Vom Zauber der Achate

Vom Zauber der Achate

Achate, die ihren Namen ersten Funden im Fluß Achates im Süden Siziliens verdanken, gehören aufgrund ihrer Farben und Formenvielfalt zu den faszinierensten Mineralbildungen. Ihre Schönheit hat die Menschen seit der Antike begeistert.Unser Museum verfügt über einen ansehnlichen Bestand an Achaten, der anläßlich der Ausstellung durch private Leihgaben erweitert wurde. 

Plakat zur Ausstellung

Kommen Sie vorbei und lassen sie sich verzaubern.

Stein des Monats März 2025: Marienglas.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats März 2025: Marienglas.
Bei Marienglas, das auch unter den Namen Selenit, Frauenglas oder Spiegelstein bekannt ist, handelt es sich um eine besondere Form des Minerals Gips. Chemisch gesehen haben wir es dabei mit wasserhaltiges Calciumsulfat von besonders hoher Reinheit, das in Tafeln oder Platten mit glasartigem Charakter kristallisiert, zu tun. Marienglas entstand sekundär vor 200-300 Millionen Jahren durch die Verdampfung von Salzseen, was zu weißen Kristallen führte. Mineralien wie Gips und Calciumsulfat sorgten für Struktur und Härte. Eine weitere Entstehungsmöglichkeit ist durch Wasseraufnahme aus Anhydrid. Anhydrid ist im Aussehen und in der chemischen Zusammensetzung dem Gips sehr ähnlich, enthält jedoch im Gegensatz zum Gips, wie schon der aus dem griechischen stammende Name sagt (an- ohne, Hydor-Wasser), kein Wasser. Marienglas oder Selenit gehören zur Mineralklasse der Sulfate. Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 weisen sie eine ausgezeichnete Spaltbarkeit auf. Marienglas kommt weltweit vor. Die meisten heute im Handel befindlichen Stücke stammen aus Marokko. Der Name Marienglas entstand zu einer Zeit, als man Gegenstände noch nach ihrer Verwendung benannte. Man verwendete dünne Scheiben von sehr klaren, großen und leicht spaltbaren Gipskristallen, um Marienbilder und Reliquienbehälter zu schützen und durchsichtig zu machen. Durch die Verwendung bei Marienbildern entwickelte sich in manchen Regionen auch der Name Frauenglas. Der Name Selenit geht auf die griechische Mondgöttin Selene zurück, da der Stein oft in einer schimmernden, hellen Farbe erscheint, die an das Mondlicht erinnert. Der Name geht auf den schwedischen Mineralogen Johan Gottschalk Wallerius zurück. Die alten Ägypter verwendeten Selenit als Schutzstein. Das Mineral war auch bei den Römern bekannt, die es Spiegelstein oder auch einfach durchsichtiger Stein (Lapis specularis) nannten. Es wurde von ihnen zur Herstellung von Fenstern verwendet. Zwar war zu dieser Zeit Glas schon bekannt, doch war die Qualität, Ebenheit und Transparenz nicht so gut, dass hieraus Fensterscheiben gefertigt werden konnten. Aufgrund der Seltenheit größerer Selenitkristalle blieben Fensterscheiben aus diesem Material aber Prestige- und Luxusobjekte. Es ist bekannt, dass in Rom einige öffentliche Bäder Scheiben aus Selenit besaßen. Da die Größe der Kristalle begrenzt ist, wurden dafür quadratische Spaltstücke zu größeren Scheiben, ähnlich den heutigen Butzenscheiben, zusammengesetzt. Kaiser Tiberius soll ein Gewächshaus mit Scheiben aus Spiegelstein besessen haben. Später verwendete man Glimmerscheiben als Fensterersatz, vor allem bei Öfen. Marienglas war dafür nicht geeignet, da es sein Kristallwasser abgibt und trübe und spröde wird. Gipskristalle waren übrigens auch die ersten Mineralien, die Anthony von Leuwwenhoek, ein niederländischer Amateurnaturwissenschaftler und Erfinder des Mikroskops unter seinem Mikroskop studierte. Neben dem faserigen Selenit gibt es auch den feinkörnigen, weißen, durchscheinenden Alabaster, der vor allem als Dekoration zum Beispiel in Gestalt von Lampen oder als Bildhauerstein genutzt wird. Es verbergen sich also zwei Mineralien hinter dem Material Gips, das man eigentlich eher dem Baumarkt zuordnen würde. Berühmt für ihr Marienglas ist die Kristallgrotte in der Marienglashöhle bei Friedrichroda im Thüringer Wald. Im Jahre 1778 stießen die Bergleute auf Gipsgestein, das bis 1903 abgebaut wurde. Er wurde gebrannt und anschließend als Stuckgips verkauft. Danach wurde die Marienglashöhle als Schaubergwerk für Touristen geöffnet. Darin befindet sich eines der größten und schönsten Vorkommen an Marienglas-Gipskristallen, mit einer Länge von bis zu 90 cm. Die größten natürlich gewachsenen Kristalle der Welt befinden sich in einer Mine in Naica in Nordmexiko. Die Höhlen enthalten bis zu 14 Meter lange und bis zu 50 Tonnen schwere Kristalle. Fein gemahlenes Marienglas wird als Pigment auch in Beschichtungswerkstoffe gemischt, um ihnen eine hohe Brillanz zu verleihen. Diesen Effekt machten sich schon die Römer zunutze, indem sie den Boden ihrer Amphitheater und Hippodrome damit ausstreuten. Der gemahlene Lapis specularis funkelte bei den Veranstaltungen, wenn er aufgestaubt wurde. Marienglas gilt als Schutzstein und soll positive energetische Wirkungen haben. So soll er bei starkem Stress, auch bei Hyperaktivität, Panikattacken und nach Reizüberflutung hilfreich sein. Er soll helfen, zu entspannen, überreizte und angespannte Nerven zu beruhigen und wieder in einen stabilen Zustand zu gelangen. Ferner sagt man ihm nach, dass es übermüdete Augen entspannt und Verkrampfungen lösen soll. Selenit ist ein beliebter Dekorationsstein und kommt häufig in Form von Teelichthaltern oder als Lampe zum Einsatz.

Stein des Monats Februar 2025: Holzstein

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Februar 2025: Holzstein (versteinerte Hölzer).
Holzstein ist der alte Begriff, mit dem man versteinerte Hölzer bezeichnete. Versteinerte Hölzer, die eine unermessliche Farben- und Formenvielfalt zeigen, sind eindrucksvolle Kunstwerke der Natur. Seit sie als Dekorationsgegenstände, als Tischplatten oder Wandbilder zum Einsatz kommen, ist die Nachfrage riesig und sind die Preise explodiert. Schon die Etrusker kannten versteinerte Hölzer, gingen aber davon aus, dass es sich um Knochen von Göttern handelte, und sahen sie daher als heilig an. In Äthiopien wird versteinertes Holz aufgrund seines besonderes Klanges noch heute in christlichen Kirchen als Glocke eingesetzt. Aufgrund seines erstaunlich reinen Klanges kommt versteinertes Holz sogar für den Bau von Musikinstrumenten in Betracht. Versteinerte Hölzer finden sich weltweit und werden selbst in Wüsten gefunden und legen so eindrucksvoll Zeugnis vergangener Vegetationen ab. Die Versteinerung selbst ist ein komplizierter Vorgang, der Millionen von Jahren in Anspruch nimmt. Unter Holzstein versteht man verkieseltes Holz, das hauptsächlich aus Siliziumdioxid besteht und eine Härte von 5 – 7 auf der Richterskala nach Friedrich Mohs aufweist. Bei den auch als Kieselholz bekannten Versteinerungen handelt es sich um Quarzmineralien, da sie im Regelfall aus Kieselsäure und Chalzedon bestehen. Wenn Bäume absterben und umstürzen, müssen sie schnell von Sedimenten oder Vulkanasche bedeckt und luftdicht eingeschlossen werden. Nur so gibt es Jahrmillionen später gut erhaltene versteinerte Hölzer. Auch Stämme, die in Seen, Flüssen oder Meeren landeten und dort von Schlamm und Geröll bedeckt wurden, können zu fossilem Holz werden. Das Wasser löst organische Stoffe aus dem Holz und ersetzt sie durch mineralische Stoffe. In Deutschland ist in Chemnitz ein versteinerter Wald zu bewundern. In Osnabrück wurde im Schölerbergmuseum einem 300 Millionen Jahre alten Wurzelstock einer Sigillaria (Siegelbaum), den man auf dem Piesberg fand, mit einem nacherstellten Karbonwald ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. In den USA sind die Bundesstaaten Utah und Arizona mit ihren besonders farbenprächtigen, versteinerten Araukarien federführend. Bei den Bäumen im Escalante Petrified Forest State Park soll das Wort Petrified im Namen des Parks nicht nur für den Versteinerungsprozess stehen, sondern zugleich auch Souvenirjäger vom unerlaubten Einsammeln versteinerter Hölzer abhalten, da dies einer Sage nach unweigerlich zum Untergang des Sammlers führe. Nur die Rückgabe der Beute vermag diesen Fluch aufzuheben. Auch in Mettingen gibt es außerhalb des Mineralienmuseums versteinerte Hölzer in freier Natur zu bewundern. Im Garten vor der ehemaligen Gaststätte Pieper steht ein versteinerter Stamm eines Ackerschachtelhalms. Kaum zu glauben, dass dieses heute als Unkraut gefürchtete Kraut, mal solche Ausmaße hatte und Bäume hervorbrachte. Oberhalb des Köllbachtales auf der Heinrichshöhe steht ein versteinerter Siegelbaum (Sigillaria), dessen Alter 300 Millionen Jahre beträgt. Beide Fossilien verdanken wir dem hiesigen Bergbau und die Stämme geben eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie die einheimische Pflanzenwelt damals aussah. Wem mehr an farbigen Hölzern gelegen ist, dem seien die versteinerten Hölzer und Holzscheiben im Museum empfohlen, die wir in den letzten Jahren aus anderen Sammlungen übernehmen konnten.

Stein des Monats Januar 2025 – Septarie

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Januar 2025 – Septarie.
Septarien sind rundlich bis linsenförmig geformte Mineralansammlungen in Kalktonen, die durch Druck und Temperatur eine so feste Knolle bilden, dass sie bei der Verwitterung vom umliegenden Gestein abgesondert werden. Dies erklärt ihren Namen, der vom lateinischen Wort „separare“ abstammt und „trennen“ oder „absondern“ bedeutet. Sie gehören zur Gruppe der Sedimentgesteine. Die charakteristischen Risse entstehen durch Schrumpfung während des Trocknungsprozesses. Septarien sind meist bräunlich-graue Tonknollen mit Hohlraumfüllungen aus gelben Calcit. Der dunkelbraune Rand besteht aus Aragonit, die graue Fläche besteht aus Kalkstein. Die Muster entstehen durch die unterschiedlichen Mineralien, die während ihrer Entstehung eingelagert wurden. Erkennungsmerkmal sind die strahlenförmigen Muster von Adern und Gängen. Der Entstehungsprozess der Septarie ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Vereinfacht könnte man sagen, die Septarie wird durch einen austrocknenden Schlammklumpen geformt. Diese Beschreibung greift aber zu kurz, da im Innern komplizierte Prozesse ablaufen. Der Kern der Septarie wird meist aus ursprünglich organischem Material gebildet. Um den Kern herum fängt die Knolle an zu wachsen. Durch chemische Vorgänge werden Carbonat haltige Lösungen vom organischen Kern angezogen und dort verdichtet. Beim Austrocknen bilden sich Risse und Hohlräume, die sich aufs Neue mit Carbonat haltige Lösungen füllen. Häufig setzen sich in diesen Rissen Mineralien wie Calcit, aber auch Siderit, Pyrit, Baryt oder Quarz ab. Auf diese Weise wächst die Septarie, bis die chemischen Vorgänge durch den Verbrauch der organischen Stoffe im Innern zum Erliegen kommen oder der Nachschub an Kalk endet. Septarien, die zur Mineralklasse der Silikate gehören, haben auf Mohs Härteskala die Härte 3-4. Sie sind weltweit zu finden und kommen üblicherweise in Carbonat reichen Tonschiefern vor. Aufgrund des gehäuften Auftretens von Septarien wird eine im mittleren Oligozän abgelagerte Schicht, aufgrund des gehäuften Auftretens von Septarien sogar als Septarienton bezeichnet. Die meisten Septarien, die sich im Handel befinden, kommen aus Marokko, Madagaskar und Utah sowie Nevada in den USA. Zu den bekanntesten Vorkommen in Deutschland gehört die Tongrube Hermsdorf in Berlin. Bei Arpke in Niedersachsen gibt es Septarien mit sehr schönen Calcitwänden, beim Autobahnbau in Arnsberg-Neheim wurden sehr große Septarien bis über 2 m Länge gefunden. Bekannt ist auch ein Septarienton aus dem Gebiet Magdeburg-Halle. Septarien werden hauptsächlich im kunstgewerblichen Bereich genutzt. Aufgrund ihres oft attraktiven Musters werden große Exemplare beispielsweise zu Tischplatten oder zu Bücherstützen, kleinere Exemplare aber auch zu Broschen oder Anhängern verarbeitet. Früher wurde vermutet, dass der Stein aus dem Kopf eines Drachen kommt. Vielleicht wegen der verwinkelten Form und den dunkleren Rissen im Stein, die an ein Gehirn erinnern. Schon bei den Ureinwohnern Nordamerikas erfreuten sich Septarien als Heilsteine großer Beliebtheit. In ihren Hohlräumen fand man oftmals noch Urwasser, dem ebenfalls heilende Kräfte zugeschrieben wurden. Als Heilwirkungen auf den Körper wird Septarien nachgesagt, dass sie das Gehirn kräftigen und Hirndurchblutungsstörungen mindern und für mehr Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungsvermögen sorgen sollen. Außerdem sollen sie die Selbstheilung fördern und das Immunsystem stärken sowie bei Übersäuerung, Darm- und Hautproblemen Linderung verschaffen. Die Septarie gilt als Stein der Transformation und Erneuerung. Als Auswirkungen auf die Psyche sollen Septarien das Selbstbewusstsein steigern und mehr Standhaftigkeit bei Problemen oder in Konflikten bewirken. Sie sind bekannt dafür, verdrängte Emotionen und Traumata ans Licht zu bringen, sollen den Kopf freimachen und dadurch den Weg zu klaren Gedankengängen und besserer Kommunikationsfähigkeit ermöglichen. Andere Namen für Septarien sind Konkretion, Drachenstein und Septarien-Ei sowie Drachen-Ei. In jüngster Zeit erfreuen sich vor allem Drachenei-Septarien großer Beliebtheit. Die Bezeichnung Drachen Ei hängt mit dem rissigen und unterteilten Äußeren, das einem Ei nach der Schlüpfung des Kükens ähnelt, zusammen. Entstanden vor 50-70 Millionen Jahren als Ergebnis vulkanischer Aktivität werden sie aktuell zu Höchstpreisen gehandelt. (Foto 2)

Foto 1
Foto 1

Foto 2
Foto 2

Unsere Septarie auf dem ersten Foto (Fotro 1) stammt aus Utah in den USA. Mit etwas Fantasie erkennt man im Innern aus Aragonit und Calcit die Abbildung eines Drachens, was für den Kauf dieses kleinen Meisterwerkes der Natur mit ursächlich war.

Jahresrückblick 2024

Jahresrückblick 2024
Am Sonntag ist der zweite Advent und in 23 Tagen endet das Jahr 2024. Zeit für ein Resümee. Das Jahr 2024 hat dem Mineralien- und Fossilienmuseum Mettingen neue private Sammlungen aber vor allem die Übernahme der verbliebenen Exponate des ehemaligen Bergbaumuseums Ibbenbüren beschert. Dies hat zu einem weiteren Ausbau unseres Schwerpunktes Bergbau als Erinnerung an den Bergbau in der Region geführt.
Seit Juni betreiben wir einen Instagram Account Mineralien Museum Mettingen mit wöchentlich neuen Beiträgen. Wir haben diesen Weg gewählt, um mit der Zeit zu gehen und uns Instagram Follower als neues Publikum zu erschließen.  Der am 03.10.2024 stattfindende Türöffner- Tag mit der Maus war mit über 100 Kindern ein großer Erfolg. Neben unseren Mineralien stand in diesem Jahr die Drucktechnik Frottage auf unserem Programm, die die Kinder aber auch die Eltern begeisterte.
Besuche der Mineralien AG der Kardinal von Galen Schulen oder von Klassen der Ernst- Klee- Schule stehen bei uns ebenso auf dem Programm, wie die von Frau Strickmann im Caritas Altenheim in Ibbenbüren durchgeführte Nachbesprechung unserer in der IVZ veröffentlichten Reihe „Stein des Monats“, die wir mit der Überlassung von Steinen zur besseren Anschauung begleiten.
Nach der Übernahme der verbleibenden Exponate des Ibbenbürener Bergbaumuseums ermöglichte uns die Gemeinde Mettingen eine Erweiterung unserer Räumlichkeiten. Die offzielle Übergabe erfolgte am 26.11.2024 im Rahmen einer Feierstunde.
Was die Besucherzahlen angeht, konnten wir am 01.12.2024 den 5000.Besucher im Museum begrüßen.Wir freuen uns riesig darüber, dass es uns als generationsübergreifendes Museum gelungen ist, über 1000 Besucher mehr im Museum zu empfangen als im Vorjahr und wünschen uns sehr, dass der Trend anhält.
In 2024 hatten wir zwei Sonderausstellungen. Zunächst die Ausstellung “ Ammoniten – Erfolgsmodelle der Evolution“ und ab dem 01.09. die Ausstellunjg “ Entlang den Stränden“, die Urlaubserinnerungen wecken und Urlaubsfunde wieder ins Bewußtsein bringen soll.
Im Februar 2025 starten wir mit einer neuen Sonderausstellung zum Thema “ Vom Zauber der Achate „.
Selbstverständlich führen wir die erfolgreiche Reihe “ Stein des Monats “ in der IVZ weiter fort. Ein Buchprojekt befindet sich dazu aktuell in Planung.
Sollten Sie eine Folge verpaßt haben, so finden Sie sie auf unserer Internetseite unter “ Mineralogie Museum- mettingen.de“.
Abschließend bleibt mir rückblickend nur auf einen Chansontext von Reinhard Mey aus dem Jahre 1972 zu verweisen, dessen Refrain lautet: Ich denk`, es war ein gutes Jahr.
Wir freuen uns auf ihren Besuch, bleiben Sie gesund und uns auch in 2025 gewogen.
Wichtige Termine in 2025, an denen wir unabhängig von unseren Öffnungszeiten uns über Ihren Besuch freuen:

26.04.2025 – 28.04.25 Kirmes
27.04.2025 Bauern- und Blumenmarkt
30.08.2025 – 01.09.2025 Kirmes
03.10.2025 Türen auf mit der Maus
26.10.2025 Kerzen an
29.11.-30.11.2025 Weihnachtsmarkt.

Frohe Weihnachten und einen guten Jahreswechsel!
Ihr Team des Mineralien- und Fossilienmuseums Mettingen.

Amonitenausstellung

Museumserweiterung

Ausstellung Entlang den Stränden

Türen auf mit der Maus

Erweiterung des Mineralien- und Fossilienmuseums

Erweiterung des Mineralien- und Fossilienmuseums

 Am 26.11.2024 wurden im Rahmen einer Feierstunde, die an das Museum angrenzenden neuen Räumlichkeiten im ehemaligen ALDI- Lager durch die Bürgermeisterin Frau Rählmann an das Team des Mineralien- und Fossilienmuseums übergeben. Nachdem das Museum eine umfangreiche Fossiliensammlung übernommen hatte, wurde der Platz knapp.  Durch die Überlassung von Vitrinen aus der Draiflessen Collection der Familie Brenningmeyer, der Beräumung der Lagerräumlichkeiten durch die Mitarbeiter des Bauhofes und die Aufstellung bereits im Bestand des Museums befindlicher Vitrinen durch die Handwerker- Gruppe des Heimatvereins, gelang es, die Fläche unseres Museums um 1/3 zu vergrößern und für uns nutzbar zu machen.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und hoffen viele weitere Besucher mit unserer Ausstellung begeistern zu können.

Text: Karin Brinkmann (Mineralogie Museum Mettingen),

Bilder: von Herrn Weßling  / IVZ.

Beste Wünsche zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel 2024 /2025,

ihr Team des Mettinger Mineralien- und Fossilienmuseums

Stein des Monats Dezember 2024: Fluorit

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert: Stein des Monats Dezember 2024: Fluorit.

Der Name des Steins des Monats Dezember 2024, Fluorit, leitet sich aus dem Lateinischen von „fluere“ ab, was „fließen“ bedeutet, und als eine Anspielung auf den vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt des Steins gilt. Von Fluorit leitet sich auch der Begriff „fluoreszierend“ ab, denn Fluorit ist der am stärksten fluoreszierende Stein. Erst 1824 entdeckte der deutsche Mineraloge Friederich Mohs die bei ultravioletten Licht sichtbar werdende Fluoreszenz. Der irische Mathematiker und Physiker George Gabriel Stokes benannte das Phänomen schließlich nach dem Fluorit Fluoreszenz. Bei Fluorit, der auch unter der bergmännischen Bezeichnung Flussspat oder als Kalziumfluorid bekannt ist, handelt es sich um ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Halogenide. Er entwickelt meist kubische Kristalle in Form von Würfeln oder Oktaedern. Der Oktaeder besteht aus zwei vierseitigen Pyramiden, wobei eine Pyramidenspitze nach oben und die zweite Spitze nach unten zeigt. Der erste Namensteil geht auf die Verwendung als Flussmittel beim Schmelzen von Metallen zurück. Durch ihn wird die Schmelze schneller flüssig und man spart Brennstoff. Versucht man, Fluorit zu spalten, erhält man immer wieder diese spiegelnde, glatte Form, die sich auch in kleineren Spaltkristallen zeigt. Dieses Verhalten war bereits seit dem Mittelalter als spätiges Verhalten bekannt, was den zweiten Namensteil verantwortet. Fluorit ist das Leitmineral für die Härte 4 auf der Skala von Friedrich Mohs. Da Fluorit weich ist, eignet er sich aufgrund der recht schnellen Abnutzung nicht für die Bearbeitung als geschliffener Schmuckstein. Vor 250 bis 100 Millionen Jahren entstand Fluorit aus in heißem Wasser gelösten Mineralien, die Risse im sich bildenden grobkörnigen, unterirdischen Pegmatit-Gestein füllten. Durch seine Reinheit und kristalline Struktur stach er besonders hervor und damit auch Bergleuten ins Auge. In seiner Reinform ist Fluorit farblos und transparent: Kommt es zu Verunreinigungen wirkt er meist grau. Verbreitet findet man grüne, violette und gelbe Kristalle, aber auch blaue, rote und braune Fluorite sind bekannt. Seine besondere Kristallstruktur sorgt für den typischen Schimmer und seine Farbvielfalt. Der Fluorit wird in Brasilien, Russland, China, Indien, Madagaskar und Pakistan abgebaut, da dort die Steine eine besonders gute Qualität haben. In der chinesischen Provinz Sichuan gibt es erstklassigen mehrfarbigen Fluorit, sowie goldenen Fluorit und purpurfarbenen Fluorit in den Lagerstätten der Präfektur Guangyuan. In Deutschland wird Fluorit in der Grube Clara im einzigen noch aktiven Bergwerk im Schwarzwald abgebaut. Mikroskope oder Fernrohre besitzen Linsen aus Fluorit. Fluorit steckt in der Zahnpasta und soll Zähne vor Karies und Löchern durch Härtung des Zahnschmelzes schützen. Aus Fluorit wird auch Fluorwasserstoffsäure hergestellt, die zum Mattieren von Glas und zum Ätzen von Metallen bei der Computerchipproduktion zum Einsatz kommt. Weitere Einsatzgebiete liegen unter anderem in der Galvanik. Fluorit hat Menschen seit Jahrhunderten begeistert. Er ist als Edelstein sehr begehrt und gilt als der „farbenprächtigste Edelstein der Welt“. Man sagt ihm nach, dass er das Lernen und die Informationsaufnahme unterstützt. Er soll bei Ängsten und Stress eine beruhigende Wirkung entfalten und ein Gefühl von innerem Frieden und Gelassenheit vermitteln. Dieser Stein wird oft als „Stein der Ordnung“ bezeichnet, da er dazu beitragen soll, geistige Klarheit zu fördern und emotionale Blockaden zu lösen und das Bewusstsein zu schärfen. Der Fluorit gilt auch als Schutzstein gegen negative Energien. Fluorite werden häufig als Trommelsteine bearbeitet, um ihre Farbe und ihren Glanz besonders hervorzuheben und den Trägern die Mitnahme zu erleichtern.
Text & Bild: Karin Brinkmann (Mineralogie Museum Mettingen)

Stein des Monats November 2024

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats November 2024: Chiastolith (Kreuzstein)

Der Chiastolith, auch Kreuzstein genannt, hat seinen Namen vom griech. „chiastos“, was „kreuzförmig“ oder „diagonal angeordnet“ bedeutet. Maßgeblich für die Benennung war die Ähnlichkeit des griechischen Buchstabens Chi mit dem Buchstaben „X“ und „Lithos“ für Stein. Der deutsche Name Kreuzstein rührt ebenfalls von der auffälligen Zeichnung des Steins her. Der Chiastolith ist eine Varietät des Andalusits, einem Aluminiumsilikat. Kohlenstoffeinschlüsse, insbesondere Graphitpartikel formen in der flüssigen Magma unter besonderen Einflüssen ein schwarzes Kreuz. Der Chiastolith ist normalerweise ein undurchsichtiger, brauner Halbedelstein, der wegen seines Kreuzmusters als Schmuck verwendet wird. Neben „Kreuzstein“ ist der Chiastolith auch unter den Namen Lapis-Kreuzblütler, Maltesit und Kreuzit bekannt. Das Aussehen des Chiastolith ist weiß, grau, braun oder gelblich mit Kreuzzeichnung. Er ist undurchsichtig. Der Chiastolith gilt als einzigartig da er in der Lage ist prismatische Kristalle mit quadratischem Querschnitt zu bilden. Einige alte Interpretationen bezüglich der Bedeutung des Chiastolith sprechen von einem Zeichen von Gottheiten, das als Glücksbringer oder schützender Talisman gilt. Kreuzsteine wurden oft zum Schutz vor dem bösen Blick, Zauberei oder Unglück verwendet. Die amerikanischen Ureinwohner verwendeten Chiastolith schon immer zum Schutz bei ihren Ritualen. Ein Cherokee-Stamm hat sogar Legenden über die „Kleinen Leute“ ins Leben gerufen, deren Tränen kreuzförmig waren. Im Laufe der Geschichte wurde Chiastolith jedoch vorwiegend mit dem Kreuz des Christentums in Verbindung gebracht. Das Kreuz sollte dabei an die Auferstehung erinnern. Die erste Erwähnung von Chiastolith findet sich in einem 1648 erschienenen Buch des niederländischen Geographen Johannes De Laet mit dem Titel „De Gemmis et Lapidibus“ (lateinisch für „Von Edelsteinen und Steinen “). Ab dem 16. Jahrhundert wurde Chiastolith vor allem als religiöses Souvenir an diejenigen verkauft, die den Jakobsweg in Spanien absolvierten. Die christliche Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, einer Kathedrale über dem Grab des Apostels Jakobus, geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Diese heilige Stätte, das Endziel einer 1.000 Kilometer langen Reise, ist neben Jerusalem und Rom einer der drei Orte, an die Katholiken reisen können, um Vergebung für ihre Sünden zu erlangen. In den Jahren 1620 und 1653 ließen sich christliche Siedler in Massachusetts (USA) nieder. In Lancaster in Massachusetts, fanden sie Chiastolith und waren von seiner geheimnisvollen, möglicherweise heiligen Form fasziniert. Sie schickten Chiastolith Steine nach England, wo sie bei den Königen beliebt wurden und noch heute in vielen englischen Museen zu finden sind. Heute ist Chiastolith in Spanien und Frankreich noch immer ein wichtiges Kulturgut. Dort wird es abgebaut und immer noch an katholische Touristen verkauft. Oft wird es auch poliert und zu Chiastolith-Schmuck verarbeitet. Der Stein gilt laut einer Studie aus dem Jahre 2016 als ein wichtiges Element des geologischen und kulturellen Erbes von Nordwestspanien. Die meisten Andalusite haben einen Härtegrad von 6,5–7,5 auf der Mohs- Scala. Der Chiastolith hingegen hat einen Härtegrad von 5–5,5 auf der Mohs- Scala, ist also weicher. Fundorte für Chiastolithe sind Kalifornien, Spanien, Brasilien, Sri Lanka, Frankreich, Schweden, Algerien, Sibirien und Russland. Industriell werden Andalusite wie Chiastolith aufgrund ihrer ausgezeichneten Hitzebeständigkeit in feuerfesten Auskleidungen von Brennöfen verwendet. Der Chiastolith zählt zu den starken Heilsteinen. Man sagt ihm nach, er könne die Durchblutung verbessern, fiebersenkend wirken und das Nervensystem kräftigen. Außerdem fördere er die Milchbildung bei stillenden Müttern, wirke aufbauend bei Erschöpfungszuständen und Schwächegefühlen, lindere Übersäuerung und sei hilfreich bei Rheuma und Gicht. In esoterischen Kreisen wird der Kreuzstein oft als Stein der Balance bezeichnet. Dabei wird die Kreuzstruktur als Symbol für Erneuerung, Veränderung, Harmonie und Ausgeglichenheit interpretiert. Daneben gilt er als Stein, der sehr beruhigend wirkt, Ängste und Schuldgefühle löst und Nervosität mildert. Er soll den Realitätssinn fördern, den Verstand stärken, Stress lindern und gerade bei jungen Menschen zu einem selbstständigerem Leben verhelfen.
In der Literatur findet sich ein Thriller mit dem Titel „Kreuzstein „von Ulrich C. Schreiber. Außerdem gibt es ein Kreuzsteinspiel für Kinder in Kitas und Kindergärten.
Text & Bild: Karin Brinkmann (Mineralogie Museum Mettingen)

Stein des Monats Oktober 2024 – Rauchquarz.

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats Oktober 2024: Rauchquarz.
Der Name Rauchquarz weist auf die rauchbraune bis graue Farbe dieser Quarzvarietät hin. Der ebenfalls häufig für die dunkelgraubraune bis schwarze Varietät des Rauchquarz verwendete Name „Morion“ ist auf den römischen Geschichtsschreiber und Naturforscher Plinius zurückzuführen. In seiner Enzyklopädie Naturalis historia bezeichnete er das Mineral als „historia mormorion“. Im deutschsprachigen Raum ging daraus der Name „Morion“ hervor. Der Rauchquarz gehört zu den wenigen dunklen Edelsteinen, die in der Natur vorkommen. Typisch für Rauchquarz sind die Farben gelbbraun, schokoladenbraun, oder auch ein schwärzliches Holzkohlenbraun. Meistens ist brauner Rauchquarz durchsichtig bis durchscheinend. Vor Jahrmillionen wurden Gesteinsspalten und Klüfte von heißen Minerallösungen durchströmt und die natürliche Gammastrahlung aus dem umgebenden Gestein führte zur Färbung der auskristallisierenden Quarze. Dabei wurden Lithium-Aluminium-Ionen im Kristallgitter ionisiert, wodurch ausfallendes Licht braun wirkt. Der seltene Stein wird seit alters her als Schmuckstein in Pyramiden, Statuen und Devotionalien verwendet. Er gilt als Schutzstein gegen Unheil und auch heute noch werden in den Alpenländern Kreuze und andere religiöse Anhänger aus ihm geschliffen. In den Sagen der Druiden in Schottland heißt es, dass die Kraft der Erdgötter im Rauchquarz stecke. Dort gilt er als Nationalstein und ist auch ein beliebter Schutzstein. Bei den Römern ist er der Stein der Trauer, der neuen Willen und Lebensmut verleihen soll. In den arabischen Ländern steht er im Zeichen der Freundschaft und Treue, der bei drohendem Unheil einen Farbwechsel zeigt. Mit der Mohshärte 7 ist der Rauchquarz ein relativ robuster Stein, aus dem neben Schmuck gerne auch Skulpturen hergestellt werden. Große Rauchquarzvorkommen findet man in Russland, Brasilien und Zimbabwe, in der Schweiz, in Spanien, in Schottland und in Australien. Weitere Fundorte sind der Mont Blanc (Frankreich),Idar-Oberstein, Madagaskar, Kongo und Namibia. Esoteriker glauben, dass er für mehr Klarheit und Willenskraft sorge und neue Kräfte und Lebensfreude schenke. Er unterstütze das positive Denken und solle dabei helfen schlechte Gedanken abzuwenden. Außerdem soll der Rauchquarz dazu beitragen, Stress abzubauen und Blockaden zu lösen. Vor neuem Stress und Blockaden soll er ebenfalls bewahren. Als Heilstein wird Rauchquarz eine krampflösende Wirkung nachgesagt. Außerdem stärke er den Rücken und die Nerven. Deshalb kommt er oft bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen zum Einsatz. Daneben unterstützt Rauchquarz den Stoffwechsel und die Hormonproduktion. In Wohnungen aufgestellt oder als Schmuck getragen, soll Rauchquarz dabei helfen, negative Schwingungen zu neutralisieren. Durch diese Eigenschaft wird er gerne beim Schlichten von Streit eingesetzt. Auch Elektrosmog soll er abfangen und verringern, sowie vor Strahlung aus Wasseradern schützen. Wie bei allen begehrten Steinen ist auch der Rauchquarz nicht vor Fälschungen gefeit. In den USA werden viele Produkte mit Gamma-Strahlen bestrahlt, um diese zu sterilisieren. Wenn man eine Schachtel mit farblosen Quarzen nur ein paarmal zusammen mit Tomaten über das Förderband laufen lässt, sind die Quarze dunkel und zu Rauchquarz geworden. Für den Verbraucher ist nicht erkennbar, ob die Quarze natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind. Berühmt und berüchtigt sind die sogenannten Arkansasquarze. Sollte Rauchquarz aus Arkansas zum Kauf angeboten werden, ist äußerste Vorsicht angesagt.
Text und Bilder: Karin Brinkmann

Stein des Monats September 2024 – Geode

Das Mineralienmuseum Mettingen präsentiert:
Stein des Monats September 2024: Geode
Der Name Geode stammt vom altgriechischen Wort „geodes“ zu Deutsch „erdartig“ ab und bezieht sich auf die Runde, erdähnliche Form des Steins. Als Geoden werden Hohlräume in vulkanischem oder sedimentären Gesteinen, die mit Quarz ausgekleidet sind, bezeichnet. Sie sind wie Wundertüten. Man weiß vor dem Aufbrechen oder Knacken nicht, was man bekommt. Einige Geoden haben Auskleidungen aus kristallinen Quarz. Andere Geoden zeigen im Innern konzentrische Achatschichten. Manchmal ist die Innenfläche mit abgerundeten Massen ausgekleidet, die Fachleute als traubenförmig bezeichnen oder es setzt sich Kieselsäure ab und es bilden sich horizontale Schichten. Einige Geoden haben alle vorstehend genannten Besonderheiten und sind deshalb besonders begehrt. Eine Geode mit einem unvollständig mit Kristallansammlungen verschiedener Art gefüllten Hohlraum bezeichnet man als Druse. Ist der Hohlraum vollständig mit Mineralsubstanz ausgefüllt, spricht man von einer Mandel. Die Bezeichnung Geode wird nicht einheitlich verwandt. Sie steht einerseits für einen rundlichen Hohlkörper, der von einer einheitlichen Gesteinsaußenschicht begrenzt wird, andererseits wird der Begriff Geode auch genutzt, um die Füllung mit mineralischer oder fossiler Substanz im Innern zu bezeichnen. Ein Großteil der Geoden entsteht im Vulkangestein. Innerhalb eines zwischen 800 und 1200 °C heißen Lavastroms lösen sich Gase aus der Gesteinsschmelze und bilden zunächst kleine Gasblasen. Während diese Blasen im heißeren Kern der Lava noch einige Zeit beweglich sind und sich bei ihrer Wanderung in Richtung Oberfläche zu mehr oder weniger großen Hohlräumen verbinden, bleiben sie in den schneller abkühlenden Randbereichen relativ klein mit meist rundlicher oder linsenartiger Form. Der Durchmesser der Geoden kann zwischen einigen Zentimetern und mehreren Metern betragen. Eine der größten bekannten Geoden, die Ende 1999 in der spanischen Provinz Almería entdeckt wurde, ist mit Marienglas ausgekleidet, hat eine Länge von 8 Metern und kann bis zu 10 erwachsene Menschen aufnehmen. Das Alter dieser Geode lässt sich auf 60.000 bis 2 Millionen Jahre eingrenzen. Die untere Grenze wurde durch Karbonat Krusten, die sich im Marienglas abgelagert hatten, ermittelt. Hat der Lavastrom sich auf 400 Grad abgekühlt, kondensiert das vulkanische Gas zu aggressiven, teilweise wässrigen Lösungen, die das umgebende Gestein angreifen und zersetzen. Auf diese Weise entstehen einerseits winzige Verbindungskanäle zwischen den Blasen und im Gestein, andererseits erste Mineralfüllungen in den Geoden aus den Bestandteilen der Lösung. Weitere nachfolgende hydrothermale Vorgänge, die aus den fortgesetzten vulkanischen und tektonischen Prozessen im Erdinneren herrühren, führen die Arbeit der Hohlraumfüllung bzw. Verwitterung fort, bis schließlich nach mehreren zehn bis Hundert Millionen Jahren Drusen mit teilweiser Mineralfüllung und verbleibendem Hohlraum im Zentrum oder vollständig aufgefüllte Mandeln entstanden sind. Geoden können auch im sedimentären Bereich durch austretendes Porenwasser entstehen. Auslöser für den Ausfall des Porenwassers sind pH-Wert- Unterschiede. Die Anlagerung erfolgt meist konzentrisch und spiegelt die wechselnden Ablagerungsbedingungen während der Gesteinsbildung wider. In der Esoterik werden Geoden gern zum Stressabbau und für eine harmonisierende Wirkung eingesetzt. Achatgeoden sollen als Schutzstein Zuversicht und Lebenskraft verleihen. In seelischen Schieflagen sollen sie Geborgenheit und Stabilität spenden. Dem Achat wird nachgesagt, dass er Schlafstörungen mindern und Ängste lindern kann. Außerdem gilt der Achat als einer der stärksten Schutzsteine für Mütter. Schon in der Schwangerschaft soll er die Mutter und das werdende Leben schützen und nach der Geburt die Bindung zwischen Mutter und Kind stärken und inniger werden lassen. Die funkelnden Kristalle, die im Laufe der Jahrtausende in den Hohlräumen gewachsen sind, üben auf Menschen eine besondere Faszination aus. Ob Quarzkristalle, wie der Amethyst aus Brasilien, oder die Coelestin-Geoden aus Madagaskar. Geoden sind auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Text & Foto Karin Brinkmann.