Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats Juli: Silber

Woher Silber, das auch als Metall der Könige bekannt ist, seinen Namen bekam, war lange Zeit umstritten. Einige Forscher sahen die germanische Wurzel „silubra“ als Ursprung an, aus der sich neben dem englischen „silver“ auch die Wörter der baskischen und slawischen Sprache für Silber ableiten. Im 19. Jahrhundert gab es eine Theorie, die auf das in Homers Ilias beschriebene sagenhafte Land Alybe hindeutete. Demnach könnte das Wort Silber aus einer orientalischen Sprache stammen, abgeleitet von der semitischen Wurzel ṢRP im Sinne von „veredeln“ oder „legieren“. In den meisten indoeuropäischen Sprachen geht das Wort für Silber auf die Wurzel arg zurück. Das lateinische Wort für Silber lautet „argentum” . Welche Bedeutung Silber für die Menschen hatte, mag man daran erkennen, dass das Land Argentinien nach dem Silber benannt wurde, von dem die Europäer annahmen, es dort zu finden. Es ist damit übrigens das einzige nach einem chemischen Element benannte Land der Welt.
Silber gehört zu den Edelmetallen.Es ist ein hellgraues, weiches, gut verformbares Schwermetall, dass die höchste elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente und die höchste thermische Leitfähigkeit aller Metalle besitzt. Silber reflektiert zudem das Licht besser als jedes andere Metall. Es kommt in der Natur als gediegenes Silber in Gestalt von Körnern und als drahtig verästeltes Geflecht in hydrothermal gebildeten Erzgängen vor. Das meiste Silber wird heute aus Silbererzen gewonnen.Die größten Vorkommen befinden sich aktuell in Mexiko, den USA und Kanada sowie in Peru und Bolivien.
Bereits seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. wurde Silber von Menschen verarbeitet. Ob Assyrer, Goten, Griechen, Römer oder Ägypter und Germanen, alle schätzten und nutzen Silber. Zeitweise war es wertvoller als Gold. Das Silber stammte damals aus den Minen in Laurion, die etwa 50 Kilometer südlich von Athen lagen.
Bei den alten Ägyptern war Silber als Mondmetall bekannt. Auch in der Alchemie steht der Mond für Silber. Alchemisten des Spätmittelalters nahmen an, dass das Silber durch Vermischung von Schwefel und Quecksilber, (lateinisch „Argentum vivum“ für „lebendiges Silber“) entsteht.
Im Mittelalter wurden in Deutschland Silbererzvorkommen im Harz (Goslar), in Sachsen (Freiberg und im übrigen Erzgebirge), sowie im Südschwarzwald (Schauinsland, Belchen, Münstertal, Feldberg) entdeckt.
Größter Silberproduzent im Mittelalter war übrigens Schwaz. Das Silberbergwerk in Tirol galt als „Mutter aller Bergwerke“ und war das größte Silberbergwerk des Spätmittelalters, Bis zu 80% des damaligen Silbers kam aus den Stollen der Schwazer Knappen. Die Besichtigung des Besucherbergwerks bietet für Besucher auch heute noch eine spannende Reise in die Geschichte des Silberbergbaus.
Später brachten die Spanier große Mengen von Silber aus Amerika nach Europa, unter anderem aus der sagenumwobenen Mine von Potosí. Auch Japan war ab dem 16. Jahrhundert Silberexporteur.
Da nach 1870 vorwiegend Gold als Währungsmetall verwendet wurde, verlor Silber seine wirtschaftliche Bedeutung.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde rostfreier Stahl entwickelt, der aufgrund seiner Gebrauchsfreundlichkeit und des attraktiven Preises nach dem Ersten Weltkrieg in die Einsatzbereiche des Silbers vordrang. Servierplatten, Bestecke, Leuchter und Küchengeräte waren nun nicht mehr aus Silber sondern aus rostfreiem Stahl. Gegenläufig dazu entwickelte sich der Bereich Fotografie und Fotochemie unter Verwendung der Silbersalze während des ganzen 20. Jahrhunderts, verlor aber Ende der 90er Jahre im Zuge der Umstellung auf die digitale Abbildungstechnik an Bedeutung. Silber kommt heute unter anderem in der Elektronik & Elektrotechnik, in der Solarindustrie sowie in der Automobilbranche, in der Medizintechnik und in der Optik und Chemie zum Einsatz. Außerdem ist Silberschmuck weiterhin äusserst beliebt. Da Silber getrieben und zu feinen Blechen verarbeitet werden kann ohne zu reißen, entstanden und entstehen auch heute noch die schönsten Schmuckstücke aus diesem Metall.
Unabhängig von technischen Entwicklungen ist die Silbernachfrage weltweit steigend. Die Fördermenge hat sich seit dem 2. Weltkrieg mehr als verdoppelt.
Nach Berechnungen des Frauenhofer- Instituts und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sollen die heute bekannten Silbervorräte in ca. 29 Jahren erschöpft sein.












