige und massige Aggregate, die entweder farblos oder weiß bis beigefarben sind und bricht muschelig ähnlich wie Glas.
Weltweit konnte Howlith bisher an über 30 Fundorten nachgewiesen werden. Neben Nordamerika und Kanada findet man ihn in Brasilien und Südafrika. Weitere Fundorte gibt es in Kohnstein und Rehden in Deutschland, in der Türkei und auch in der Slowakei ist Howlith zu finden.
Der Stein ist meist schneeweiß mit grauen, schwarzen oder dunkelbraunen Adern durchzogen. Das Weiß des Howlith erinnert an Marmor. Die Äderung an die begehrte Matrix von Türkis. Es handelt sich um ein weiches Borat- Mineral, das oft als Schmuckstein oder blau eingefärbt als Türkis- Imitation Verwendung findet, da Howlith dem Türkis erstaunlich ähnlich ist. Hierfür wird der poröse Howlith in blaue Farbe gelegt, die ihn anschließend wie einen echten Türkis aussehen läßt. Howlith wird ausschließlich zu Schmucksteinen und geschnitzten Dekorationsgegenständen verarbeitet. Der Stein steht für eine ruhige Optik und moderne Eleganz. Seine natürliche Zeichnung macht den Stein vor allem attraktiv für puristische und minimalistische Schmuckdesigns.
Mit einer Mohshärte von 3,5 ist der Stein sehr weich. Seine Bearbeitung setzt eine große Fingerfertigkeit voraus. Danach wird eine spezielle Schutzschicht aus Harz oder Kunststoff auf den Howlith aufgetragen, die ihn vor Beschädigungen schützt.
Eine Unterscheidung, ob ein echter Türkis oder ein gefärbter Howlith vorliegt, gelingt anhand der unterschiedlichen Härtegrade und Farbtöne, da das Howlith blau heller ist. Edelsteinhändler verkaufen gefärbten blauen Howlith oft als „Turquenit“.Neben Türkis werden auf diese Weise durch die Beigabe von dunkelblauer Farbe auch Lapislazuli und durch rote Farbe auch Koralle imitiert. Durch das Aufbringen einer Harzschicht nach dem Färben werden die Farben versiegelt und überdeckt und so die Haltbarkeit erhöht. Achtung, Schmuckkauf ist Vertrauenssache !
In der Esoterik gilt Howlith als Stein des Wohlbefindens, der Entspannung, Ruhe und Geduld vermittelt. Angeblich soll er die Urteilsfähigkeit und das Gedächtnis stärken,Wutausbrüche und Streß mindern, negative Energien neutralisieren und Blockaden lösen. Als erdender Stein sagt man ihm nach Kopfschmerzen und Migräne zu lindern und das Gleichgewicht zu verbessern. Außerdem soll er gegen Schlaflosigkeit wirken und helfen den Kalziumspiegel auszugleichen. Für die vorgenannten psychischen und körperlichen Wirkungen gibt es allerdings bislang keine wissenschaftlichen Belege.

