Herzlich Willkommen auf unserer Webseite!
Das Mettinger mineralogische und petrologische Museum ist immer einen Besuch wert.
Aktuell
Das Mineralienmuseum Mettingen ist in mehrere Bereiche aufgeteilt und umfasst mehr als 30 000 Exponate aus den Bereichen:
Bergbau mit Modell und Bergmann
Fossilien
Heimatsammlung (Lagerstättenkundliche Sammlung im Einflussbereich des Bramscher Intrusivs)
Systematische Sammlung
Kristallografie
Mineralien von A – Z
Gesteinssammlung
Schmuck und Edelsteine
Wir weisen auf Sie auch unsere derzeitige Sonderausstellung „Mein Freund der Kieselstein“ – mit der in Mettingen gefundenen Steinaxt, hin.
Wir wünschen einen informativen Aufenthalt auf unserer Webseite und auch gerne auch persönlich im Mettinger Mineralienmuseum vor Ort.
Von kleinen und großen steinen
Neue Ausstellung im Mineralienmuseum vom 02.09.2026-02.02.2027
Von kleinen und großen Steinen
– Funde aus der Region-

Ausgehend von einem steckengebliebenen Vulkan unter Bramsche, dem Bramscher Intrusiv, bildete sich in unserer Region mit der Anthrazitkohle, eine ganz besondere Kohle. Der Lavakern des Vulkans sorgte für eine dauerhafte Temperaturerhöhung der tieferen Erdschichten. Die Kohle wurde quasi ein zweites Mal „gebacken“, was zu dieser hervorragenden Anthrazitkohle, die lange als der hellste Stern am Kohlehimmel galt, führte. Sie zeichnete sich durch die höchste Energiedichte, den höchsten Kohlenstoffgehalt und den niedrigsten Gehalt flüchtiger Bestandteile aus, was für einen emissionsarmen, umweltfreundlichen Verbrennungsvorgang sorgte.
Im vulkanischen Umfeld unserer Heimat bildeten sich eine Vielzahl weiterer interessanter Mineralien, wie Quarze, Salze, Baryt aber auch Pyrit und Calzit sowie Erze, die wir Ihnen im Rahmen unserer Ausstellung vorstellen möchten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch !

Instagram Denghoog
Die Insel Sylt ist nicht erst heute ein Ort, der eine besondere Anziehungskraft auf Menschen ausübt. Bereits vor 5500 Jahren begann die dauerhafte Besiedlung der Nordfriesischen Inseln. Die ehemaligen Jäger und Sammler wurden seßhaft. Ihren Verstorbenen bauten sie Megalithgräber, die über Generationen als Totenkammern genutzt wurden.Auf Sylt gibt es 50 Megalithgräber, von denen 8 ganz oder zumindest teilweise erhalten sind.Eines dieser Gräber ist der Denghoog in Wenningstedt, der als eines der eindrucksvollsten und best erhaltenen Megalithgräber Nordeuropas gilt.Geheimnisse ranken sich um seinen Namen. War der Denghoog ein Thinghügel, also ein uralter Ort der Rechtsprechung? Oder steht der Name für Hügel auf der Wiese bzw. für Hügel mit einem unterirdischen Gemach?
Unter dem grünen Hügel befindet sich in 3,2 Meter Tiefe eine vollständig erhaltene Steinkammer, die in Form einer Ellipse angelegt ist und 5m x 3m mißt. Die Deck- und Randsteine sind bis zu 18 Tonnen schwer. Die Höhe im Innern beträgt zwischen1.5m bis 1.9m. Im Denghoog wurden die Steine nicht nur passgenau zusammengefügt, sondern sie wurden mit Steinen, Schlick aus dem Watt und Ton verfugt. Die auch als Hünengräber bekannten Grabanlagen wurden aber keineswegs von Riesen sondern in relativ kurzer Zeit von Menschen errichtet. Als Baumaterial dienten Findlinge, die Gletscher der Eiszeit hergebracht hatten. Durch Ochsengespanne und Muskelkraft wurden die Steine über Baumstämme an ihren Standort gebracht, möglichst bei gefrorenem Boden.Beerdigt wurden die Körper der Toten. Grabfunde, die auf die Trichterbecherkultur hinweisen, können im Museum Schloß Gottorf in Schleswig besichtigt werden. Man geht davon aus, dass der Denghoog ca. 3200 bis 2800 v. Chr. entstanden ist.Als Forscher 1982 einen Gang im Hügel, der in die Grabkammer führte, freilegten, entdeckten sie, daß zur Wintersonnenwende am 21.12. die Sonne auf Sylt zur Mittagszeit durch den freigelegten Gang auf den größten Findling in der Grabkammer fällt und sich in diesem Stein spiegelt. Ein Phänomen, das sonst nur als Sonnenwunder vom Tempel Ramses II. In Abu Simbel bekannt ist.

Stein des Monats August Gold 2026
Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Edelmetall des Monats August: Gold

Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles, wußte schon Johann Wolfgang von Goethe, der diese Erkenntnis in Faust I durch Margarethe der Leserschaft kund tat.
Ob als Medaille bei den Olympischen Spielen, in Form von Barren als Kapitalanlage oder als Goldschmuck, Gold ist auch heute noch, und nicht nur als Zahngold, in aller Munde.Der Name Gold leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort Golt ab. Als Ursprung vermutet man die indogermanische Wurzel gelb.
Gold ist ein seltenes in der Erdkruste gediegen vorkommendes Edelmetall. Es ist außerordentlich widerstandsfähig, korrodiert nicht, ist relativ schwer und sehr gut verformbar.
Bereits seit der Antike ist Gold als Symbol für Reichtum und Macht den Menschen bekannt.Viele Kriege und Raubzüge sind auf die Gier nach Gold zurückzuführen Vor allem in Form von Goldmünzen spielte Gold eine große Rolle.
Gold war eines der ersten Metalle, das von Menschen verarbeitet wurde. Die auffallend glänzend gelbe Farbe sorgte für Funde in der Natur. Die Goldbearbeitung ist seit der frühen Kupferzeit nachgewiesen.
Leichte Legierbarkeit und moderate Schmelztemperatur machten Gold zum begehrtesten Material der Erde. Seine Schönheit, seine Stabilität und seine Seltenheit machten Gold so wertvoll.
Die ältesten bislang bekannten Gegenstände aus Gold stammen aus der Kupferzeit. Im Gräberfeld von Warna (Bulgarien) wurden insgesamt etwa 3000 goldene Objekte als Grabbeigaben gefunden.In Mittel- und Nordeuropa traten goldene Gegenstände erst im dritten Jahrtausend v. Chr. vor allem in der Glockenbecherkultur als Grabbeigaben auf, Berühmtes Beispiel aus der Bronzezeit sind die Goldauflagen der Himmelsscheibe von Nebra, Die alten Ägypter beuteten Vorkommen in Oberägypten und Nubien aus. Die Römer nutzten Fundstätten in Kleinasien, Spanien, Rumänien und Germanien.Im europäischen Mittelalter wurde Gold durch Goldwäscherei (aus dem Rhein, aus dem Schwarzwald- und aus Alpenflüssen) oder im Bergbau gewonnen.Die Goldgewinnung in Europa war aber insgesamt unergiebig.Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Alchemisten versuchten sich in der Goldherstellung u.a. durch Vermischung von „sauberem“ Schwefel und Quecksilber. In Prag gibt es noch heute das Goldene Gässchen, das seinen Namen den dort angesiedelten Alchemisten verdankt. Die Israeliten erschufen ein Goldenes Kalb als Götzenbild, während Mose die zehn Gebote empfing. Im neuen Testament dient Gold neben Weihrauch und Myrrhe als Geschenk der Weisen aus dem Morgenland für den neugeborenen Jesus. In der Heilkunde wurde Gold unter anderem als Arzneimittel gegen die Epilepsie eingesetzt.
Das meiste Gold wird in Flußsanden in Form von Körnern oder Plättchen gefunden- Nuggets sind sehr selten.Kleinste Goldfunde reichten in Amerika schon aus, um einen Goldrausch auszulösen. Beispiele hierfür sind der kalifornische Goldrausch im Jahre 1849 und der Goldrausch 1897 am Klondike River in Alaska. Als Fundorte für Mega-Funde gelten die USA, Kanada, Brasilien und allen voran Australien. Dort wurde 2018 ein bislang unbenanntes Gold- Nugget mit 95 Kilogramm gefunden.
Aber auch das australische „Welcome Stranger“-Nugget (72 Kilogramm) oder das berühmte brasilianische „Pepita Canaã“ (60,6 Kilogramm) zeigen, welche Dimensionen bei Goldfunden möglich sind.
In Deutschland zieht das sagenumwobene „Rheingold“ seit Jahren Interessierte an. Experten gehen davon aus, daß im Rheinsand zwischen Basel und Mannheim circa 500 Tonnen Gold schlummern, Es handelt sich dabei allerdings fast ausschließlich um winzige Millimeter kleine „Flitter“, die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar sind.
Wer sein Glück versuchen will: Goldwäscherkurse werden u.a. im Schwarzwald in Bad Herrenalb in der Alb und im Thüringer Wald in Bad Blankenburg sowie vom Deutschen Goldmuseum Theuern angeboten.
Rund die Hälfte des am Markt gehandelten Goldes wird zu Schmuck verarbeitet, etwa ein Drittel wird von institutionellen und privaten Investoren erworben, 9 % werden in der Industrie einschließlich Zahntechnik verwendet. Die Aufkäufe durch Zentralbanken haben in den letzten Jahren stark zugenommen.
Der Einsatzbereich von Gold hat sich der Zeit angepaßt. So wird Gold u.a. für Astronautenvisiere verwandt, die eine Goldauflage erhalten, um gegen grelle Sonnenstrahlung und Hitze geschützt zu sein. Satelliten werden mit Goldfolie umhüllt zwecks Abschirmung kosmischer Strahlung.
Auch bei der Zubereitung von Speisen wird Gold verwendet. In Form von Blattgold und Blattgoldflocken dient es zum Vergolden von Speisen, Beispiele sind Überzüge von Süßwaren und zur Verzierung von Pralinen. Vergoldete Steaks werden in Dubai angeboten. In Getränken wird es für Danziger Goldwasser verwendet. Metallisches Gold gilt als ungiftig, reichert sich im Körper nicht an und wird mit dem Rest der verdauten Nahrung wieder ausgeschieden. Gold ist damit in der Nahrung nur ein Hingucker und mehr nicht.

Insta Giants Causeway

An der Küste Nordirlands befindet sich eine gigantische Steinformation, die den Eindruck erweckt, man habe einen Damm aus meist 6 -eckigen Basaltsteinen in Richtung Schottland errichten wollen.
Giant´s Causeway, zu Deutsch „der Damm der Riesen“ ist seit 1986 UNESCO Weltkulturerbestätte und setzt sich aus rd. 40.000 ineinander greifenden Basaltsteinen zusammen. Ein Platz an dem Geologie und Magie aufeinandertreffen.
Nach der irischen Mythologie geht die Entstehung des Giant´s Causeway auf eine Auseinandersetzung zwischen dem irischen Riesen Fionn McCumhaill und seinem schottischen Kontrahenten Benandonner zurück. Fionn McCumhaill soll voller Wut über eine Beleidigung riesige Felsen aus den Klippen der Küste gerissen und ins Meer geworfen haben, um sich so den Weg zu einem Duell nach Schottland zu bauen. Vom Bau des Dammes erschöpft, wollte er das Duell dann doch lieber vermeiden. Benandonner machte sich daraufhin auf den Weg zur irischen Küste. Als er sie erreichte, griff die Frau von Fionn McCumhaill zu einer List und verkleidete ihren Mann als Baby. Als Benandonner das riesige Baby sah, fürchtete er sich vor dem vermutlich gigantischen Vater und floh in Panik zurück nach Schottland. Auf dem Rückweg zerstörte er den Damm, um einen Gegenbesuch zu vermeiden. Eine ähnliche Steinformation mit 6 eckigen Basaltsäulen ist übrigens in Schottland auf der Hebrideninsel Staffa zu finden. Der Name Staffa bedeutet in der Sprache der Wikinger „Insel der Säulen“.
Die geologische Erklärung besagt, das beim Aufbrechen des Nordatlantiks durch vulkanische Aktivität vor ca. 60 Millionen Jahren heiße Basaltlava austrat. Durch sehr langsames und gleichmäßiges Auskühlen entstanden die senkrechten Basaltsäulen. Maßgeblich für die Entstehung der Säulen sind Spannungsrisse, ausgelöst durch unterschiedlich schnelle Abkühlung und Schrumpfung an der Oberfläche und im Innern der Formation. Auch uralte Lavaströme an anderen Orten erstarren zu sechseckigen Blöcken oder Säulen. Der Giant´s Causeway ist 5 Kilometer lang und endet direkt im Meer. Für die beeindruckenden Fotos ganz lieben Dank an meinen Schwager Herrn Dr. Karlheinz Matthies aus Bonn. Schöne Sommerferien!

Instagram Neue Steine Aus ibbenbüren

Das Mettinger Mineralogiemuseum hat die Mineralien und Fossilien des 2020 geschlossenen Bergbaumuseums in Ibbenbüren übernommen. Der Umzug der Exponate aus dem Hochregallager in Ibbenbüren ins Museum nach Mettingen ist abgeschlossen. Die Gemeinde Mettingen hat einen weiteren Teil des Lagers des ehemaligen Aldi- Marktes beräumt und so die Erweiterung des bergbaulichen Schwerpunktes des Mineralienmuseums ermöglicht. Herrn Otte und den Herren vom Bauhof an dieser Stelle ganz herzlichen Dank für den tatkräftigen Einsatz. Auch unseren Nachbarn, der Familie Beck von der Fa. Salzling, die beim Umzug tatkräftig mitgeholfen haben, ein herzliches Dankeschön. Ohne das Team des ehemaligen Bergbaumuseums Ibbenbüren wäre der Umzug der Mineralien und Fossilien und der Erhalt in der Region nicht möglich gewesen. An dieser Stelle Glückauf und nochmals ganz herzlichen Dank!
Im Mineralogiemuseum, das einen Schwerpunkt Bergbau hat, findet man neben einer umfangreichen Mineralien- und Fossiliensammlung vielfältige Exponate vom Bergbaumodell über Bekleidung und Werkzeuge der Bergleute, vom Schlagwettertelefon bis zu einem Film über den Bergbau, der unsere Region stark geprägt hat und der maßgeblich für den Wohlstand in der Region verantwortlich zeichnet. Mit dem Umzug verbleiben die Mineralien und Fossilien des Bergbaumuseums Ibbenbüren in der Region und halten gemeinsam mit den anderen Exponaten die Erinnerung an die Kohleförderung im Ibbenbürener Steinkohlenrevier und die Geschichte des Kohleabbaus vor Ort aufrecht.

Bild: Jürgen Strübbe
Stein des Monats Juli Silber 2026
Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats Juli: Silber

Woher Silber, das auch als Metall der Könige bekannt ist, seinen Namen bekam, war lange Zeit umstritten. Einige Forscher sahen die germanische Wurzel „silubra“ als Ursprung an, aus der sich neben dem englischen „silver“ auch die Wörter der baskischen und slawischen Sprache für Silber ableiten. Im 19. Jahrhundert gab es eine Theorie, die auf das in Homers Ilias beschriebene sagenhafte Land Alybe hindeutete. Demnach könnte das Wort Silber aus einer orientalischen Sprache stammen, abgeleitet von der semitischen Wurzel ṢRP im Sinne von „veredeln“ oder „legieren“. In den meisten indoeuropäischen Sprachen geht das Wort für Silber auf die Wurzel arg zurück. Das lateinische Wort für Silber lautet „argentum” . Welche Bedeutung Silber für die Menschen hatte, mag man daran erkennen, dass das Land Argentinien nach dem Silber benannt wurde, von dem die Europäer annahmen, es dort zu finden. Es ist damit übrigens das einzige nach einem chemischen Element benannte Land der Welt.
Silber gehört zu den Edelmetallen.Es ist ein hellgraues, weiches, gut verformbares Schwermetall, dass die höchste elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente und die höchste thermische Leitfähigkeit aller Metalle besitzt. Silber reflektiert zudem das Licht besser als jedes andere Metall. Es kommt in der Natur als gediegenes Silber in Gestalt von Körnern und als drahtig verästeltes Geflecht in hydrothermal gebildeten Erzgängen vor. Das meiste Silber wird heute aus Silbererzen gewonnen.Die größten Vorkommen befinden sich aktuell in Mexiko, den USA und Kanada sowie in Peru und Bolivien.
Bereits seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. wurde Silber von Menschen verarbeitet. Ob Assyrer, Goten, Griechen, Römer oder Ägypter und Germanen, alle schätzten und nutzen Silber. Zeitweise war es wertvoller als Gold. Das Silber stammte damals aus den Minen in Laurion, die etwa 50 Kilometer südlich von Athen lagen.
Bei den alten Ägyptern war Silber als Mondmetall bekannt. Auch in der Alchemie steht der Mond für Silber. Alchemisten des Spätmittelalters nahmen an, dass das Silber durch Vermischung von Schwefel und Quecksilber, (lateinisch „Argentum vivum“ für „lebendiges Silber“) entsteht.
Im Mittelalter wurden in Deutschland Silbererzvorkommen im Harz (Goslar), in Sachsen (Freiberg und im übrigen Erzgebirge), sowie im Südschwarzwald (Schauinsland, Belchen, Münstertal, Feldberg) entdeckt.
Größter Silberproduzent im Mittelalter war übrigens Schwaz. Das Silberbergwerk in Tirol galt als „Mutter aller Bergwerke“ und war das größte Silberbergwerk des Spätmittelalters, Bis zu 80% des damaligen Silbers kam aus den Stollen der Schwazer Knappen. Die Besichtigung des Besucherbergwerks bietet für Besucher auch heute noch eine spannende Reise in die Geschichte des Silberbergbaus.
Später brachten die Spanier große Mengen von Silber aus Amerika nach Europa, unter anderem aus der sagenumwobenen Mine von Potosí. Auch Japan war ab dem 16. Jahrhundert Silberexporteur.
Da nach 1870 vorwiegend Gold als Währungsmetall verwendet wurde, verlor Silber seine wirtschaftliche Bedeutung.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde rostfreier Stahl entwickelt, der aufgrund seiner Gebrauchsfreundlichkeit und des attraktiven Preises nach dem Ersten Weltkrieg in die Einsatzbereiche des Silbers vordrang. Servierplatten, Bestecke, Leuchter und Küchengeräte waren nun nicht mehr aus Silber sondern aus rostfreiem Stahl. Gegenläufig dazu entwickelte sich der Bereich Fotografie und Fotochemie unter Verwendung der Silbersalze während des ganzen 20. Jahrhunderts, verlor aber Ende der 90er Jahre im Zuge der Umstellung auf die digitale Abbildungstechnik an Bedeutung. Silber kommt heute unter anderem in der Elektronik & Elektrotechnik, in der Solarindustrie sowie in der Automobilbranche, in der Medizintechnik und in der Optik und Chemie zum Einsatz. Außerdem ist Silberschmuck weiterhin äusserst beliebt. Da Silber getrieben und zu feinen Blechen verarbeitet werden kann ohne zu reißen, entstanden und entstehen auch heute noch die schönsten Schmuckstücke aus diesem Metall.
Unabhängig von technischen Entwicklungen ist die Silbernachfrage weltweit steigend. Die Fördermenge hat sich seit dem 2. Weltkrieg mehr als verdoppelt.
Nach Berechnungen des Frauenhofer- Instituts und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sollen die heute bekannten Silbervorräte in ca. 29 Jahren erschöpft sein.
Instagram Islandspat

Island-Spat auch als Doppelspat, optischer Calcit oder Sonnenstein des Wikinger bekannt, ist chemisch gesehen Calciumcarbonat und gehört zur Mineralklasse der „ Carbonate und Nitrate“. Mit einer Mohshärte von 3 zählt er zu den weicheren Steinen. Besonders begehrt waren seit alters her die durchsichtigen Calcitkristalle. Die Bezeichnung Doppelspat entstand aufgrund seiner besonderen optischen Eigenschaften. Es geht dabei um die sogenannte Doppelbrechung für die besonders isländische Calcitkristalle seit dem 17. Jahrhundert berühmt waren. In der Spatmine Helgustadir, an der Ostküste wurde der Spat von 1668 bis 1925 gefördert Der Doppelspat aus Island wurde im 19. Jahrhundert vor allem zum Bau von optischen Geräten genutzt.
Der Doppelspat bricht einen Lichtstrahl in zwei voneinander abweichende Strahlen, so daß eine doppelte Kontur des beobachteten Gegenstandes entsteht. Legt man einen Doppelspat auf eine Abbildung in einem Buch, dann erscheinen Linien des Bildes doppelt. Diesen Effekt bezeichnet man als Doppelbrechung.
Möglicherweise nutzten bereits die Wikingern bei ihren Fahrten Doppelspat als Navigationshilfe. Ein funktionierender „Sonnenstein“ auf drehbarer Scheibe ist in Roskilde bei Kopenhagen im Wikingerschiffsmuseum ausgestellt. Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert legten sie weite Strecken von Skandinavien bis nach Nordamerika zurück. Einen Kompass gab es damals noch nicht. Ihre Expeditionen hingen von ihrer Fähigkeit ab, die Zeichen der Natur wie Sonne, Sterne und Wellen zu deuten, doch bei bedecktem Himmel waren ihre Ressourcen begrenzt. Der Sonnenstein soll sie in der Lage versetzt haben, die Position der Sonne auch bei bewölktem Himmel zu bestimmen, indem sie die Veränderungen der Polarisation des Lichts nutzten. Durch die Lichtbrechung mit einem doppelbrechenden Kristall wird der einfallende Lichtstrahl in zwei Lichtbündel mit unterschiedlicher Stärke aufgespalten. Durch Drehen und Wenden kann der Stein so ausgerichtet werden, dass die beiden Lichtbündel gleich stark sind. Die Blickrichtung zeigt dann genau in Richtung der Lichtquelle, also der Sonne. Wenn er richtig zur Sonne ausgerichtet ist, überlagern sich die Strahlen und bilden ein klares Bild des Himmelskörpers, selbst an bewölkten Tagen. Forscher stellten in einem Experiment fest, dass dies sowohl bei Bewölkung und als auch bis zu 40 Minuten nach Sonnenuntergang zuverlässig funktioniert. Im Wrack eines 1592 gesunkenen elisabetanischen Kriegsschiffs vor der Kanalinsel Alderney wurde ein Sonnenstein gefunden. Heute geht man davon aus, dass der Sonnenstein das empirische Wissen der Seeleute nicht ersetzt, sondern ergänzt hat und es ihnen so ermöglichte, effizienter zu navigieren, wenn der Himmel helle Öffnungen bot.
Stein des Monats Juni Kupfer 2026
Das Mettinger Mineralienmuseum präsentiert:
Stein des Monats Juni: Kupfer

Der Name Kupfer, lateinisch cuprum, leitet sich vom lateinischen aes cyprium „Erz von der griechischen Insel Zypern“ ab, da die Römer im Altertum ihr Kupfer vor allem von der Insel
Zypern bezogen, Kupfer ist ein Metall, das in der Natur in Reinform vorkommt. Seine rote, metallisch glänzende Farbe sorgte für die sehr frühe Entdeckung. Es ist biegsam, leicht zu bearbeiten und wurde bereits von den ältesten bekannten Kulturen vor etwa 10.000 Jahren verwandt. Die Zeit vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. wird je nach Region auch als
Kupferzeit bezeichnet. Kupfer bildet sich meist in basaltischen Laven entweder in Form von „kupferroten“, metallisch glänzenden Nuggets, die aus der Schmelze erstarrt sind oder in
verzweigten Strukturen, so genannten Dendriten. In Jordanien bestand schon um 4.000 v. Chr. eine Massenproduktionsstätte von Kupfer. Ab dem frühen dritten Jahrtausend legierte man Kupfer mit
Zinn und Bleianteilen zu Bronze. Diese härtere und technisch widerstandsfähigere Legierung wurde zum Namensgeber der Bronzezeit. Aus Bronze schmiedete man Helme, Schwerter und
Sperrspitzen. Auch die Himmelsscheibe von Nebra, eine 3600 Jahre alte Himmelsdarstellung, besteht aus Bronze. Das Römische Reich ( 509 v. Chr. bis 1453 n. Chr. ) galt als größter
vorindustrieller Kupferhersteller und Verarbeiter.
Im 17. und 18. Jahrhundert war die Herstellung von Kupferstichen weit verbreitet, um Gemälde und Illustrationen zu drucken und zu vervielfältigen, Dafür wurde das Motiv in eine Metallplatte
geritzt und Farbe aufgetragen und dann die Platte auf Papier gepresst. Das Ergebnis war die Kopie eines Originals. Aus diesem Handwerk stammt das Verb heute noch benutzte Verb „abkupfern“, das umgangssprachlich für unerlaubtes Kopieren, Imitieren oder Nachahmen steht. Der weltweit größte Kupferbrocken stammt aus Michigan in den USA, wurde 1857 gefunden und wog 420t. Sein Gewicht entspricht dem Gewicht von 42 LKW´s.
Die Freiheitsstatue von New York wurde von französischen Kunsthandwerkern hergestellt und besteht aus 91 Tonnen Kupfer. Sie ist damit die größte Kupferstatue der Welt. Die natürliche, grüne Patina schützt sie vor der Korrosion. Das erste verhüttete Kupfermineral war Malachit. Das Erz Cuprit enthält zwar mehr Kupfer, läßt sich aber schlechter verarbeiten. Heute ist Chalkopyrit das wichtigste Kupfererz. Der Kupfergehalt ist zwar deutlich niedriger aber die Abbaustätten sind so riesig, dass sich der Abbau trotzdem lohnt. Kupfer leitet Strom und Wärme sehr gut. Diese Eigenschaften machen das Metall unverzichtbar für die Industrie. Vor allem in der Elektronik kann nicht darauf verzichtet werden und es ist praktisch in jedem elektrischen Gerät zu finden. Darüber hinaus findet es auch als Münzmetall Verwendung. Auch in der Chemie sind Kupferverbindungen von großer Bedeutung. Sehr bekannt ist Kupfersulfat als chemischer Katalysator, der in Schwimmbädern als Algenschutzmittel genutzt wird. Weitere Verwendung findet Kupfersulfat als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall. Im Bauwesen werden Kupferrohre und Kabel aber auch Kupferblech zur Dachbedeckung und für Dachrinnen bei Gebäuden genutzt.
Kupfer hat die Eigenschaft im Laufe von mehreren Jahrzehnten zu korrodieren. Dabei entsteht eine dünne Patina die mit fortschreitendem Alter einen grünen Farbton annimmt. Chemisch betrachtet reagiert es mit dem Sauerstoff in der Luft und den Mineralien und dem Wasser von Niederschlägen. und verleiht so den Dächern sein typisches Erscheinungsbild.
Die NASA sendete 1977 zwei vergoldete Kupferschallplatten mit Bildern und Klängen von der Erde ins All. Die Platten enthalten 115 Bilder, Grüße in 55 Sprachen und eine Vielzahl von Naturgeräuschen wie Regen, Donner, Brandung, Vögel und Wale. Sie sollen Außerirdischen oder zukünftigen Raumfahrenden die Geschichte unserer Welt vermitteln. Die Kupferscheiben wurden
so konzipiert, dass ihre Daten eine Milliarde Jahre lang intakt bleiben – wahrscheinlich länger als die Menschheit selbst existieren wird. Auch für unseren täglichen Begleiter, das Smartphone, ist Kupfer unentbehrlich. Zu 10- 15 % besteht es aus Kupfer. Verbaut ist Kupfer in der Leiterplatine sowie diversen Drähten und Verbindungen. Kupfer sorgt also dafür, dass das Handy richtig funktioniert.
Wer eine Vorliebe für Kriminalfälle hat, wird bei der täglichen Zeitungslektüre feststellen, das angesichts hoher und vermutlich noch steigender Kupferpreise die Kupferdiebstähle massiv zugenommen haben.
Instagram Gabbro

In Zeiten, in denen tonnenschwere Lebewesen die Schlagzeilen der Presse bestimmen, haben wir uns ein tonnenschweres Urgestein in Gestalt eines Findlings, den die große Saaleeiszeit vor 125.000 Jahren aus dem hohen Norden über den Teutorücken bis nach Riesenbeck schob, näher angesehen. Schauen Sie sich die Fotos an. Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf. Was sehen Sie ? Ein Walroß, ein Wal oder ein Riesenfisch?
Der Findling, der heute am Ostring gegenüber dem Einkaufscenter in Riesenbeck beheimatet ist, wurde bei Bauarbeiten auf einem Firmengelände im Riesenbecker Ortskern gefunden. Mit 2,5 m Länge und 1,5 m Breite wahrlich ein gewaltiger Brocken. Im Gegensatz zu anderen Findlingen, die aus Granit oder Granit ähnlichem Material bestehen, handelt es sich bei diesem Findling um ein echtes Tiefengestein, genannt Gabbro. Der Gabbro, der nach einem Ort in der Toskana benannt wurde, zeichnet sich durch ein hohes Gewicht und eine enorme Dichte und Festigkeit aus. Er entsteht durch langsames Abkühlen von Magma in der Erdkruste in ca. 5 km Tiefe und ist oft Bestandteil der ozeanischen Erdkruste. Es handelt sich um ein dunkles, grobkörniges, magmatisches Tiefengestein, das als das plutonische Gegenstück zu Basalt gilt. Bestandteile sind zumeist dunkle Mineralien wie Pyroxen und Olivin sowie Plagioklas-Feldspate und Quarze. Verwendung findet Gabbro im Bauwesen in Form von Schotter und Pflaster und als robuster Naturstein für Grabmale oder Arbeitsplatten. In Deutschland findet man kleinere Vorkommen im Harz, im Odenwald, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald. Große Vorkommen befinden sich auf Grönland, in Indien sowie in Südafrika. In der Esoterik wird Gabbro als Unterstützer bei wichtigen Veränderungen oder einem Neubeginn gesehen. Neben den hier gezeigten Exemplaren gibt es ihn auch als handlichen Trommelstein für die Hosen- oder Handtasche.

Instagram Ozeanjaspis

Ozeanjaspis
Vom Flohmarktfund direkt zum Instagramauftritt. So erging es diesem Stein, der ein Fund vom Flohmarkt in Osnabrück- Atter vom 1. Mai ist. Zwischen Amethysten und Bergkristallen fiel mir dieser außergewöhnliche Stein direkt ins Auge. Ich tippte auf einen Rhyolith. Zuhause entpuppte sich der farbenfrohe Stein, dessen Herkunftsort, wie mir der Händler verriet, Madagaskar sei, als Ozeanjaspis. Entdeckt wurde der Ozeanjaspis erst Ende der 1990ziger Jahre, also ziemlich spät und ist durch seine bunten, augenförmigen Orbicular-Muster einzigartig. Ursächlich für die Entstehung sind hydrothermale Kieselsäurelösungen vulkanischen Ursprungs. Die bunten Kreismuster entstehen durch radiales Kristallwachstum von Quarz und Feldspat. Seine Mohshärte beträgt 6,5- 7. Seinen Namen erhielt diese Jaspisart, die durch ihre Farbvielfalt und ihre kugeligen Einschlüsse besticht, von einem amerikanischen Mineralienhändler, der den Stein so taufte, weil die Lagerstätte auf Madagaskar direkt am Meer lag und nur bei Ebbe zugänglich war. Der Stein, der auch unter dem Namen Ozeanachat oder Orbicularjaspis gehandelt wird, gehört zur Mineralklasse der Oxide und ist mineralogisch gesehen ein sphärolithischer Chalzedon. Der Name Chalzedon ließ sich aber am Markt nicht durchsetzen, so dass es beim Ozeanjaspis blieb. Er kommt in unzähligen Farben vor. Kein Stein ist dem anderen gleich. Am häufigsten erhältlich sind gelbliche, weiße oder graue sowie grünlich bis bräunliche Steine mit andersfarbigen Zell-, Augen- oder Blumenmustern. Für die Farben sorgen beispielsweise Eisen (gelb/braun) oder Kupfer (grün/blau). Er gilt als Heilstein der Erneuerung & Gelassenheit und soll Entspannung, emotionale Balance und Lebensfreude fördern. Bisher wurde dieser Stein ausschließlich in der Marovato- Mine in Nordwest- Madagaskars nahe den Ortschaften Moravato und Kambaby an der Küste gefunden. Das Vorkommen der Marovato-Mine ist begrenzt und gilt als fast erschöpft, was die vorhandenen Exemplare selten und begehrt macht.


