Stein des Monats Januar 2023

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor: Den Stein des Monats Januar 2023: Citrin.

Der Stein des Monats Citrin erhielt seinen Namen aufgrund seiner Farbe. Er leitet sich aus dem lateinischen Wort „citrus“ bzw. dem französischen Wort „citron“ für Zitrone ab. Die wohl älteste Beschreibung des „Citrin“ stammt aus der Feder des flämischen Chemikers und Mineralogen Anselm de Boodt (1550 bis 1623), der in seinem Werk „Gemmarum et Lapidum“ (Edelsteine und Steine) Citrin genauer definiert. Danach wurden alle Kristalle von zitronengelber Farbe Citrin genannt. Dies führte jedoch zu Verwechselungen und Verwirrung, da nicht zwischen den einzelnen Mineralien unterschieden wurde. Erst ab dem 16. Jahrhundert bezog sich der Name ausschließlich auf gelbfarbiges makrokristallienes Quarz. Der Citrin gehört der Mineralklasse der Oxide an und ist zudem eine Varietät der Quarzgruppe, die unter anderem auch Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz, Opal, Achat, Tigerauge und Chalcedon umfasst. Citrin bildet sich magmatisch in Pegmatit mit granitischer Zusammensetzung. Die Gelbfärbung kann durch zwei unterschiedliche Mechanismen verursacht werden. Bei eisenhaltigen Citrinen entsteht die Färbung durch Einschlüsse von Eisenoxid oder Eisenhydroxid. Enthalten die Quarze Spuren von Aluminium, Lithium oder Wasserstoff, kann durch natürliche Strahlung eine gelbliche Färbung entstehen. Echter gelber Citrin, dessen Farbe zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs ist, gilt als Seltenheit. Der Großteil aller Citrine im Handel sind gebrannte Amethyste. Das Brennen von Mineralien ist eine seit Jahrhunderten praktizierte Methode, um die Farbe, aber auch Reinheit von Mineralien nachträglich zu verändern. Abhängig von der Temperatur beim Brennen können verschiedene Gelbtöne erreicht werden. Werden Amethyste auf 470 °C erhitzt, schlägt die einst violette Farbe in ein helles Gelb um. Wird die Temperatur auf 550 °C gesteigert, ist das Gelb kräftig mit einem Stich ins Rötliche oder Orangefarbene. Amethyste und Rauchquarze werden durch Brennen zitronengelb bis goldbraun. Sie tragen dann die Namen Goldtopas oder Madeiratopas. Hauptfundorte des natürlichen Citrins sind Brasilien, Russland, USA, Madagaskar, Kanada, Spanien und Frankreich sowie Argentinien, Birma und die Schweiz. Der Citrin hat die Mohs-Härte von 6.5 bis 7 und zählt damit zu den harten Mineralien. Seit über 6000 Jahren wird der Citrin als Schmuck- und Heilstein verwendet. Bereits 480 v. Chr. waren Citrine im antiken Griechenland begehrt. Bei den Römern fanden sie in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt zunächst in Intaglien-Steinen (Edelsteine mit einem negativ geschliffenen Relief) und als Cabochons Verwendung. Die Legionen Cäsars sollen einen Citrin als Lebensretter im Kampf auf der Brust getragen haben. Im Mittelalter glaubte man, dass der Citrin ewiges Leben schenken könne. Der Citrin wird außerdem als „Stein der Händler“ bezeichnet, da er die Macht haben soll, das Geschäft und die Gewinne zu steigern und nicht nur dazu beiträgt, Reichtum zu erwerben, sondern auch zu behalten! Der Citrin gilt seiner Farbe entsprechend als Licht-, Sonnen- und Lebensstein. Er symbolisiert Individualität und Selbstsicherheit und steigert die Entschlossenheit des Trägers und seine Ausdruckskraft. Der Citrin fand vielfach medizinische Anwendung, da man glaubte, er unterstütze die Verdauung, entferne Giftstoffe aus dem Körper, schütze vor Pest und sei nützlich bei der Behandlung von Depressionen und Diabetes. Außerdem soll er das Immunsystem stärken. Citrin wird wie die meisten anderen Quarz-Varietäten zu Schmucksteinen verarbeitet. Im Handel werden fast ausschließlich künstliche Citrine oder umgefärbte Quarze vertrieben. Schönfarbige Citrine werden zu Ringen und Anhängern verarbeitet, weniger schöne St eine zu Ketten.

Stein des Monats Dezember 2022

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor:
Stein des Monats Dezember 2022: Lapislazuli.
Der Name des Lapislazuli setzt sich aus den beiden lateinischen Begriffen lapis (Stein) und lazulum (blau) zusammen. Lazulum wiederum geht auf das persische Wort lazuward zurück, die persischen Bezeichnung für die afghanische Lagerstätte von Lapislazuli und zugleich Ursprung des Wortes „Azur“. Die Legenden, Berichte und Erzählungen um den Lapislazuli reichen bis 5000 Jahre vor Christus zurück. Bei Lapislazuli handelt es sich um ein Mineralgemisch, das sich aus den Mineralien Lasurit, Calcit und Pyrit zusammensetzt. Es entsteht hauptsächlich durch die Umwandlung von Kalk zu Marmor. Als schwefelhaltiges Natrium-Aluminiumsilikat gehört der Lapislazuli zur Mineralklasse der Silikate. Einschlüsse von Pyrit rufen den begehrten goldenen Schimmer hervor. Die bekannteste Fundstätte liegt in Afghanistan. Es handelt sich um die berühmte Sar-e-Sang-Lagerstätte. Dort befinden sich einige der ältesten Edelsteinminen der Welt, in denen, schon seit 6.000 Jahren Edelsteinabbau betrieben wird.

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Stein des Monats November 2022: Tigerauge.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats November 2022: Tigerauge.

Der Name Tigerauge wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für den Stein des Monats ausgewählt, um ihn vom Falkenauge abzugrenzen. Da bei entsprechendem Schliff die braunen Einlagerungen des Steins an die Augen eines Tigers erinnern, wurde der Name Tigerauge gewählt. Die parallele Ausrichtung der Kristallfasern sorgt für den bekannten Lichteffekt der Chatoyance, worunter man einen wandernden Lichtstreif, der an die Schlitzpupille einer Katze erinnert, versteht. Tigerauge entsteht bei der Verwitterung von Falkenauge, dessen Krokydolithfasern während oder nach der Verkieselung oxidieren und sich dann zu Brauneisen umwandeln. Aufgrund seiner Faserstruktur gehört Krokydolith zur Gruppe der Asbestmineralien. Tigerauge findet man häufig als Kluftfüllung in Quarz-Gestein, wobei die Fasern des Tigerauges senkrecht zur Kluftbegrenzung stehen. Aufgrund der besonderen Bildungsbedingungen finden sich oft Falkenauge und Tigerauge nebeneinander bzw. miteinander verwachsen am selben Fundort. Beide Schmucksteine werden auch als Katzenaugen-Quarz sowie als Pseudo-Krokydolith oder Schillerquarz bezeichnet. Weitere, heute selten verwendete Synonyme sind Wolfsauge und Tigerit. Wenn das Tigerauge über einen hohen Quarzanteil verfügt und dadurch heller erscheint, wird das Mineral auch Goldquarz genannt. Das Tigerauge gehört als Quarz zur Mineralklasse der Oxide. Mit einer Härte von 6-7 auf der Mohsschen Härteskala, ist es ein hartes Mineral und kristallisiert trigonal. Tigerauge gibt es in den Farben goldgelb bis goldbraun.
Im Mittelalter nahm man an, dass Tigerauge- Steine gegen den bösen Blick schützen und den Träger vor verbrecherischen Handlungen bewahren. Als Amulett kam Tigerauge auch zum Schutz gegen Hexen und Dämonen zum Einsatz und sollte vor dem bösen Blick schützen. Durch die Assoziation zum Auge eines Tigers wurde der Stein als Glücksstein für Sehkraft gewählt. Die erste ausführliche Beschreibung des Minerals Tigerauge stammt von Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817), einem deutschen Mineralogen, der sich 1811 mit der chemischen Analyse und Bestimmung der Eigenschaften des „Capschen Fossils“ befasste. Zur damaligen Zeit war der Begriff Fossil für alle Materialien gängig, die ausgegraben wurden – sowohl Mineralien, Pflanzenteile wie auch Fossilien im Sinne einer Versteinerung. Nach der mineralogischen Einordnung von Tigerauge im Jahr 1883, wurde der Stein zunächst ausschließlich in Idar-Oberstein geschliffen. Erst seit ca. 100 Jahren wird nach Tigerauge systematisch gesucht. Meist wird er zu Schmuck verarbeitet oder zu Therapiezwecken angeboten. Tigerauge gibt es häufig in Form von Cabochons in verschiedener Ausführung, aber auch kugelförmig für Halsketten oder frei geschnitten für kunstgewerbliche Gegenstände. Tigerauge soll seinem Träger Mut, Schutz und Sicherheit verleihen. Man sagt ihm nach, dass er die Sinne verfeinert und Abstand bei Unklarheiten gibt. Er soll dabei helfen den Überblick zu wahren und beim Treffen wichtiger Entscheidungen unterstützen. Ferner soll er durch mehr Ausgeglichenheit vor Einflüssen wie Stress, Belastung, Zweifel oder wechselnder Gemütslage schützen. Heute findet man Tigerauge in Birma, China, im südlichen Indien, Kanada, Myanmar, Namibia, Ukraine, in den USA und in Westaustralien. Aktuell befinden sich die bedeutendsten Fundstellen in Südafrika. Das größte bekannte Exemplar eines Tigerauges (150 kg schwer, 2 m lang) befindet sich seit 2008 im Mineralogischen Museums der Universität Bonn. Sehr beliebt ist auch das Brennen von Tigerauge, d. h. das Erhitzen bei relativ niedrigen Temperaturen, das auch in herkömmlichen Backöfen möglich ist. Durch Brennen erhält Tigerauge eine kräftige kupferrote Farbe, die durch anschließendes Abkühlen in Spiritus bis in violette Farbschattierungen hineinspielen kann. In starker Säure gekocht, verliert Tigerauge seine Farbe und wird grau. In dieser Form wird es gelegentlich als Imitation von Chrysoberyll-Katzenaugen angeboten. In der Literatur gibt es das Jugendbuch „ Tigeraugen“ , ein Zukunftsroman von Tonke Dragt. Cornelia Franz hat eine Abenteuerbuchreihe für Kids bei dtv unter dem Titel „Tigerauge“ herausgebracht. Auch ein Kriminalroman von Claude Aveline und ein Fantasyroman von Amber Auburn tragen den Titel „ Tigerauge“.

Stein des Monats Oktober 2022, der Opal.

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor: Stein des Monats Oktober 2022: Opal.
Über den Ursprung der Namensgebung des Steins des Monats Oktober gibt es unterschiedliche Auffassungen. Nach einer Quelle soll sich der Name aus dem altindischen Sanskritwort „upala“, was soviel wie „edler Stein“ heißt, ableiten. Späteren Auffassungen zufolge, könnte der Name auch aus dem lateinischen Wort „opalus“ hergeleitet worden sein, welches wiederum vom Griechischen „opallios“ abstammt. Der Name Opal würde dann für „eine Veränderung sehen“ stehen. Eine andere mögliche Ableitung stammt ebenfalls aus dem Griechischen. Das Wort„ophtalmios“ wird mit „Augenstein“ übersetzt. D er Opal als Schmuckstein ist schon seit 500 v. Chr.bekannt. Er faszinierte die Menschen und war einer der ersten Steine, die zu Schmucksteinen verarbeitet wurden. In den Legenden wird erzählt, dass die Götter im Edelopal ein Abbild der Schönheit aller Edelsteine sahen.
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Stein des Monats September 2022: Aventurin

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor:
Stein des Monats September 2022: Aventurin.
Der Name des Aventurin leitet sich vom Italienischen „a ventura“ ab und heißt übersetzt so viel wie „ auf gut Glück “ oder „der zufällig gefundene Stein“. Der Namensursprung soll auf die Glasherstellung in Murano bei Venedig zurückgehen, wo Glasmacher zu Beginn des 17. Jahrhunderts zufällig ein metallisch schimmerndes, undurchsichtiges, farbiges Glas, das sie Aventuringlas nannten und das zur Herstellung künstlicher Edelsteine gedacht war, erzeugten. Als man im 18. Jahrhundert ähnlich aussehende Quarz-Varietäten fand, benannte man sie nach dem venezianischen Glas. Aventurin gibt es in den Farben grün, grau-blau und rotbraun bis golden. Er ist ein Quarz aus der Mineralklasse der Oxide, Der Stein hat die Mohshärte 5,5 – 7, je nach den eingewachsenen Mineralien, und ist damit ideal für die Schmuckherstellung. Der Quarz an sich ist weißlich-grau, aber wenn die Einschlüsse grün durch die Mineralart Fuchsit sind, erscheint der ganze Stein grün. Es gibt auch rötliche Aventurine, die Mineralieneinlagerungen von Hämatit oder Goethit haben und blaugraue Aventurine für deren Farbe Einlagerungen von Krokydolith und Rutilfasern verantwortlich zeichnen. Der Aventurin ist ein derber Quarz mit eingelagerten kleinen Glimmerschuppen. Wenn man den Stein näher betrachtet, kann man kleine Flecken, Linien und dünne funkelnde Flocken innerhalb des Steines erkennen. Der Aventurin ist in seiner Farbe nicht gleichmäßig – manche Teile sind dunkler, manche sind heller. Der Grund dafür ist die unregelmäßige Verteilung der Einschlüsse im Stein. An den Stellen, wo viele Einlagerungen sind, erhält der Stein eine reiche satte Farbe und an den Stellen, wo wenig Glimmerschuppen eingeschlossen sind, ist die Farbe eher blass.

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Stein des Monats August 2022 der Sardonyx

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor: Stein des Monats August 2022: Sardonyx.
Der Name “Sardonyx“ setzt sich aus ‚Sarder‘ und ‚Onyx‘ zusammen. Im Mittelalter war Sarder ein Begriff für braunen Karneol. Er wurde nach dem kleinasiatischen Hafen Sardes benannt, von wo aus der Stein in das antike Griechenland ausgeführt wurde. Onyx bezeichnete in der Antike gebänderte, im Mittelalter speziell schwarz-weiße Steine und bedeutet „Fingernagel“ auf griechisch, eine Anspielung auf Erscheinungsbild und Wirkung des antiken Steins. Das Aussehen des Sardonyx ist schwarz, braun mit hellen bis weißen streifigen Einschlüssen. Der Sardonyx gehört als Chalcedon zu den Quarzen und damit zur Mineralklasse der Oxide. Seine Härte auf der Mohs´schen Härteskala beträgt 6,5 – 7. Sardonyx entsteht magmatisch aus Kieselsäurelösungen, die durch Eisen- und Manganoxid schwarz gefärbt werden, und ursächlich für das Entstehen der schwarzen Onyxschicht sind. Erfolgt die Färbung der Kieselsäurelösung allein durch Eisenoxide entsteht die rote oder braune Karneolschicht. Die weiße Chalcedonschicht ist vollkommen rein, ohne jegliche Fremdstoffe. Nach dem langsamen Austrocknen der Kieselsäure kristallisiert diese lagenweise in Spalten und Hohlräumen von Vulkangestein. Der Sardonyx wurde schon bei den alten Griechen und Römern erwähnt. Die Soldaten nahmen ihn mit in die Schlacht, damit er ihnen Tapferkeit und den Sieg beschere. Bis ins Mittelalter galt er als Stein der Fülle, Tugend, Furchtlosigkeit und Beredsamkeit. Ferner wurde ihm nachgesagt, dass er Verstand und Vernunft verleihe. Als klassischer Schmuckstein wurde er bereits von den Römern zu Schmuckstücken und Kameen verarbeitet. Unter Kamee versteht man ein durch Gravur erhabenes Relief aus einem Schmuckstein. Aufgrund der Mehrfarbigkeit des Sardonyx eignet sich dieser Stein hervorragend für die Herstellung von Kameen. Besonders berühmt ist die Sardonyxkamee mit dem Bildnis des römischen Kaisers Claudius. Die Zarin Katharina die Große und König Friedrich II. von Preußen waren begeisterte Sammler dieser Schmuckstücke.

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Stein des Monats Juli 2022

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor:
Stein des Monats Juli 2022: Rubin.
Der Name Rubin kommt aus dem Lateinischen und leitet sich von dem Wort „ruber“ für Rot ab. Gemeinsam mit dem Diamant, dem Smaragd und dem Saphir bildet der Rubin das Quartett der „Big Four“ in der Welt der Edelsteine. Der Rubin ist von der chemischen Zusammensetzung her ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und eine Varietät der Korund- Gruppe, zu der auch der Saphir gehört. Mit einer Mohshärte von 9 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs zählt er zu den sehr harten Mineralien. Nur Diamanten sind noch härter als Rubine. Rubine sind Mineralien metamorphen Ursprungs, die im Zuge der Gesteinsmetamorphose entstehen. Die Entstehungsbedingungen sind etwa während der Gebirgsbildung und bei anderen tektonischen Aktivitäten durch Magma, das aus dem Erdinneren aufsteigt, gegeben. Als Muttergesteine von Rubinen sind insbesondere Schiefer und Marmor zu nennen. Bedingt durch die Härte und die Verwitterungsstabilität des Minerals sind Rubine gelegentlich auch in Sedimentgesteinen zu finden. Der Rubin kristallisiert nach dem trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind pyramidal, tafel- und säulenförmig. Die Aggregate des roten Minerals fein- oder grobkörnig, spätig oder derb. Seinen Farbenreichtum verdankt der Rubin den Spurenelementen Chrom, Eisen und Titan. Das Mineral Korund produziert daraus allochromatische, also fremdgefärbte Edelsteine. Der Rubin wird seit jeher für sein unerschöpfliches Feuerwerk der Farben geschätzt. Es gibt ihn vom satten Purpur bis hin zu einem sogenannten Taubenblutrot (ein Rot mit einem Hauch von Blau), das die begehrteste Farbe von Rubinen darstellt.
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Stein des Monats Juni 2022

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor:
Stein des Monats Juni 2022: die Perle.
Perlen sind Erzeugnisse von Muscheln aus der Familie der Flügelmuscheln. Woher der Name Perle stammt, ob von der Muschelart (lat. Perna) oder von der kugeligen Form (lat. Sphaerula), ist unklar. Die Römer übernahmen den griechischen Namen Margarita für Perle, der sich bis heute im Namen Margarete wiederfindet. Der Namenszusatz margaritifera, den eine ganze Reihe von Muscheln führen, bedeutet auf deutsch „perlentragend“. Hauptbestandteil der Perle ist Perlmutt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um kohlensauren Kalk in der Modifikation des Aragonits. Dazu kommt Conchin, eine organische Hornsubstanz, die kittartig, die in dem Mittelpunkt konzentrisch gelagerten Mikrokristalle verbindet. Die Bildung von Perlen erfolgt als Ergebnis einer Reaktion gegenüber Fremdkörpern, die zwischen Muschelschale und Mantel oder ins innere des Mantels eingedrungen sind. Da die äußere Haut des Mantels durch Perlmuttausscheidungen die Muschelschale aufbaut, werden alle Fremdkörper in diesem Bereich mit umschlossen. Eine solche Abkapselung führt zur Perle. Im Innern des Mantels eingedrungene Fremdkörper führen zu allseits gerundeten Perlen. Obwohl nur von geringer Härte (Mohshärte von 2 1/2- 4 1/2) ist Perlmutt überaus resistent und elastisch, weshalb die Forschung intensiv nach synthetischen Produktionsmöglichkeiten sucht. Der Schimmer des Perlmutts wird von Experten mit zwei Fachbegriffen beschrieben: Lüster und Orient. *Unter **Lüster* versteht man den Oberflächenglanz einer Perle, während Orient den Innenglanz der Perle – das innere Leuchten, das aus der Perle dringt, beschreibt. Die Größe der Perlen schwankt zwischen der eines Stecknadelknopfes und eines Taubeneies.
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Stein des Monats Mai 2022: Chrysopras

Das Mettinger Mineralienmuseum stellt vor:
Stein des Monats Mai 2022: Chrysopras.
Der Name Chrysopras  stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Goldlauch“ (griech. chryso = Gold, prason = Lauch). Dieser Name, der für das erste frische Gras des Frühlings, dem die Farbe des  Steins ähneln soll. steht, wird schon seit der Antike für dieses Mineral verwendet.  Namensgeber soll Plinius d. Ä ( 23-79) gewesen sein. Im alten Ägypten wurde der Chrysopras als Schutzstein und Heilstein gegen schwarze Magie, bei Pest  sowie gegen  die „schwärzliche Aspis“, eine Giftschlange, eingesetzt. In der Antike wurde der Chrysopras Venus, der Göttin der Liebe, zugeordnet.  Der Stein sollte  „höchste himmlische Liebe zur Wahrheit“, symbolisieren und stand für den Sinn für Gerechtigkeit. Die Griechen glaubten, er könne vor Depressionen sowie vor schlechter Laune schützen. Außerdem sollte er die Liebe in der Ehe bewahren und der Familie höchstes Ansehen verleihen. Auch in der Bibel wurde der Chrysopras erwähnt und galt in der Offenbarung des Johannes als zehnter der zwölf Grundsteine der Jerusalemer Stadtmauer. Hildegard von Bingen schließlich kannte und schätzte den Chysopras und beschrieb die Heilwirkungen bei Epilepsie, Gicht und Gift. In ihren Schriften empfahl sie das Mineral auch zur Linderung von Zorn und Ärger, um im Überschwang der Gefühle keine unbedachten Worte zu sagen. Im Mittelalter gehörte  der Chrysopras zu den wertvollsten und begehrtesten Edelsteinen und galt als Lieblingsstein Friedrich des Großen. In der Prager St. Wenzel Kathedrale wurde Chrysopras als Innenraumschmuck verwendet. Außerdem befindet er sich als Dekorstein in der Heilig – Kreuz- Kapelle auf Burg Karlstein in Tschechien und im Schloß Sanssouci in Potsdam. Der Chrysopras  ist ein Vertreter der Mineralklasse der Oxide und eine der selteneren Formen von mikrokristallinen Quarz mit einem radialstrahligen Aufbau. Farbgebende Substanz ist Nickel, dem der  Chrysopras seine apfelgrüne bis smaragdgrüne Farbe verdankt. Natursteine haben ein körniges Aussehen, wenn der Stein poliert ist, schimmert er schön halbtransparent. Der Chrysopras gehört zu den harten Mineralen. Die Mohshärte beträgt 6,5 bis 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Er gilt deshalb als Schmuckstein, früher Halbedelstein, weil die für Edelsteine notwendige Härte  nicht gegeben ist. Um Verwechselungen mit anderen Mineralien auszuschließen, kann die weißblaue Fluoreszenz des Minerals zur Bestimmung herangezogen werden. Chrysopras entsteht im Zuge der Verwitterung nickelhaltiger, basischer bis ultrabasischer Gesteine. Das in  magmatischen und metamorphen Gesteinen enthaltene Element Nickel wird bei der hydrothermalen Überprägung freigesetzt und wird Bestandteil auskristallisierender Chalcedonlösungen. Berühmt war früher das heute völlig ausgebeutete Chrysopras Vorkommen in Frankenstein, Schlesien. Das apfelgrüne Mineral wird  unter anderem in  Chemnitz, Glauchau, Freiberg (Erzgebirge)/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Slowakei; Ural/Russland; Kasachstan; Simbabwe; Tansania; Madagaskar; Honshu/Japan; Brasilien; New South Wales, Queensland, Westaustralien; Oregon, Vermont, New York, North Carolina, Kalifornien, Colorado, Arizona, Massachusetts/USA und in Marlborough abgebaut. Dem Chrysopras werden unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben: Als magischer Stein soll er Vertrauen und Geborgenheit schenken und die Unabhängigkeit von äußerer Zuwendung unterstützen.  Der Chrysopras soll außerdem Eifersucht und Liebeskummer lindern und  die Erfahrung vermitteln, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Ferner soll er Ruhe, Geborgenheit, Vertrauen schenken, neue Denkweisen schaffen und Hoffnung geben. Als Heilstein für die Reinigung und Entgiftung von Körper und Geist  soll er positiv bei hohem Blutdruck und Arterienverkalkung wirken. Außerdem soll er Allergien, Pilzinfektionen, Rheuma und Neurodermitis lindern. Ferner soll er in der Lage sein, bei  Kummer zu helfen, negative Gedanken aufzulösen oder Belastendes aus der Vergangenheit besser zu verarbeiten. Schließlich werden ihm positive Wirkungen bei Schlafstörungen und Albträumen nachgesagt. Der Chrysopras ist vor allem für die Herstellung von Schmuck und Kunstgegenständen von Bedeutung. In Schmuckqualität wird er zu Cabochons und Kugeln geschliffen, um die Farbe des grünen Steins zu betonen. Der Chrysopras muss von starker Sonneneinstrahlung ferngehalten werden, da sonst seine Farbe ausbleicht.

Stein des Monats April 2022, der Diamant.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats April 2022: der Diamant.
Diamonds are a girl´s best friend. Der Song von Marilyn Monroe aus dem Filmklassiker “ Some like it hot “ wurde zum geflügelten Wort und ging um die Welt. Näheres zum Thema Diamanten berichten Ihnen die Mitarbeiter des Mineralienmuseums Mettingen.Die alten Griechen nannten den Diamanten  „adamas“ , wie der griechische Gelehrte Theophrastos von Eresos (371 v. Chr. bis 287 v. Chr.)  in seinem Werk „ De Lapidibus“ (Die Steine) berichtet. „Adamas „ wird,  da es weltweit kein härteres und schwerer zu bearbeitendes Mineral als Diamanten gibt, mit  „unbesiegbar“ oder „unbezwingbar“, übersetzt. Der römische Universalgelehrte Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.) befaßte sich ebenfalls mit Diamanten.In seinem Werk „De naturalis historia“  faßt er alle besonders harten Mineralien und solche mit vergleichbarer Kristallform unter dem Namen Diamant zusammen. In der Mythologie gibt es umfangreiche Erklärungen zur Entstehung und Wirkung von Diamanten.  Während griechische Philosophen glaubten, himmlische Geister wohnten in Diamanten, hielten die Römer Diamanten für Tränen der Götter oder Splitter von auf die Erde gefallenen Sternen. Im Hinduismus nahm man an, Diamanten seien beim Aufeinandertreffen von Fels und Blitz entstanden. Nach der jüdischer Überlieferung soll sich ein Diamant, der auf eine schuldige Person gerichtet wird, dunkel färben, während sich die Brillanz eines auf einen Unschuldigen gerichteten Diamanten verstärke. Vom Mittelalter bis zur Renaissance schrieb man Diamanten auch eine Reihe esoterischer Wirkungen zu. So verliehen sie angeblich Mut und Tapferkeit, Unbesiegbarkeit, Stärke und Tugend, verjagten Albträume und böse Geister, zähmten wilde Tiere, schützten das Haus vor Feuer und sollten sogar Geisteskranke beruhigen. Überlieferungen zufolge wurden Diamanten bereits seit 800 v. Chr. in Indien abgebaut. Als im 13. Jahrhundert entdeckt wurde, dass sich Diamanten bearbeiten ließen, lehnte man dieses Vorgehen in Indien zunächst ab, da die magischen Kräfte, die dem Edelstein innewohnen sollten, durch die  Bearbeitung Gefahr liefen ihre Wirkung zu verlieren. Erst 1725 entdeckte man Diamantvorkommen auch in anderen Ländern. Zunächst gab es Funde in Brasilien, schließlich auch in Russland und Kanada. Besonders reichhaltige Diamant-Vorkommen gibt es auch in Grönland, Norwegen, Frankreich, Ukraine, Sierra Leone, Guinea, Ghana, Kongo, Botswana, Namibia, Südafrika, China, Australien, Venezuela, Mexiko sowie in den USA. Diamanten, die meist illegal in einem Kriegsgebiet abgebaut, geschmuggelt und verkauft werden, um die Kämpfe zu finanzieren,  nennt man „Blutdiamanten“. Dem durch die Vereinten Nationen angeregten Kimberley-Prozess mit dem Ziel, den Handel mit Blutdiamanten durch ein staatliches Regulierungssystem zu unterbinden, stimmten im Jahr 2000 mehr als vierzig Länder zu. Danach dürfen Rohdiamanten nur von den an diesem System teilnehmenden Länder in andere Partnerländer exportiert werden. Es handelt sich hierbei um ein Embargo gegen Angola, Kongo und Sierra Leone mit dem Ziel Gewalt und Kriege zu beenden. Der Diamant besteht aus kristallinem Kohlenstoff. Die Entstehung von Diamanten erfolgt unterhalb der Erdoberfläche in Tiefen bis zu 150 km. Kohlenstoff  wird dort durch hohen Druck und Temperaturen von bis zu 1300 °C verfestigt. Entstehungsbedingt sind viele Diamantvorkommen an bestimmte Gesteine gebunden. Diamantführende Gesteine sind Kimberlit, das durch Abtragung aufliegender Gesteinsschichten oder vulkanische Eruptionen an die Erdoberfläche gelangt, Lamproit aus Australien sowie Itakolumit, eine brasilianische Quarzvariante.

Aufgrund der Verwitterungsstabilität von Diamanten lagern diese sich häufig auch als Seifen in Sedimenten an. Einige Diamanten werden auch durch Einschläge von Meteoriten gebildet. Infolge der hohen Druck- und Temperaturverhältnisse im Zuge des Aufpralls kann Kohlenstoff – der entweder in den Meteoriten selbst vorhanden ist oder als Bestandteil der Gesteine vorliegt, auf die der Meteorit trifft – ebenso verfestigt werden, wie in der Erdkruste. Auf der 10-stufigen Mohs‘schen Härteskala erreicht der Diamant mit seiner Härte von 10 Mohs den absoluten Höchstwert. Kein anderes Mineral ist härter als ein Diamant. Farbverursachende Spurenelemente können aufgrund der kompakten Atomstruktur nicht in den Edelstein eindringen. Neben der farblosen Varietät gibt es aber durchaus auch farbige Diamanten in den Farben gelb, blau, braun, rot oder schwarz.  Bor, Wasserstoff, Stickstoff oder Anomalien in der Kristallstruktur sind für die Farben der sogenannten „Fancy- Colored Diamonds“ verantwortlich. Die Beurteilung der Farbe sowie der Reinheit eines Diamanten wurden durch die Farb- und Reinheitsskala des Gemmologischen Instituts von Amerika (GIA) vereinheitlicht. Die Grundlage bei der Bewertung von Diamanten bilden die vier Cs (Colour – Farbe, Clearity – Reinheit, Cut – Schliff und Carat – Karatgewicht) Der am längsten in Menschenhand befindliche Diamant ist der Koh- i -Noor, der zu den britischen Kronjuwelen gehört und sich im Londoner Tower befindet. Dieser Diamant wurde vor über 4500 Jahren in Indien gefunden. Weitere berühmte Diamanten sind der Cullinan-Diamant  bzw. seine Teile sowie aufgrund der Farbe der grüne Diamant Dresden oder der tiefblaue Oppenheimer Blue Diamant. Wie das Auktionshaus Sotheby´s mitteilte, wurde vor kurzem ein besonders großer schwarzer Diamant mit dem Namen „Enigma“  und 555,55 Karat bei einer Auktion in London für  umgerechnet 3,7 Millionen Euro versteigert. Doch auch synthetische Diamanten werden qualitativ immer besser und die Nachfrage steigt vor allem im Ausland aufgrund des attraktiven Preises. Bei der Unterscheidung, ob ein Stein natürlich oder synthetisch ist, wird für eine erste Untersuchung häufig UV- Licht eingesetzt. Einige natürliche weiße Diamanten strahlen unter UV- Licht bläulich, während braune und grüne Diamanten in grün fluoreszieren. In der Industrie werden Diamanten in Bohrköpfen, Schleif-und Schneidewerkzeugen eingesetzt. Auch in der Medizin kommen zum Beispiel Diamantbohrer zum Einsatz. In der Zahnmedizin werden mit synthetischen Diamanten beschichtete Schleifkörper benutzt. So hat jeder schon einmal Diamanten auf seinen Zähnen gespürt. Ein neues experimentelles Anwendungsgebiet ist der Gebrauch von Diamanten als Teil von Medikamenten. Auch in Videospielen sind Diamanten keine Seltenheit. Pokemon hat eine Diamant-Edition. Bei Skyrym gibt es Diamanten als Schmuck. In Minecraft kann man Werkzeuge, Rüstungen und Blöcke aus Diamanten erstellen. Spätestens seit dem 1971 veröffentlichten James Bond Film „ Diamantenfieber“, wissen eingefleischte Fans:  Diamonds are forever.