Fossilien & Aberglaube
Brachiopoden

Der Sommerurlaub rückt näher und damit das beliebte Urlaubsvergnügen beim Strandspaziergang nach Muscheln Ausschau zu halten.Unter den Fundstücken sind jedoch höchstens mal versteinerte Brachiopoden und keine Schalen.
Brachiopoden, die auch Armfüßer, Armfüßler oder Armkiemer genannt werden, sind heute noch lebende Fossilien, die seit dem Kambrium vor rund 530 Millionen Jahren die Meere bevölkern. Der Name leitet sich vom griechischen Wort „brachios“- Arm und „podes“ für Füße ab. Die Versteinerungen werden oft mit Muscheln verwechselt.
Während Muscheln symmetrisch sind, ist bei den Brachiopoden die untere Schale größer als die Obere.Brachiopoden haben einen Stiel mit dem sie sich im Meeresboden festhalten. Außerdem befinden sich an beiden Seiten des Mundes armförmige Tentakel mit denen der Brachiopode Nahrung und Mineralstoffe zu sich nimmt. Im Erdaltertum machten sie einen Großteil der Meeresfauna aus. Heute sind sie noch in den Weltmeeren vertreten, wurden aber von den Muscheln in größere Meerestiefen verdrängt.
Brachiopoden haben Schalenbreiten bis 7 cm, die größten fossilen Schalen sind etwa 30 cm breit. 30.000 ausgestorbenen Arten sind bereits gefunden worden. Ca. 300 Arten leben noch in der Tiefsee. Auch wenn Forscher den Brachiopoden selbst nur wenig Aufmerksamkeit schenken, sind sie als Leitfossilien zur Altersbestimmung weiterer Fossilfunde sehr geschätzt.
Das Aussehen der versteinerten Brachiopoden hat schon immer die Menschen beschäftigt. Einige ähneln römischen Öllampen ( Titelbild). Ein anderer Brachiopode wurde wegen seiner Form im Volksmund Taube oder Heilig Geist-Stein genannt und sollte gegen das Verhextwerden helfen. Er wurde zum Schutz als Amulett um den Hals getragen oder unter eine Lampe über dem Eßtisch gehängt. Ein anderer Brachiopode wurde seit Jahrhunderten als sog. Mutterstein gegen Frauenleiden verwendet. Um den Arm getragen, sagte man ihnen auch aphrodisierende Wirkung nach.



















