
Ostseejade
Ostseejade, auch als Friesengold bekannt, ist Faserkalzit und damit kristallines Kalziumkarbonat. Mit Jade, wie der Name vermuten läßt, hat dieser Stein nicht gemein.
Seien wir mal ehrlich, wer kauft sich schon Faserkalk als Schmuckstein? Ein Stein, dessen Name irgendwie an dringende Reinigungsarbeiten in sanitären Räumen oder die Entkalkung von Kaffeemaschinen erinnert. Fast könnte man an eine geniale Werbeidee denken, hier war aber wohl der Volksmund tätig, da man den Glanz und die grünliche Farbe des polierten Faserkalkes mit dem Glanz von Jade verglich. Durch Schleifen und Polieren entsteht bei dem dank Mohshärte 3 leicht zu bearbeitenden Stein eine samtig glänzende Oberfläche und der teilweise auch durchsichtige Stein steht anderen Schmuck- oder Dekosteinen nichts nach.
Ostseejade findet man an den Stränden der Ostsee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in norddt. Kiesgruben. In Dänemark heißt er übrigens Seidenspat.
Wer ihn findet, hält ein kleines Stück Erdgeschichte in der Hand. Faserkalk stammt aus dem unteren Tertiär ( Eozän) und ist ca. 50 Millionen Jahre alt. Damals entstanden bei der Öffnung des Atlantiks viele Vulkane. Deren Asche wurde in feines Tonsediment eingelagert. Aus den Tufflagen wuchsen feinste Kalkkristalle nach oben und nach unten in den umgebenden Ton. Manche Faserkalkstücke haben noch eine Nahtlinie, die als Ausgangspunkt für das Kristallwachstum diente. Ebenso können dunkle Schlieren in Kalken auf Ascheablagerungen hindeuten. Die Farbpalette des Faserkalks reicht von grau über gelb, grün, orange-braun, rot bis zu rosa. Ursächlich für die Farben sind Beimischungen anderer Mineralien. So entsteht der eher seltene rosa Faserkalk, den man vor allem in Mecklenburg- Vorpommern findet, durch die Beimischung von Rhodochrosit. Vorsicht Suchtgefahr ! Viel Spaß beim nächsten Ostseeurlaub!


















