Die Insel Sylt ist nicht erst heute ein Ort, der eine besondere Anziehungskraft auf Menschen ausübt. Bereits vor 5500 Jahren begann die dauerhafte Besiedlung der Nordfriesischen Inseln. Die ehemaligen Jäger und Sammler wurden seßhaft. Ihren Verstorbenen bauten sie Megalithgräber, die über Generationen als Totenkammern genutzt wurden.Auf Sylt gibt es 50 Megalithgräber, von denen 8 ganz oder zumindest teilweise erhalten sind.Eines dieser Gräber ist der Denghoog in Wenningstedt, der als eines der eindrucksvollsten und best erhaltenen Megalithgräber Nordeuropas gilt.Geheimnisse ranken sich um seinen Namen. War der Denghoog ein Thinghügel, also ein uralter Ort der Rechtsprechung? Oder steht der Name für Hügel auf der Wiese bzw. für Hügel mit einem unterirdischen Gemach?
Unter dem grünen Hügel befindet sich in 3,2 Meter Tiefe eine vollständig erhaltene Steinkammer, die in Form einer Ellipse angelegt ist und 5m x 3m mißt. Die Deck- und Randsteine sind bis zu 18 Tonnen schwer. Die Höhe im Innern beträgt zwischen1.5m bis 1.9m. Im Denghoog wurden die Steine nicht nur passgenau zusammengefügt, sondern sie wurden mit Steinen, Schlick aus dem Watt und Ton verfugt. Die auch als Hünengräber bekannten Grabanlagen wurden aber keineswegs von Riesen sondern in relativ kurzer Zeit von Menschen errichtet. Als Baumaterial dienten Findlinge, die Gletscher der Eiszeit hergebracht hatten. Durch Ochsengespanne und Muskelkraft wurden die Steine über Baumstämme an ihren Standort gebracht, möglichst bei gefrorenem Boden.Beerdigt wurden die Körper der Toten. Grabfunde, die auf die Trichterbecherkultur hinweisen, können im Museum Schloß Gottorf in Schleswig besichtigt werden. Man geht davon aus, dass der Denghoog ca. 3200 bis 2800 v. Chr. entstanden ist.Als Forscher 1982 einen Gang im Hügel, der in die Grabkammer führte, freilegten, entdeckten sie, daß zur Wintersonnenwende am 21.12. die Sonne auf Sylt zur Mittagszeit durch den freigelegten Gang auf den größten Findling in der Grabkammer fällt und sich in diesem Stein spiegelt. Ein Phänomen, das sonst nur als Sonnenwunder vom Tempel Ramses II. In Abu Simbel bekannt ist.


















