Stein des Monats Juli Karneol

Stein des Monats Juli „Karneol“
Der Karneol: Herkunft des Namens gibt Rätsel auf.
Mineralienmuseum stellt besondere Steine vor – Stein des Monats Juli ist der Karneol. Woher hat er denn nun seinen Namen, der Karneol? Ganz genau kann es das Team des Mettinger Mineralienmuseums nicht sagen, aber es hat dafür viele weitere Interessante Fakten um den Edelstein recherchiert. Er gehört zur Gruppe der Chalcedone, die wiederum Mitglieder der Mineralfamilie Quarz sind. Er entsteht durch Siliziumdioxid, das in Vulkangesteine eindringt und dabei Eisenoxid aufnimmt. Dieses sammelt sich in Gesteinshohlräumen und bildet durch Abkühlung und Austrocknung Karneol. Eisenoxid färbt den Karneol orange, während Eisenhydroxid für eine bräunliche Färbung sorgt. Woher der Karneol seinen Namen hat, bleibt bis heute ein Geheimnis. Im Mittelalter war er als „corneolus“ und später als „cornelius“ bekannt. Nach Hildegard von Bingen wurde er seiner Farbe wegen nach der Kornelkirsche (cornum) benannt. Eine andere Interpretation sieht den Ursprung des Namens beim lateinischen Word für Fleisch (carne) zu dem ebenfalls eine farbliche Ähnlichkeit besteht.
Karneole sind seit jeher beliebte Edelsteine, die schon von mesopotamischen Königen getragen worden seien. Ramses II. und Martin Luther trugen einen Siegelring aus Karneol, hat des Team herausgefunden. Die Griechen sahen den Karneol als Symbol für die wiederkehrende Sonnenkraft. Im alten Ägypten galt er als „Lebensstein“. Man glaubte, der Karneol könne die Lebenskräfte erneuern und gab ihm daher eine bedeutende Rolle bei Bestattungsritualen und als Grabbeigabe. Auch in der Bibel findet der Karneol als einer der Edelsteine aus dem Brustschild des Aaron sowie als einer der zwölf Edelsteine, die in das Fundament der Stadt Jerusalem gesetzt wurden Erwähnung. Bei Kalkriese nahe Osnabrück, dem vermuteten Ort der Varusschlacht, hat man einen Eisenring mit Gemme aus Karneol gefunden, die ein Doppelfüllhorn mit dem Heroldstab des Merkur zeigt. Im Mittelalter wurde der Karneol als Amulett getragen, um sich gegen unerwünschte Zauberkräfte zu schützen. 120 Fundorte für Karneol sind weltweit bekannt. Die meisten davon befinden sich in Australien, Brasilien, Indien, Botswana, Deutschland und Frankreich. In Deutschland ist der Karneol regional gesehen in Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland anzutreffen. Oft findet man Karneole in Flüssen unter dem Geröll. Der Karneol soll bei seelischen und körperlichen Störungen, Schlafstörungen und mangelndem Durchsetzungsvermögen wirken. Die Bedeutung des Karneols zeige sich auch darin, schreibt das Museumsteam, dass eine 1964 gezüchtete Rosensorte Karneol-Rose und eine Sauerkirschsorte 1990 unter dem Namen Karneol-Kirsche anerkannt wurde. Außerdem war der Stein auch mehrfach Gegenstand literarischer Verarbeitungen. So spielt der Karneol unter anderem im Segenpfänder aus dem West-Östlichen Diwan von Johann Wolfgang von Goethe eine Rolle.