Stein des Monats August 2025 Der Schwarzort- Schatz

Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:

Stein des Monats : Der Schwarzort- Schatz- Bernsteinfunde aus der Jungsteinzeit

Bernstein übte auf Menschen zu allen Zeiten eine besondere Faszination aus. Die Vielfalt der Bezeichnungen für Bernstein, wie Tränen der Götter, Gold des Meeres oder Stein des Nordens beweisen eindrucksvoll, wie sehr dieser Stein die Fantasie der Menschen bewegt hat und bis heute bewegt.

Im Vorfeld unserer am 02.09.2025 startenden Ausstellung „ Zurück in die Steinzeit – als die Menschen sesshaft wurden“ haben wir einen Blick über die Landesgrenzen getan und sind im Bernsteinmuseum in Vilnius, der Hauptstadt Litauens, auf den Schwarzort- Schatz aus der Jungsteinzeit (3000 v. Chr.) aufmerksam geworden. Der Schwarzort- Schatz ist der größte archäologische Bernsteinfund der Welt mit der Besonderheit, dass er aus Figuren aus verschiedenen Epochen von der Jungsteinzeit bis hin zur Bronzezeit besteht, was bis heute Rätsel aufgibt. Eine Theorie besagt, dass diese Erzeugnisse aus den Steinzeit-Ortschaften im Samland bis nach Schwarzort gespült wurden. Eine andere Theorie hält dies für unmöglich und versucht zu beweisen, dass es bei Schwarzort über eine längere Periode einen Opferungsort gab.

Unabhängig davon, welcher Auffassung man sich auch anschließt, handelt es sich bei den Funden um die ersten Skulpturen der Jungsteinzeitmenschen aus Bernstein. Im Bernsteinmuseum in Vilnius ist eine Rekonstruktion des Schatzes zu sehen.

In Schwarzort im Kurischen Haff wurde bei der Vertiefung einer Fahrwasserrinne vor einer vorgelagerten Sandbank Bernstein gefunden. Nachdem Untersuchungen von einem größeren Vorkommen ausgingen, erfolgt der Bernsteinabbau ab 1857 mit dampfgetriebenen Baggern durch die Firma Stantien & Becker. Einzelne Bernsteinfunde wurden, da figürlich, als merkwürdig angesehen und an Besucher oder ausscheidende Mitarbeiter verschenkt. Eine Figurengruppe wurde in die USA verkauft, wo man nie wieder etwas von ihr hörte. Die Mehrzahl älterer Funde gilt als verloren.

Der Schwarzort- Schatz, von dem hier die Rede ist, wurde zwischen 1861- 1881 auf der vorgelagerten Sandbank gefunden. Er bestand neben Rohbernsteinstücken aus 434 Bernsteinamuletten, Ringen, Knöpfen und Perlen und blieb dank des Geologen Richard Klebs, der für das Abbauunternehmen beratend tätig war und die Besonderheit und den Wert erkannte, als Sammlung erhalten. In seinem Buch „ Bernsteinschmuck der Steinzeit“ hat er die Sammlung für eine Ausstellung in Berlin katalogisiert, so dass die einzelnen Funde bis heute rekonstruierbar sind. Später vervollständigte er die Sammlung mit einer umfangreichen Inklusensammlung ( Bernstein mit Insekten – oder Pflanzeneinschlüssen ) und betreute sie im Museum in Königsberg als Kurator. Nach seinem Tod kaufte der Staat Preußen 15.000 Stücke aus der Sammlung und gab sie an die Albertus -Universität in Königsberg. Der Leiter der Königsberger Bernsteinsammlung Prof. Dr. Ernst Andree´ ließ während des zweiten Weltkrieges große Teile der Sammlung zusammen mit anderen Kunstschätzen der Universität im Königsberger Schloss in Sicherheit bringen, wo bereits das legendäre Bernsteinzimmer lagerte.

In den Wirren des Krieges war die Sammlung zunächst verschwunden und galt als zerstört.

Zwei Kisten mit Teilen der Bernsteinsammlung waren mit anderen Kunstschätzen der Albertus- Universität Königsberg an die Göttinger Universität und zum Schutz vor Luftangriffen nach Volpriehausen ins ehemalige Kalibergwerk Wittekind, das als unterirdische Heeres-Munitionsanstalt diente, gelangt. Dort wurden die Kisten mit dem Schwarzort- Schatz in 600m Tiefe unter den Munitionslager- und fertigungsbereichen eingelagert. Die Königsberger Sammlung bestand zu ihrer Blütezeit aus circa. 120.000 Objekten Ob sie vollständig den hier beschriebenen Weg genommen hat bzw. wie viele Kisten wirklich nach Göttingen gelangten, ist nicht mehr nachvollziehbar. Vermutlich verblieb ein Teil der Sammlung in Königsberg und wurde bei Kämpfen im April 1945 zerstört. Ob weitere Kisten der Königsberger Bernsteinsammlung, die nach Göttingen gelangten, eventuell auch Teile des Bernsteinzimmers enthielten, ist unklar.

18 Skulpturen befanden sich beim damaligen Direktor der Universitäts- Bernsteinsammlung Prof. Dr. Karl Andree`, der sie im Januar 1945 auf der Flucht persönlich nach Göttingen brachte, wo er nach Kriegsende als Professor tätig war. Prof. Dr. Karl Andree´ war in der hiesigen Region übrigens kein Unbekannter. Er unternahm wissenschaftliche Exkursionen im Teutoburger Wald in der Nähe von Bad Iburg und im Münsterschen Becken und schrieb seine Dissertation über den Teutoburger Wald bei Iburg.

Das ehemalige Bergwerk nebst Heeres-Munitionsanstalt und Kulturschätzen wurde im April 1945 kampflos den Amerikanern übergeben, die es im Juli 1945 an die Briten übergaben. Danach begann man die Munition zu heben und geordnet zu sprengen. In der Nacht vom 28.9. zum 29.09.1945 kam es zu einer Explosion im Schacht, deren Ursache bis heute ungeklärt ist. 7 Menschen verloren dabei ihr Leben. Ob es Plünderer waren, die auf diese Weise versuchten in das Bergwerk mit den Schätzen zu gelangen, Fremdarbeiter, die sich rächen wollten oder Briten, die wegen der hohen Munitionsvorräte die Vernichtung der Schachtanlage veranlasst hatten, ist bis heute ungeklärt. Die in 500 m Tiefe im Bergwerk lagernden ca. 20.000t Munition explodierten und das folgende Feuer verstörte große Teile der eingelagerten Sammlungen. Erst im Frühjahr 1946 war das Bergwerk wieder befahrbar.

Die Munitionsvorräte waren komplett zerstört. Ab August 1946 versuchten Freiwillige zu retten, was noch zu retten war. Soldaten, Studenten und jeder der mithelfen konnte, wurden mobilisiert. Freiwillige bemühten sich die Überbleibsel der eingelagerten Sammlungen zu retten, dabei fanden sie auch Bernsteine.

Die zwei Kisten mit den Bernsteinen aus Königsberg sollen bereits im Vorfeld an den britischen Oberkommandierenden übergeben worden sein und 1958 nach Umwegen über das Kunstgutlager der Alliierten in Celle auf Intervention von Prof. Dr. Ernst Andree` nach Göttingen zurückgefunden haben. Hilfskräfte, die bei der Rettung der eingelagerten Schätze tätig waren, gaben weitere Bernsteine, die sie gerettet hatten, zum Teil erst Jahre später zurück. Ein besonders markantes Stück kehrte so nach 50 Jahren in den Bestand zurück. 80 Teile des Schatzes wurden online eingestellt an der Harvard University entdeckt. 400 Teile wurden dank aufmerksamer Mitarbeiter der Harvard University schließlich zurückgegeben. Insgesamt wurden von der Königsberger Sammlung, zu der der Schwarzort-Schatz gehört, 18.000 Teile gerettet.

Die Bergungsarbeiten im ehemaligen Kalibergwerk mussten aufgrund eindringenden Grundwassers im Oktober 1946 beendet werden. 1955 wurden alle Gänge geflutet und alle Schächte stehen bis heute unter Wasser und sind versiegelt. An weitere Bergungen ist nicht mehr zu denken. Ob sich auch, wie teilweise vermutet, das Bernsteinzimmer oder Teile desselben in dem ehemaligen Kalibergwerk befand, wird für immer ungeklärt bleiben.

Heute gehört die Königsberger Sammlung der Stiftung preußischer Kulturbesitz und befindet sich als Leihgabe in der Bernsteinsammlung des Museums für Geologie und Paläontologie der Universität Göttingen. Zwei Skulpturen und einige weitere Stücke befinden sich als Leihgabe in Erinnerung an die damalige Unterbringung im Kalibergbaumuseum in Uslar.

 

Stein des Monats Juni 2025: Spinell

Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:

Stein des Monats Juni: Spinell

Wie der Spinell, ein Edelstein, der übrigens zu den am meisten unterschätzten Schmucksteinen zählt, zu seinem Namen kam, ist unklar. Zwei Erklärungen beanspruchen dafür die Urheberschaft. Entweder stammt der Name Spinell vom lateinischen Wort „spinula“ ( kleiner Dorn) – wegen der achteckigen, dornenartigen Form seiner Kristalle – oder vom griechischen Wort „spinos“ , was mit funkeln oder Funke übersetzt wird und eine Anspielung auf seine strahlenden Rottöne ist.

Der Spinell ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und ist chemisch gesehen ein Magnesium-Aluminum- Oxid.

Er ist ein natürliches Mineral, das in einer Vielzahl von Farben vorkommt, darunter rot, blau, rosa, grün und farblos. Die bunten, leuchtenden Farben entstehen durch den Austausch von Aluminium durch andere Elemente im Kristallgitter.

Er hat eine kubische Kristallstruktur und eine Mohshärte von 8 sowie eine geringe Spaltbarkeit. Daher eignet sich der Spinell ausgezeichnet als Schmuckstein.

Die häufigsten Schliff- Formen von Spinell sind der Kissen- und der Ovalschliff.

Früher wurde er aufgrund seiner Härte als Diamantersatz verwendet.

Schon Marco Polo (1254–1324 n. Chr.). schrieb in seinem Tagebuch über die berühmten Spinell- und Rubinminen von Badachschan, einer Provinz im Norden Afghanistans. Sie waren bis zum 19. Jahrhundert für die Edelsteinwelt von großer Bedeutung.

Im 11. Jahrhundert nutzten Seefahrer mit dem sogenannten Magnetstein, einen speziellen Spinell, um ihre Kompasse zu magnetisieren und ihre Schiffe über die Meere zu navigieren. Ein Spinell stand also Pate beim Beginn der Kartografie, als Seeleute damit begannen, ihre Reisen aufzuzeichnen und die ersten Weltkarten anzufertigen.

Schon 1507 wurde der Spinell als eigenständiger Edelstein anerkannt und 1783 gelang es Wissenschaftlern, ihn vom Rubin zu unterscheiden. Gleichwohl wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein alle roten Steine als Spinell bezeichnet, wozu auch Granat, Rubin und sogar Saphir gehören konnten.

Auch die britischen Kronjuwelen waren vor Verwechselungen nicht gefeit.

So sind der 352-karätige „Timur- Rubin“ , der nach seinem Vorbesitzer dem tatarischen Eroberer Tamerlane benannt wurde, und der 170-karätige „Rubin des Schwarzen Prinzen“ , die sich im Tower von London befinden, in Wirklichkeit Spinelle.

Der Rubin des schwarzen Prinzen befand sich auf einem Helm, der mit Edelsteinen besetzt war und den der englische König Henry V. 1415 in der Schlacht von Azincourt gegen das französische Heer unter König Karl VI. trug. Während dieser Schlacht wäre König Henry beinahe vom französischen Befehlshaber mit einem Schlag auf den Kopf getötet worden. Die Wucht des Schlages wurde aber vom „Rubin des Schwarzen Prinzen“, abgewehrt und so das Leben des Königs gerettet. König Henry konnte seine Truppen in dieser Schlacht sogar noch zu einem Sieg führen. Der„Rubin des Schwarzen Prinzen“, trägt seit diesem Tage den Beinamen „Edelstein des Sieges“.

Auch in der russischen Zarenkrone, die Katharina II, die Große anfertigen ließ, befindet sich ein aus China stammender Spinell mit einem Gewicht von 400 Karat.

Mit einem großen Spinell mit fast 500 Karat , dem sog. Samaria Spinell, sind die iranischen Krönungsinsignien geschmückt. Erzählungen nach trug bereits das goldene Kalb der Israeliten diesen Spinell um den Hals, weshalb er ein Loch aufweist, das später mit einem Diamanten verschlossen wurde.

Ansonsten wird der Spinell aber auch mit Alchimisten und Zauberern in Verbindung gebracht. Einigen Meistern der „Dunklen Künste“ wird nachgesagt, dass sie den Spinell nutzten, um Dämonen zu beschwören oder sich mit ihm in Form von Amuletten gegen Feuer zu schützen. Eine andere Sage erzählt allerdings auch davon, dass der Edelstein jemanden als Praktizierenden der „Schwarzen Magie“ enttarnen konnte.

Die zwei bislang größten Spinelle befinden sich im British Museum in London und wiegen jeweils 520 Karat.

Der Spinell bildet sich im magmatischen Gestein. Er kristallisiert im kubischen System und kann perfekte Oktaeder ausbilden. Auch Würfel und Zwillingsbildung sind relativ häufig. Abgebaut wird er heute in den USA, Myanmar, Madagaskar, Sri Lanka, Tadschikistan, Tansania, Vietnam und Sibirien.

Künstliche Spinelle werden industriell für gasdichte und feuerfeste technische Keramiken verwendet. Man findet sie aber auch als Schmucksteine.Die Identifizierung ist einfach.Der natürliche Edelstein enthält Eisen und wird daher von einem Magneten angezogen. Nur helle oder orangefarbene Stücke mit Spuren von Chrom stoßen den Magneten ab.

Esotheriker sagen dem Spinell nach, er sei ein beruhigender Stein und eigene sich hervorragend zum Streßabbau. Er vermittle eine positive Grundstimmung und sorge dafür, dass.Ziele nicht aus den Augen verloren werden, sondern man mit Zuversicht beharrlich auf sie zu geht. Depressionen und Ängste sollen gelöst werden.

Körperlich soll der Spinell bei Entzündungen helfen, krampflösend sein und sich positiv auf die Verdauung auswirken. Ferner soll er auch die Muskeln stärken. Nachgesagt wird ihm auch, dass er einerseits aktiviere und belebe und zugleich die Nervenfunktionen beruhige.

In der Literatur findet sich Spinell bei Thomas Mann in der Erzählung Tristan als Name des Gegenspielers der Hauptfigur.

Stein des Monats Mai 2025: Rhodonit.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:

Stein des Monats Mai 2025: Rhodonit.

Rosen begleiten Menschen seit ca. 4000 Jahren, was das Fresko mit dem blauen Vogel im Palast von Knossos auf Kreta eindrucksvoll belegt. Die Lateiner kennen „sub rosa“, eine Redewendung, die „im Vertrauen“ oder „unter dem Siegel der Verschwiegenheit“ bedeutet und Umberto Ecco nannte seinen Roman, der eine Detektivgeschichte und eine anspruchsvolle Schilderung der mittelalterlichen Welt enthält „ Der Name der Rose „.

Unser Stein „ Rhodonit“, den bereits die alten Griechen als „Stein der Rose“ kannten, erhielt seinen Namen erst 1819 durch den Berg- und Hüttenwerksdirektor Christoph Friedrich Jasche aufgrund seiner Farbe, die an die Farbe von Rosen erinnert, nach dem griechischen Wort „rhodon“ für Rose

Der Rhodonit zeichnet sich durch seine auffällige Farbpalette aus. Die rosa oder rote Grundfarbe wird oft durch die schwarzen Einschlüsse oder Adern kontrastiert, was dem Stein ein markantes und attraktives Erscheinungsbild verleiht.

In der Antike galt der Rhodonit als Schutzstein für Reisende. Angeblich sollte er den Herzschlag seines Trägers beschleunigen und so den Reisenden vor Gefahren warnen.

Rhodonit, der u.a. auch als Rosenstein, Mangankiesel, Inkarose und Pajsbergit bekannt ist, gehört zur Mineralklasse der „ Silikate und Germanate“ und hat eine Mohshärte von 5- 6,5. Chemisch gesehen, handelt es sich um ein Mangan- Silikat.

Rhodonit bildet sich hauptsächlich durch Metamorphose in manganreichen Gesteinen. Die Bildung kann aber auch in Erzgängen durch hydrothermale Vorgänge erfolgen.

Er entwickelt meist körnige bis massige Minerale von rosa bis roter, bräunlichroter oder graugelber Farbe, die oft von schwarzen Manganoxid-Adern, durchzogen sind.

Rhodonit ist bisher an 1000 Fundorten dokumentiert. Die Hauptvorkommen sind in Russland, Schweden, Peru, Kanada, den USA, Australien und Madagaskar zu finden. Russland gilt als eine der bekanntesten und reichsten Quellen für diesen Stein.

Im 19. Jahrhundert war Rhodonit daher dort auch einer der beliebtesten Edelsteine. Im Fersmann-Museum in Moskau befindet man eine 200 kg schwere Vase aus reinem Rhodonit und in der Moskauer U-Bahn-Station Majakowskaja wurden ganze Wandflächen mit Rhodonit-Platten ausgekleidet.

Bei uns wird Rhodonit ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet und kommt geschliffen in Form von Tafelsteinen, Cabochons und Perlen für Halsketten oder anderen kunstgewerblichen Gegenständen in den Handel.

Auch in den USA erfreut sich der Stein großer Beliebtheit. 1979 wurde er zum Staatsjuwel von Massachusetts ernannt.

Der Rhodonit gilt als ein guter Schutzstein gegen Ängste. Er soll sich bei Prüfungsangst bewährt haben und seinen Träger auch vor geistigen Blackouts schützen. Ferner sagt man ihm nach, dass er das Herz, die Atemwege und das Immunsystem stärke und gegen Allergien schütze.

Auch in online-Spielen ist der Rhodonit vertreten. Man findet ihn in den Zelda-Spielen Breath of the wild und Tears of the kingdom.

Stein des Monats April  2025: Apatit

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:

Stein des Monats April  2025: Apatit.

Der Name Apatit ist an die griechischen Mythologie angelehnt. Apate, die Göttin der Täuschung des Betrugs und der Gaunerei stand dafür Pate. Der Überlieferung nach war Apate eines der Übel, die beim Öffnen der Büchse der Pandora in die Welt entwichen und über die Menschheit herfielen. Im Griechischen bedeutet „apato“ – ich täusche.

Der Apatit erhielt deinen Namen, da man früher irrtümlich annahm, dass jedes Mineral seine charakteristische Farbe hat.Tatsächlich ist der Apatit aufgrund seiner großen Farben- und Varietätenvielfalt ein leicht zu verwechselnder Edelstein.So wird er nicht selten für einen Turmalin, Peridot oder einen Beryll gehalten. Einzig die mangelnde Härte hilft bei der Unterscheidung. Er ritzt zwar Glas, ein Taschenmesser hinterläßt aber bei ihm Spuren. Als Ende des 18. Jahrhunderts seine chemische Zusammensetzung bestimmt und das Mineral als selbständig anerkannt wurde, erhielt es vom Abraham Gottlob Werner, der Professor an der Bergakademie in Freiberg war, den Namen Apatit. Da sich die Bestimmung des Minerals für die damaligen Mineralogen scheinbar ziemlich irreführend gestaltete, wurden die unterschiedlichen Erscheinungsformen des „trügerischen“ Steins und seine „täuschende“ Ähnlichkeit mit anderen Mineralien dementsprechend namentlich belohnt.

Der Apatit besitzt eine Vielzahl von Synonymen. So wird er unter anderem auch als Augustit, Davisonit, Spargelstein und Staffelit bezeichnet. Der Apatit braucht sich aber hinter anderen Edelsteinen nicht zu verstecken, da er eine ganz eigene Schönheit besitzt.

Das Erscheinungsbild des Apatit reicht von hexagonalen kurzen oder langen Kristallen bis zu derben körnigen Massen oder mikroskopisch kleinen Einsprengseln. Er kristallisiert meist undurchsichtig und nur selten klar.

Apatit besteht aus vielen verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen. In ihm enthalten sind unter anderem, Calcium, Fluor, Phosphat, Magnesium und Eisen. Seine Entstehungsweise ist äußerst vielfältig. Er kann magmatisch, hydrothermal und auch sedimentär entstehen.

Kleine Apatitkristalle findet man ihn häufig in Erruptivgesteinen. Große Kristalle findet man in hydrothermalen Gängen. Apatit findet sich außerdem häufig in Marmor. In Sedimenten ist der Apatit Hauptbestandteil fossiler Knochen und anderer organischer Reste.

Der Apatit gehört zu den sog. fremdgefärbten Mineralien. Als reine Substanz ist der Apatit nahezu farblos. Je nachdem welche Elemente im Apatit vorhanden sind, variiert seine Farbe von Grün über Gelbgrün, Grün bis zu Blau.Verantwortlich für die Färbung des Apatits sind Spurenelemente und Mineralien in seiner chemischen Zusammensetzung, Zum Beispiel entsteht das typische Blau durch das Vorhandensein von Eisen und Mangan. Grüner Apatit enthält oft Chrom und Nickel, während gelber Apatit durch das Vorhandensein von Eisen und Titan entsteht.

Im Gegensatz zu einigen anderen Edelsteinen kann die Farbe des Apatit nicht einfach verändert werden. Sie ist ein natürlicher Bestandteil des Steins und bleibt konstant.

Apatit gehört zu den Phosphatmineralen und ist als Mineral in vielen Ländern der Welt zu finden, Apatite in geeigneter Qualität für die Schmuckverarbeitung sind jedoch selten. Sie werden vorwiegend in Brasilien, Madagaskar und Mexiko abgebaut, aber auch in Kanada und in Russland werden ansprechende Exemplare gefunden. Die Edelsteinverarbeitung erfolgt meist in der Schweiz.

Mit einer Mohs’schen Härte von 5 gehört der Apatit zu den mittelharten Mineralen.

Die größten Apatit bzw. Phosphat– Lagerstätten der Welt befinden sich in Florida und Tennessee in den USA. Sie produzieren fast die Hälfte der Phosphatförderung der Welt. Dort erfolgt der Abbau dieser Phosphate als Rohstoff zur Herstellung von Phosphatdünger. Die Apatit-Varietät Hydroxylapatit wird in der Medizin als Knochenersatz oder als Beschichtung von Implantaten aus Titan verwendet.

In der Steinheilkunde sagt man dem Apatit nach, dass er Energiereserven für die Bildung von Knorpeln, Knochen, Zellen und Zähnen mobilisieren kann. Seine Wirkung soll sich besonders bei Osteoporose, Rachitis, Arthrose, Gelenkschmerzen, Knochenbrüchen und Zahnproblemen entfalten. Außerdem soll er die Abwehrkräfte stärken, durch beschleunigte Regeneration von Gewebe die Heilung bei Krankheiten und Verletzungen fördern und durch die Regulierung des Immunsystems Unterstützung bei Autoimmunerkrankungen leisten.

Auch psychische Wirkungen werden ihm nachgesagt. Er soll offen und kontaktfreudig machen, Energie mobilisieren und gegen Apatie helfen. Ferner wird ihm zugeschrieben, er könne helfen, negative Emotionen wie Angst und Sorgen loszulassen und uns dabei unterstützen, uns selbst zu akzeptieren und unser volles Potenzial zu entfalten. Dem Apatit wird weiter eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Auch soll er dabei helfen, innere Blockaden zu lösen und neue Wege zu gehen.

Stein des Monats März 2025: Marienglas.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats März 2025: Marienglas.
Bei Marienglas, das auch unter den Namen Selenit, Frauenglas oder Spiegelstein bekannt ist, handelt es sich um eine besondere Form des Minerals Gips. Chemisch gesehen haben wir es dabei mit wasserhaltiges Calciumsulfat von besonders hoher Reinheit, das in Tafeln oder Platten mit glasartigem Charakter kristallisiert, zu tun. Marienglas entstand sekundär vor 200-300 Millionen Jahren durch die Verdampfung von Salzseen, was zu weißen Kristallen führte. Mineralien wie Gips und Calciumsulfat sorgten für Struktur und Härte. Eine weitere Entstehungsmöglichkeit ist durch Wasseraufnahme aus Anhydrid. Anhydrid ist im Aussehen und in der chemischen Zusammensetzung dem Gips sehr ähnlich, enthält jedoch im Gegensatz zum Gips, wie schon der aus dem griechischen stammende Name sagt (an- ohne, Hydor-Wasser), kein Wasser. Marienglas oder Selenit gehören zur Mineralklasse der Sulfate. Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 weisen sie eine ausgezeichnete Spaltbarkeit auf. Marienglas kommt weltweit vor. Die meisten heute im Handel befindlichen Stücke stammen aus Marokko. Der Name Marienglas entstand zu einer Zeit, als man Gegenstände noch nach ihrer Verwendung benannte. Man verwendete dünne Scheiben von sehr klaren, großen und leicht spaltbaren Gipskristallen, um Marienbilder und Reliquienbehälter zu schützen und durchsichtig zu machen. Durch die Verwendung bei Marienbildern entwickelte sich in manchen Regionen auch der Name Frauenglas. Der Name Selenit geht auf die griechische Mondgöttin Selene zurück, da der Stein oft in einer schimmernden, hellen Farbe erscheint, die an das Mondlicht erinnert. Der Name geht auf den schwedischen Mineralogen Johan Gottschalk Wallerius zurück. Die alten Ägypter verwendeten Selenit als Schutzstein. Das Mineral war auch bei den Römern bekannt, die es Spiegelstein oder auch einfach durchsichtiger Stein (Lapis specularis) nannten. Es wurde von ihnen zur Herstellung von Fenstern verwendet. Zwar war zu dieser Zeit Glas schon bekannt, doch war die Qualität, Ebenheit und Transparenz nicht so gut, dass hieraus Fensterscheiben gefertigt werden konnten. Aufgrund der Seltenheit größerer Selenitkristalle blieben Fensterscheiben aus diesem Material aber Prestige- und Luxusobjekte. Es ist bekannt, dass in Rom einige öffentliche Bäder Scheiben aus Selenit besaßen. Da die Größe der Kristalle begrenzt ist, wurden dafür quadratische Spaltstücke zu größeren Scheiben, ähnlich den heutigen Butzenscheiben, zusammengesetzt. Kaiser Tiberius soll ein Gewächshaus mit Scheiben aus Spiegelstein besessen haben. Später verwendete man Glimmerscheiben als Fensterersatz, vor allem bei Öfen. Marienglas war dafür nicht geeignet, da es sein Kristallwasser abgibt und trübe und spröde wird. Gipskristalle waren übrigens auch die ersten Mineralien, die Anthony von Leuwwenhoek, ein niederländischer Amateurnaturwissenschaftler und Erfinder des Mikroskops unter seinem Mikroskop studierte. Neben dem faserigen Selenit gibt es auch den feinkörnigen, weißen, durchscheinenden Alabaster, der vor allem als Dekoration zum Beispiel in Gestalt von Lampen oder als Bildhauerstein genutzt wird. Es verbergen sich also zwei Mineralien hinter dem Material Gips, das man eigentlich eher dem Baumarkt zuordnen würde. Berühmt für ihr Marienglas ist die Kristallgrotte in der Marienglashöhle bei Friedrichroda im Thüringer Wald. Im Jahre 1778 stießen die Bergleute auf Gipsgestein, das bis 1903 abgebaut wurde. Er wurde gebrannt und anschließend als Stuckgips verkauft. Danach wurde die Marienglashöhle als Schaubergwerk für Touristen geöffnet. Darin befindet sich eines der größten und schönsten Vorkommen an Marienglas-Gipskristallen, mit einer Länge von bis zu 90 cm. Die größten natürlich gewachsenen Kristalle der Welt befinden sich in einer Mine in Naica in Nordmexiko. Die Höhlen enthalten bis zu 14 Meter lange und bis zu 50 Tonnen schwere Kristalle. Fein gemahlenes Marienglas wird als Pigment auch in Beschichtungswerkstoffe gemischt, um ihnen eine hohe Brillanz zu verleihen. Diesen Effekt machten sich schon die Römer zunutze, indem sie den Boden ihrer Amphitheater und Hippodrome damit ausstreuten. Der gemahlene Lapis specularis funkelte bei den Veranstaltungen, wenn er aufgestaubt wurde. Marienglas gilt als Schutzstein und soll positive energetische Wirkungen haben. So soll er bei starkem Stress, auch bei Hyperaktivität, Panikattacken und nach Reizüberflutung hilfreich sein. Er soll helfen, zu entspannen, überreizte und angespannte Nerven zu beruhigen und wieder in einen stabilen Zustand zu gelangen. Ferner sagt man ihm nach, dass es übermüdete Augen entspannt und Verkrampfungen lösen soll. Selenit ist ein beliebter Dekorationsstein und kommt häufig in Form von Teelichthaltern oder als Lampe zum Einsatz.

Stein des Monats Februar 2025: Holzstein

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Februar 2025: Holzstein (versteinerte Hölzer).
Holzstein ist der alte Begriff, mit dem man versteinerte Hölzer bezeichnete. Versteinerte Hölzer, die eine unermessliche Farben- und Formenvielfalt zeigen, sind eindrucksvolle Kunstwerke der Natur. Seit sie als Dekorationsgegenstände, als Tischplatten oder Wandbilder zum Einsatz kommen, ist die Nachfrage riesig und sind die Preise explodiert. Schon die Etrusker kannten versteinerte Hölzer, gingen aber davon aus, dass es sich um Knochen von Göttern handelte, und sahen sie daher als heilig an. In Äthiopien wird versteinertes Holz aufgrund seines besonderes Klanges noch heute in christlichen Kirchen als Glocke eingesetzt. Aufgrund seines erstaunlich reinen Klanges kommt versteinertes Holz sogar für den Bau von Musikinstrumenten in Betracht. Versteinerte Hölzer finden sich weltweit und werden selbst in Wüsten gefunden und legen so eindrucksvoll Zeugnis vergangener Vegetationen ab. Die Versteinerung selbst ist ein komplizierter Vorgang, der Millionen von Jahren in Anspruch nimmt. Unter Holzstein versteht man verkieseltes Holz, das hauptsächlich aus Siliziumdioxid besteht und eine Härte von 5 – 7 auf der Richterskala nach Friedrich Mohs aufweist. Bei den auch als Kieselholz bekannten Versteinerungen handelt es sich um Quarzmineralien, da sie im Regelfall aus Kieselsäure und Chalzedon bestehen. Wenn Bäume absterben und umstürzen, müssen sie schnell von Sedimenten oder Vulkanasche bedeckt und luftdicht eingeschlossen werden. Nur so gibt es Jahrmillionen später gut erhaltene versteinerte Hölzer. Auch Stämme, die in Seen, Flüssen oder Meeren landeten und dort von Schlamm und Geröll bedeckt wurden, können zu fossilem Holz werden. Das Wasser löst organische Stoffe aus dem Holz und ersetzt sie durch mineralische Stoffe. In Deutschland ist in Chemnitz ein versteinerter Wald zu bewundern. In Osnabrück wurde im Schölerbergmuseum einem 300 Millionen Jahre alten Wurzelstock einer Sigillaria (Siegelbaum), den man auf dem Piesberg fand, mit einem nacherstellten Karbonwald ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. In den USA sind die Bundesstaaten Utah und Arizona mit ihren besonders farbenprächtigen, versteinerten Araukarien federführend. Bei den Bäumen im Escalante Petrified Forest State Park soll das Wort Petrified im Namen des Parks nicht nur für den Versteinerungsprozess stehen, sondern zugleich auch Souvenirjäger vom unerlaubten Einsammeln versteinerter Hölzer abhalten, da dies einer Sage nach unweigerlich zum Untergang des Sammlers führe. Nur die Rückgabe der Beute vermag diesen Fluch aufzuheben. Auch in Mettingen gibt es außerhalb des Mineralienmuseums versteinerte Hölzer in freier Natur zu bewundern. Im Garten vor der ehemaligen Gaststätte Pieper steht ein versteinerter Stamm eines Ackerschachtelhalms. Kaum zu glauben, dass dieses heute als Unkraut gefürchtete Kraut, mal solche Ausmaße hatte und Bäume hervorbrachte. Oberhalb des Köllbachtales auf der Heinrichshöhe steht ein versteinerter Siegelbaum (Sigillaria), dessen Alter 300 Millionen Jahre beträgt. Beide Fossilien verdanken wir dem hiesigen Bergbau und die Stämme geben eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie die einheimische Pflanzenwelt damals aussah. Wem mehr an farbigen Hölzern gelegen ist, dem seien die versteinerten Hölzer und Holzscheiben im Museum empfohlen, die wir in den letzten Jahren aus anderen Sammlungen übernehmen konnten.

Stein des Monats Januar 2025 – Septarie

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Januar 2025 – Septarie.
Septarien sind rundlich bis linsenförmig geformte Mineralansammlungen in Kalktonen, die durch Druck und Temperatur eine so feste Knolle bilden, dass sie bei der Verwitterung vom umliegenden Gestein abgesondert werden. Dies erklärt ihren Namen, der vom lateinischen Wort „separare“ abstammt und „trennen“ oder „absondern“ bedeutet. Sie gehören zur Gruppe der Sedimentgesteine. Die charakteristischen Risse entstehen durch Schrumpfung während des Trocknungsprozesses. Septarien sind meist bräunlich-graue Tonknollen mit Hohlraumfüllungen aus gelben Calcit. Der dunkelbraune Rand besteht aus Aragonit, die graue Fläche besteht aus Kalkstein. Die Muster entstehen durch die unterschiedlichen Mineralien, die während ihrer Entstehung eingelagert wurden. Erkennungsmerkmal sind die strahlenförmigen Muster von Adern und Gängen. Der Entstehungsprozess der Septarie ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Vereinfacht könnte man sagen, die Septarie wird durch einen austrocknenden Schlammklumpen geformt. Diese Beschreibung greift aber zu kurz, da im Innern komplizierte Prozesse ablaufen. Der Kern der Septarie wird meist aus ursprünglich organischem Material gebildet. Um den Kern herum fängt die Knolle an zu wachsen. Durch chemische Vorgänge werden Carbonat haltige Lösungen vom organischen Kern angezogen und dort verdichtet. Beim Austrocknen bilden sich Risse und Hohlräume, die sich aufs Neue mit Carbonat haltige Lösungen füllen. Häufig setzen sich in diesen Rissen Mineralien wie Calcit, aber auch Siderit, Pyrit, Baryt oder Quarz ab. Auf diese Weise wächst die Septarie, bis die chemischen Vorgänge durch den Verbrauch der organischen Stoffe im Innern zum Erliegen kommen oder der Nachschub an Kalk endet. Septarien, die zur Mineralklasse der Silikate gehören, haben auf Mohs Härteskala die Härte 3-4. Sie sind weltweit zu finden und kommen üblicherweise in Carbonat reichen Tonschiefern vor. Aufgrund des gehäuften Auftretens von Septarien wird eine im mittleren Oligozän abgelagerte Schicht, aufgrund des gehäuften Auftretens von Septarien sogar als Septarienton bezeichnet. Die meisten Septarien, die sich im Handel befinden, kommen aus Marokko, Madagaskar und Utah sowie Nevada in den USA. Zu den bekanntesten Vorkommen in Deutschland gehört die Tongrube Hermsdorf in Berlin. Bei Arpke in Niedersachsen gibt es Septarien mit sehr schönen Calcitwänden, beim Autobahnbau in Arnsberg-Neheim wurden sehr große Septarien bis über 2 m Länge gefunden. Bekannt ist auch ein Septarienton aus dem Gebiet Magdeburg-Halle. Septarien werden hauptsächlich im kunstgewerblichen Bereich genutzt. Aufgrund ihres oft attraktiven Musters werden große Exemplare beispielsweise zu Tischplatten oder zu Bücherstützen, kleinere Exemplare aber auch zu Broschen oder Anhängern verarbeitet. Früher wurde vermutet, dass der Stein aus dem Kopf eines Drachen kommt. Vielleicht wegen der verwinkelten Form und den dunkleren Rissen im Stein, die an ein Gehirn erinnern. Schon bei den Ureinwohnern Nordamerikas erfreuten sich Septarien als Heilsteine großer Beliebtheit. In ihren Hohlräumen fand man oftmals noch Urwasser, dem ebenfalls heilende Kräfte zugeschrieben wurden. Als Heilwirkungen auf den Körper wird Septarien nachgesagt, dass sie das Gehirn kräftigen und Hirndurchblutungsstörungen mindern und für mehr Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungsvermögen sorgen sollen. Außerdem sollen sie die Selbstheilung fördern und das Immunsystem stärken sowie bei Übersäuerung, Darm- und Hautproblemen Linderung verschaffen. Die Septarie gilt als Stein der Transformation und Erneuerung. Als Auswirkungen auf die Psyche sollen Septarien das Selbstbewusstsein steigern und mehr Standhaftigkeit bei Problemen oder in Konflikten bewirken. Sie sind bekannt dafür, verdrängte Emotionen und Traumata ans Licht zu bringen, sollen den Kopf freimachen und dadurch den Weg zu klaren Gedankengängen und besserer Kommunikationsfähigkeit ermöglichen. Andere Namen für Septarien sind Konkretion, Drachenstein und Septarien-Ei sowie Drachen-Ei. In jüngster Zeit erfreuen sich vor allem Drachenei-Septarien großer Beliebtheit. Die Bezeichnung Drachen Ei hängt mit dem rissigen und unterteilten Äußeren, das einem Ei nach der Schlüpfung des Kükens ähnelt, zusammen. Entstanden vor 50-70 Millionen Jahren als Ergebnis vulkanischer Aktivität werden sie aktuell zu Höchstpreisen gehandelt. (Foto 2)

Foto 1
Foto 1

Foto 2
Foto 2

Unsere Septarie auf dem ersten Foto (Fotro 1) stammt aus Utah in den USA. Mit etwas Fantasie erkennt man im Innern aus Aragonit und Calcit die Abbildung eines Drachens, was für den Kauf dieses kleinen Meisterwerkes der Natur mit ursächlich war.

Stein des Monats Dezember 2024: Fluorit

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Dezember 2024: Fluorit.

Der Name des Steins des Monats Dezember 2024, Fluorit, leitet sich aus dem Lateinischen von „fluere“ ab, was „fließen“ bedeutet, und als eine Anspielung auf den vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt des Steins gilt. Von Fluorit leitet sich auch der Begriff „fluoreszierend“ ab, denn Fluorit ist der am stärksten fluoreszierende Stein. Erst 1824 entdeckte der deutsche Mineraloge Friederich Mohs die bei ultravioletten Licht sichtbar werdende Fluoreszenz. Der irische Mathematiker und Physiker George Gabriel Stokes benannte das Phänomen schließlich nach dem Fluorit Fluoreszenz. Bei Fluorit, der auch unter der bergmännischen Bezeichnung Flussspat oder als Kalziumfluorid bekannt ist, handelt es sich um ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Halogenide. Er entwickelt meist kubische Kristalle in Form von Würfeln oder Oktaedern. Der Oktaeder besteht aus zwei vierseitigen Pyramiden, wobei eine Pyramidenspitze nach oben und die zweite Spitze nach unten zeigt. Der erste Namensteil geht auf die Verwendung als Flussmittel beim Schmelzen von Metallen zurück. Durch ihn wird die Schmelze schneller flüssig und man spart Brennstoff. Versucht man, Fluorit zu spalten, erhält man immer wieder diese spiegelnde, glatte Form, die sich auch in kleineren Spaltkristallen zeigt. Dieses Verhalten war bereits seit dem Mittelalter als spätiges Verhalten bekannt, was den zweiten Namensteil verantwortet. Fluorit ist das Leitmineral für die Härte 4 auf der Skala von Friedrich Mohs. Da Fluorit weich ist, eignet er sich aufgrund der recht schnellen Abnutzung nicht für die Bearbeitung als geschliffener Schmuckstein. Vor 250 bis 100 Millionen Jahren entstand Fluorit aus in heißem Wasser gelösten Mineralien, die Risse im sich bildenden grobkörnigen, unterirdischen Pegmatit-Gestein füllten. Durch seine Reinheit und kristalline Struktur stach er besonders hervor und damit auch Bergleuten ins Auge. In seiner Reinform ist Fluorit farblos und transparent: Kommt es zu Verunreinigungen wirkt er meist grau. Verbreitet findet man grüne, violette und gelbe Kristalle, aber auch blaue, rote und braune Fluorite sind bekannt. Seine besondere Kristallstruktur sorgt für den typischen Schimmer und seine Farbvielfalt. Der Fluorit wird in Brasilien, Russland, China, Indien, Madagaskar und Pakistan abgebaut, da dort die Steine eine besonders gute Qualität haben. In der chinesischen Provinz Sichuan gibt es erstklassigen mehrfarbigen Fluorit, sowie goldenen Fluorit und purpurfarbenen Fluorit in den Lagerstätten der Präfektur Guangyuan. In Deutschland wird Fluorit in der Grube Clara im einzigen noch aktiven Bergwerk im Schwarzwald abgebaut. Mikroskope oder Fernrohre besitzen Linsen aus Fluorit. Fluorit steckt in der Zahnpasta und soll Zähne vor Karies und Löchern durch Härtung des Zahnschmelzes schützen. Aus Fluorit wird auch Fluorwasserstoffsäure hergestellt, die zum Mattieren von Glas und zum Ätzen von Metallen bei der Computerchipproduktion zum Einsatz kommt. Weitere Einsatzgebiete liegen unter anderem in der Galvanik. Fluorit hat Menschen seit Jahrhunderten begeistert. Er ist als Edelstein sehr begehrt und gilt als der „farbenprächtigste Edelstein der Welt“. Man sagt ihm nach, dass er das Lernen und die Informationsaufnahme unterstützt. Er soll bei Ängsten und Stress eine beruhigende Wirkung entfalten und ein Gefühl von innerem Frieden und Gelassenheit vermitteln. Dieser Stein wird oft als „Stein der Ordnung“ bezeichnet, da er dazu beitragen soll, geistige Klarheit zu fördern und emotionale Blockaden zu lösen und das Bewusstsein zu schärfen. Der Fluorit gilt auch als Schutzstein gegen negative Energien. Fluorite werden häufig als Trommelsteine bearbeitet, um ihre Farbe und ihren Glanz besonders hervorzuheben und den Trägern die Mitnahme zu erleichtern.
Text & Bild: Karin Brinkmann (Mineralogie Museum Mettingen)

Stein des Monats November 2024

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats November 2024: Chiastolith (Kreuzstein)

Der Chiastolith, auch Kreuzstein genannt, hat seinen Namen vom griech. „chiastos“, was „kreuzförmig“ oder „diagonal angeordnet“ bedeutet. Maßgeblich für die Benennung war die Ähnlichkeit des griechischen Buchstabens Chi mit dem Buchstaben „X“ und „Lithos“ für Stein. Der deutsche Name Kreuzstein rührt ebenfalls von der auffälligen Zeichnung des Steins her. Der Chiastolith ist eine Varietät des Andalusits, einem Aluminiumsilikat. Kohlenstoffeinschlüsse, insbesondere Graphitpartikel formen in der flüssigen Magma unter besonderen Einflüssen ein schwarzes Kreuz. Der Chiastolith ist normalerweise ein undurchsichtiger, brauner Halbedelstein, der wegen seines Kreuzmusters als Schmuck verwendet wird. Neben „Kreuzstein“ ist der Chiastolith auch unter den Namen Lapis-Kreuzblütler, Maltesit und Kreuzit bekannt. Das Aussehen des Chiastolith ist weiß, grau, braun oder gelblich mit Kreuzzeichnung. Er ist undurchsichtig. Der Chiastolith gilt als einzigartig da er in der Lage ist prismatische Kristalle mit quadratischem Querschnitt zu bilden. Einige alte Interpretationen bezüglich der Bedeutung des Chiastolith sprechen von einem Zeichen von Gottheiten, das als Glücksbringer oder schützender Talisman gilt. Kreuzsteine wurden oft zum Schutz vor dem bösen Blick, Zauberei oder Unglück verwendet. Die amerikanischen Ureinwohner verwendeten Chiastolith schon immer zum Schutz bei ihren Ritualen. Ein Cherokee-Stamm hat sogar Legenden über die „Kleinen Leute“ ins Leben gerufen, deren Tränen kreuzförmig waren. Im Laufe der Geschichte wurde Chiastolith jedoch vorwiegend mit dem Kreuz des Christentums in Verbindung gebracht. Das Kreuz sollte dabei an die Auferstehung erinnern. Die erste Erwähnung von Chiastolith findet sich in einem 1648 erschienenen Buch des niederländischen Geographen Johannes De Laet mit dem Titel „De Gemmis et Lapidibus“ (lateinisch für „Von Edelsteinen und Steinen “). Ab dem 16. Jahrhundert wurde Chiastolith vor allem als religiöses Souvenir an diejenigen verkauft, die den Jakobsweg in Spanien absolvierten. Die christliche Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, einer Kathedrale über dem Grab des Apostels Jakobus, geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Diese heilige Stätte, das Endziel einer 1.000 Kilometer langen Reise, ist neben Jerusalem und Rom einer der drei Orte, an die Katholiken reisen können, um Vergebung für ihre Sünden zu erlangen. In den Jahren 1620 und 1653 ließen sich christliche Siedler in Massachusetts (USA) nieder. In Lancaster in Massachusetts, fanden sie Chiastolith und waren von seiner geheimnisvollen, möglicherweise heiligen Form fasziniert. Sie schickten Chiastolith Steine nach England, wo sie bei den Königen beliebt wurden und noch heute in vielen englischen Museen zu finden sind. Heute ist Chiastolith in Spanien und Frankreich noch immer ein wichtiges Kulturgut. Dort wird es abgebaut und immer noch an katholische Touristen verkauft. Oft wird es auch poliert und zu Chiastolith-Schmuck verarbeitet. Der Stein gilt laut einer Studie aus dem Jahre 2016 als ein wichtiges Element des geologischen und kulturellen Erbes von Nordwestspanien. Die meisten Andalusite haben einen Härtegrad von 6,5–7,5 auf der Mohs- Scala. Der Chiastolith hingegen hat einen Härtegrad von 5–5,5 auf der Mohs- Scala, ist also weicher. Fundorte für Chiastolithe sind Kalifornien, Spanien, Brasilien, Sri Lanka, Frankreich, Schweden, Algerien, Sibirien und Russland. Industriell werden Andalusite wie Chiastolith aufgrund ihrer ausgezeichneten Hitzebeständigkeit in feuerfesten Auskleidungen von Brennöfen verwendet. Der Chiastolith zählt zu den starken Heilsteinen. Man sagt ihm nach, er könne die Durchblutung verbessern, fiebersenkend wirken und das Nervensystem kräftigen. Außerdem fördere er die Milchbildung bei stillenden Müttern, wirke aufbauend bei Erschöpfungszuständen und Schwächegefühlen, lindere Übersäuerung und sei hilfreich bei Rheuma und Gicht. In esoterischen Kreisen wird der Kreuzstein oft als Stein der Balance bezeichnet. Dabei wird die Kreuzstruktur als Symbol für Erneuerung, Veränderung, Harmonie und Ausgeglichenheit interpretiert. Daneben gilt er als Stein, der sehr beruhigend wirkt, Ängste und Schuldgefühle löst und Nervosität mildert. Er soll den Realitätssinn fördern, den Verstand stärken, Stress lindern und gerade bei jungen Menschen zu einem selbstständigerem Leben verhelfen.
In der Literatur findet sich ein Thriller mit dem Titel „Kreuzstein „von Ulrich C. Schreiber. Außerdem gibt es ein Kreuzsteinspiel für Kinder in Kitas und Kindergärten.
Text & Bild: Karin Brinkmann (Mineralogie Museum Mettingen)

Stein des Monats Oktober 2024 – Rauchquarz.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats Oktober 2024: Rauchquarz.
Der Name Rauchquarz weist auf die rauchbraune bis graue Farbe dieser Quarzvarietät hin. Der ebenfalls häufig für die dunkelgraubraune bis schwarze Varietät des Rauchquarz verwendete Name „Morion“ ist auf den römischen Geschichtsschreiber und Naturforscher Plinius zurückzuführen. In seiner Enzyklopädie Naturalis historia bezeichnete er das Mineral als „historia mormorion“. Im deutschsprachigen Raum ging daraus der Name „Morion“ hervor. Der Rauchquarz gehört zu den wenigen dunklen Edelsteinen, die in der Natur vorkommen. Typisch für Rauchquarz sind die Farben gelbbraun, schokoladenbraun, oder auch ein schwärzliches Holzkohlenbraun. Meistens ist brauner Rauchquarz durchsichtig bis durchscheinend. Vor Jahrmillionen wurden Gesteinsspalten und Klüfte von heißen Minerallösungen durchströmt und die natürliche Gammastrahlung aus dem umgebenden Gestein führte zur Färbung der auskristallisierenden Quarze. Dabei wurden Lithium-Aluminium-Ionen im Kristallgitter ionisiert, wodurch ausfallendes Licht braun wirkt. Der seltene Stein wird seit alters her als Schmuckstein in Pyramiden, Statuen und Devotionalien verwendet. Er gilt als Schutzstein gegen Unheil und auch heute noch werden in den Alpenländern Kreuze und andere religiöse Anhänger aus ihm geschliffen. In den Sagen der Druiden in Schottland heißt es, dass die Kraft der Erdgötter im Rauchquarz stecke. Dort gilt er als Nationalstein und ist auch ein beliebter Schutzstein. Bei den Römern ist er der Stein der Trauer, der neuen Willen und Lebensmut verleihen soll. In den arabischen Ländern steht er im Zeichen der Freundschaft und Treue, der bei drohendem Unheil einen Farbwechsel zeigt. Mit der Mohshärte 7 ist der Rauchquarz ein relativ robuster Stein, aus dem neben Schmuck gerne auch Skulpturen hergestellt werden. Große Rauchquarzvorkommen findet man in Russland, Brasilien und Zimbabwe, in der Schweiz, in Spanien, in Schottland und in Australien. Weitere Fundorte sind der Mont Blanc (Frankreich),Idar-Oberstein, Madagaskar, Kongo und Namibia. Esoteriker glauben, dass er für mehr Klarheit und Willenskraft sorge und neue Kräfte und Lebensfreude schenke. Er unterstütze das positive Denken und solle dabei helfen schlechte Gedanken abzuwenden. Außerdem soll der Rauchquarz dazu beitragen, Stress abzubauen und Blockaden zu lösen. Vor neuem Stress und Blockaden soll er ebenfalls bewahren. Als Heilstein wird Rauchquarz eine krampflösende Wirkung nachgesagt. Außerdem stärke er den Rücken und die Nerven. Deshalb kommt er oft bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen zum Einsatz. Daneben unterstützt Rauchquarz den Stoffwechsel und die Hormonproduktion. In Wohnungen aufgestellt oder als Schmuck getragen, soll Rauchquarz dabei helfen, negative Schwingungen zu neutralisieren. Durch diese Eigenschaft wird er gerne beim Schlichten von Streit eingesetzt. Auch Elektrosmog soll er abfangen und verringern, sowie vor Strahlung aus Wasseradern schützen. Wie bei allen begehrten Steinen ist auch der Rauchquarz nicht vor Fälschungen gefeit. In den USA werden viele Produkte mit Gamma-Strahlen bestrahlt, um diese zu sterilisieren. Wenn man eine Schachtel mit farblosen Quarzen nur ein paarmal zusammen mit Tomaten über das Förderband laufen lässt, sind die Quarze dunkel und zu Rauchquarz geworden. Für den Verbraucher ist nicht erkennbar, ob die Quarze natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind. Berühmt und berüchtigt sind die sogenannten Arkansasquarze. Sollte Rauchquarz aus Arkansas zum Kauf angeboten werden, ist äußerste Vorsicht angesagt.
Text und Bilder: Karin Brinkmann